Grenzland
Die Region Nord-Pas-de-Calais ist die nördlichste aller französischen Regionen. Ihr Name entstand aus den Namen zweier Departements: Nord und Pas-de-Calais. „Nord” bezieht sich auf die geografische Lage der Region innerhalb Frankreichs. „Pas de Calais” weist auf die geringe Entfernung zwischen Frankreich und England an dieser Stelle hin. Mit nur einem „Schritt” (pas) kann man hier von Calais nach Dover übersetzen.Nordfrankreich ist Grenzenland. Im Nord-Pas de Calais hallen noch die blutigen Schlachten der Vergangenheit. Vom Lager Julius Cäsars in Boulogne-sur-Mer bis zu den Stadtmauern von Denais, jedes ihrer Landesteile hat die Geschichte Europas mitgeschrieben. Crecy und Azincourt, die Schlachten des Mont Cassel, die Stadtmauern von Lille und Arras.
Doch sollte man nicht überrascht sein Prärien und Feldlandschaften zu entdecken, in denen Kühe die Wiesen bevölkern. Lassen Sie sich überraschen durch außergewöhnliche Agrar- und Dorflandschaften, Hügel und Polders, denn Sie gehören auch zu Nordfrankreich. Kaum jemand weiß, dass der erste regionale Naturpark Frankreichs hier im Pas de Calais geschaffen wurde.
Waterloo ist eine Landgemeinde in der Provinz Wallonisch-Brabant in Belgien. Der Ort liegt wenige Kilometer südlich von Brüssel. Wegen der Nähe zur Hauptstadt und der attraktiven, waldreichen Umgebung entwickelte sich Waterloo im Zuge der Suburbanisierung zu einer bevorzugten Wohngemeinde wohlhabender Brüsseler.
Historischer Hintergrund
In der frühgeschichtlichen Zeit wurde das Gebiet des aktuellen Nord-Pas-de-Calais von belgischen Stämmen besiedelt, die sich schnell mit den Kelten vermischten. Das Gebiet wurde später in die Provinz Gallia Belgica integriert und unter römische Verwaltung gestellt. Im 3. Jh. drangen die Franken in das Gebiet ein. Von hier aus ging ihr Anführer Chlodwig auf Eroberungszüge durch ganz Gallien, was zur Entstehung eines großen Frankenreiches führte. Für lange Zeit versorgte Nordfrankreich zum größten Teil die Krondomäne mit Weizen und Textilien. Der Hundertjährige Krieg unterbrach diese Entwicklung, da das Gebiet des Nord-Pas-de-Calais zum Schauplatz zahlreicher blutiger Kämpfe zwischen England und Frankreich wurde. Erst im Jahre 1558 eroberte die französische Armee Calais wieder von den Engländern zurück. Das Ende des Hundertjährigen Krieges besiegelte jedoch nicht das Schicksal des Territoriums. Bis in das 17. Jh. Wurde das Gebiet durch oft umstrittene Erbfolge oder Heirat von Hand zu Hand gereicht. Erst im Jahre 1815 nahmen die nördlichen Grenzen Frankreichs den aktuellen Verlauf ein.Die beiden wichtigsten Schlachten waren die von Crecy (1346) und Azincourt (1415).
In der Schlacht von Crecy am 26. August 1346 unterlagen Philipp VI. von Frankreich, der mit ihm verbündete König Johann von Böhmen, sowie der im Juli 1346 zum römischen König gewählte Karl IV., beide aus dem Haus Luxemburg, dem englischen König Edward III.
Am 25. Oktober 1415 wurde eine entscheidende Schlacht im Hundertjährigen Krieg in der Nähe des Dorfes Azincourt zwischen dem englischen Heer unter König Heinrich V. und den französischen Truppen unter Charles d'Albret ausgetragen. Während der Schlacht von Azincourt besiegten 6.000 englische leicht bewaffnete Soldaten die französische Armee mit circa 25.000 Mann.
Der Name des kleinen belgischer Orts Waterloo wurde zum Inbegriff der letzten und entscheidenden Niederlage Napoleons. In Wellington traf er erstmals auf einen ebenbürtigen Gegner. Jahrelang hatte der Herzog die militärische Taktik des Franzosen studiert, die mit dem Überraschungseffekt auch ihre Wirksamkeit verlor
Am 18. Juni 1815 fand in der Nähe des Ortes die Schlacht bei Waterloo statt, bei der Napoleons Truppen von einer Koalitionsarmee unter dem Kommando des Herzogs von Wellington geschlagen wurden. Die Niederlage führte zum Ende der napoleonischen Ära und zur Restauration in Europa. Da die deutschen Truppen unter Blücher in der Nähe von Waterloo Quartier auf einem Bauernhof namens Belle Alliance bezogen hatten, wird die Schlacht in Deutschland auch Schlacht von Belle Alliance genannt.


