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Flakbunker Humboldthain

Fritz Todt, Gründer und Chef der gleichnamigen Organisation O.T.
Flak Turm als Klettergarten
Am 9. September, 1940 schreibt Hauptmann von Below, Wehrmacht - Adjutant des Führers, an Hermann Göring, um ihm einen Führerbefehl zum Bau von Flaktürmen in Berlin zu übermitteln. In diesem Befehl ist die Rede von diversen Türmen in verschiedenen Parks Berlins. Darunter sollen im Tiergarten drei Türme und je ein Turm in Humboldthain, Friedrichshain und Tempelhof entstehen. Bereits am 20. September treffen sich im Reichsluftfahrtministerium (RLM) Vertreter von Luftgau, Flakartillerie, Luftwaffenführungsstab, Oberkommando der Marine (OKM), sowie Albert Speer als Generalbauinspekteur und Fritz Todt in seiner Funktion als Reichsminister für Bewaffnung, und Munition.
Bei diesem Treffen werden die grundsätzlichen Aspekte des Bunkerbaues besprochen. So entscheidet man, die vier- beziehungsweise achteckige Form der Konstruktion, an deren Ecken jeweils ein schweres Geschütz eingebaut wird. 1940 ist bei diesen Geschützen von 10, 5 cm Kanonen die Rede, später, bei Fertigstellung, werden 12,8 cm Kanonen in Zwillingslafetten installiert. In der Mitte, 35 m von den vier Stellungen entfernt, wird ein Feuerleitgerät eingebaut. Daneben werden zur Tieffliegerabwehr 2 cm Vierlings - und 3,7 cm Geschütze auf halbrunden Balkonen unterhalb der Hauptbatterie  installiert. Die Dimensionen dieser Bunker sind gewaltig. Die Wandstärke der Außenhülle des 35 m hohen Riesen beträgt 2,6 m, die der Abschlussdecke 3,8 m. Auf die Festigkeit wird großer Wert gelegt. So entsteht innerhalb der Konstruktion ein selbst tragendes Stützkorsett, das selbst bei Einsturz der Wände die Gesamtstatik nicht beeinträchtigt hätte. Die Betoniermaßnahmen sind so ausgeklügelt, dass ein einziger Guss stattfindet. Damit wird unterschiedliches Abbinden des Betons verhindert und automatisch dadurch die Festigkeit erhöht. Pro Kubikmeter Beton investiert man 50 kg Moniereisen. In jedem der vier Gefechtstürme befinden sich die Munitionsräume im Erdgeschoß. Kettenaufzüge transportieren Granaten und Kartuschen zur Gefechtsplattform, wo sie von einer 72 Tonnen schweren Panzerkuppel geschützt werden. Vom Erdgeschoß bis zur Batterie misst der Bunker 6 Stockwerke. Der 1. und 2. Stock dient der Zivilbevölkerung als Schutzraum, Stockwerk 3 beherbergt ein Lazarett, Büroräume oder Rüstungsbetriebe. Im 4. und 5. Stock bringt man die Flak Besatzung und anderes militärisches Personal unter. Bei Angriffen fanden bis zu 18 000 Menschen im Bunker Platz. Letztendlich wurden in Berlin drei Türme realisiert: Tiergarten, Friedrichshain und Humboldthain. Ende 1942 wird dieses Flakturm Programm auch auf Hamburg und Wien ausgedehnt.
Alle drei Bunker haben je einen „kleineren Bruder“, den Feuerleitturm. Dieser errechnet die notwendigen Werte und übermittelte sie per Telefonleitung durch einen Kabelkanal von 1,5 m Durchmesser an die Batterie. Dieser Kabelkanal wird  im Falle Humboldthain in der Endphase der Berlin Kämpfe als Fluchttunnel benutzt. Mit dem Bau des Flak Turms Humboldthain wird im Oktober 1941 begonnen und sechs Monate später vollendet
Dr. Wolfgang Waldhauer, als Gymnasiast in Zwickau wie so viele seiner Generation als Flakhelfer eingezogen, wird im Januar 1944 zum Dienst an einem 2 cm Vierling im Flakbunker Humboldthain verpflichtet. Er berichtet von Tages-Angriffen am 4. und 6. März der US Air Force, bei dem ein farbiges B 17 Crewmitglied mit seinem Fallschirm auf dem L-Turm landete. Der Bunker selbst wird am 19. Mai 1944 mehrfach von Bomben getroffen. Unter anderem wird dabei ein Vierling mit einem Volltreffer ausradiert. Zum Glück befindet sich die Besatzung zu diesem Zeitpunkt im Innern des Bunkers.
In der Endphase der Schlacht um Berlin greift der Flak Turm auch in die Bodenkämpfe ein. Die Geschütze bekämpfen sowjetische Panzer, die 2 cm Geschütze sowjetische Scharfschützen in den oberen Stockwerken der Brunnenstrasse.
Nach Kriegsende werden laut Direktive Nr. 22 des alliierten Kontrollrates die drei Flak Türme gesprengt. Dabei gehen die Franzosen behutsam vor, da der Nordteil des Turms an wichtige Bahngleise anschloss. Das ist auch der Grund weshalb dieser Teil heutzutage begehbar ist.
Erst vor kurzem gelingt es dem Berliner Unterwelten Verein nachzuweisen, dass sich im Keller des Flak Turms Humboldthain auch ein strenggeheimes Laboratorium der Telefunken zur Radarforschung befand. Damit werden endgültig Berichte von Zeitzeugen bestätigt, die "Männer in weissen Mänteln" in abgeschirmte Räume hatten gehen sehen.