Unerschöpfliche Reserven
Gegen Ende Juli 1941 begannen deutsche Befehlshaber und auch Hitler selbst sich einzugestehen, dass ihr Nachrichtendienst trotz der enormen Siege die Stärke der sowjetischen Armee sträflich unterschätzt hatte. Obwohl hunderttausende von Gefangenen gemacht wurden, schien die Rote Armee ein schier unendliches Reservoir an Ersatz zu haben. Dazu kam die Tatsache, dass selbst wenn sie eingekesselt wurden und die Lage hoffnungslos war, die russischen Soldaten bis zur letzten Patrone und dann noch mit dem Spaten weiterkämpften. Es wurde sogar beobachtet, dass sich russische Jagdflieger, die sich ihrer Unterlegenheit bewusst waren, auf die deutschen Bomber stürzten und sie durch rammen zum Absturz brachten. Wundersamer Weise überlebten sogar vereinzelte Piloten diesen Kamikaze Einsatz. Es machten Geschichten die Runde unter den deutschen Einheiten, dass die Russen sogar Hunde trainiert hätten, die mit Sprengstoff beladen unter die Panzer liefen und sie dadurch zerstörten. Wahr oder nicht wahr spielte keine Rolle, denn die Landser, die den russischen Gegner erlebten, glaubten diese Geschichten unbesehen.
Die Deutschen hatten ebenso hunderttausende an Verwundeten und Toten. Das waren erhebliche Verluste, vor allem, wenn man sie mit denen des Westfeldzuges verglich. Sie wurden nur ertragen, weil den Russen erheblich größere Verluste zugefügt wurden. Selbst wenn man diese Kampfverluste ignorierte, so wurde es wegen der Erschöpfung der Soldaten und des ständigen Verschleißes an Waffen und Gerät in schwierigem Gelände immer schwieriger, die Operationen in Gang zu halten. Dazu kam noch, dass die „Versorgung aus dem Land“ nicht mehr zu garantieren war, da die Sowjets das Prinzip der verbrannten Erde bei ihren Rückzügen anwandte und so die Deutschen zwang, Verpflegung selbst aus Deutschland heranzukarren. Damit wurden die deutschen Nachschublinien, die sowieso schon extrem angespannt waren, noch weiter belastet werden mussten.
Am 4. August flog Hitler in das Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte nach Borisov, östlich von Minsk. Die Offensive in Richtung Moskau schleppte sich dahin und so entschied Hitler, dass der Focus des Angriffes sich auf die wirtschaftlichen Zentren der Sowjetunion zu verschieben müsse. Das bedeutet den Druck im Süden zu erhöhen, um die Ölfelder des Kaukasus zu erobern, sowie Leningrad einzunehmen. Dies, so Hitler, würde die Möglichkeiten der Sowjetunion Krieg zu führen einschränken und Rohstoffe für die deutsche Rüstungsindustrie bereitstellen. Darüber hinaus hatte Hitler ein Argument, das stach: die Flanken seiner Angriffsspitzen waren zu sehr exponiert, machten den Nachschub schwierig und die Flanken unsicher.
Flugzeugträger Krim
Doch die Möglichkeit, die Kontrolle über riesige Ölvorräte zu gewinnen, war ein ausschlaggebendes Argument für Hitlers Pläne. Die Krim wurde ein Angelpunkt solcher Pläne, um das Öl für die Wehrmacht zu sichern. Russische Bomber, die auf der Krim stationiert waren, waren in der Lage ihren Juli Angriff auf die Ölfelder von Ploesti zu wiederholen. Die Eroberung der Ölfelder des Kaukasus bei Grosny und Baku am Kaspischen Meer war in Hitlers Augen ein strategischer Preis. Da es im Schwarzen Meer keine nennenswerten Marineeinheiten gab, war die Wehrmacht gezwungen, sich auf die Land- und Luftstreitkräfte der Heeresgruppe zu verlassen, um diese Ölfelder einzunehmen. Admiral Gorschkow beschrieb die militärpolitische Bedeutung der Krim aus der Sicht Stalins als „Grund für einen möglichen Kriegseintritt der Türkei an der Seite Deutschlands.“ Die Eroberung der Krim würde daher Deutschland ermöglichen, seine strategischen Ziele zu erreichen. Daher musste das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol zuerst genommen werden, um die maritime Dominanz der Russen auszuschalten. Danach würde die Wehrmacht die östlichen Häfen wie Kertsch, Novorossiisk und Tuapse, die entlang des Seeweges zum Kaukasus lagen, einnehmen, besetzen und somit der nördlichen Offensive bei Rostow am Don mehr Druck verleihen.
In den Plänen von Hitler und dem Minister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, sollte die Krim, sobald sie militärisch erobert und unter deutscher Kontrolle stünde, mit der Ukraine verschmelzt werden. Die Krim sollte dann in das alte griechische Taurida umbenannt, oder in Gutenland umgewandelt werden, da in der verquasten Gedankenwelt der Nazis die „arischen“ Goten die Krim im 16. Jahrhundert besiedelt hätten.
Bei seiner Ankunft teilte Hitler Feldmarschall von Bock mit, dass er seinen Vorstoß in Richtung Moskau anhalten müsste und dass die Panzer der Heeresgruppe Mitte dazu benötigt würden, um zum einen der Heeresgruppe Süd die Möglichkeit der Umfassung zur Eroberung der Ukraine zu gewährleisten und zum anderen einen kleineren Teil der Panzer der Heeresgruppe Nord zuzuführen, um Leningrad zu erobern. Die Panzergeneräle Guderian und Hoth protestierten heftig. Sie dachten wie Clausewitz: Konzentriere Dich auf die Vernichtung der feindlichen Kräfte. Moskau lag nur noch 320 km entfernt und der Großteil der Roten Armee verteidigte die Stadt. Wenn diese Streitkräfte erst einmal vernichtet worden wären, würde nach dem Fall von Moskau der Rest des Landes schnell fallen. Guderian flog am 23. August nach Berlin, um den Führer auf den Stoß nach Moskau einzuschwören. Hitler hörte seinen Ausführungen zu und eröffnete dann einen langen Monolog über die wirtschaftliche Notwendigkeit die Ukraine und die Kaukasus Region zu erobern. Die übrigen Generäle, die bei der Lagebesprechung anwesend waren, wagten es nicht, Hitler zu widersprechen. Guderian flog mit leeren Händen zurück.
Gemäß dem Aufmarschplan für den Überfall auf die Sowjetunion konzentrierte sich nun die Stoßrichtung der Heeresgruppe Süd unter Gerd von Rundstedt auf die Ukraine. Nach ihrem Durchbruch durch die stark befestigte ”Stalin-Linie” Ende Juni 1941 erreichte die Panzergruppe 1 der Heeresgruppe Süd am 7. Juli Berditschew, 170 Kilometer nordwestlich von Uman. Mitte des Monats schwenkte sie zur Umfassung des Gegners nach Südosten in Richtung Kirowograd ein. Gleichzeitig stieß die deutsche 17. Armee unter General Carl Heinrich von Stülpnagel entlang des Bug südlich von Uman nach Osten vor. Südöstlich der Stadt schloss sie am 3. August mit der Panzergruppe 1 den Kessel um rund 20 Divisionen der sowjetischen 6., 12. und 18. Armee. Die auch für die Deutschen äußerst verlustreiche Kesselschlacht bei Uman dauerte bis zum 8. August. Über 100.000 Soldaten der Roten Armee gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft. In die Hände der Wehrmacht fielen zudem über 300 Panzer und 850 Geschütze, die sie zu eigenen Zwecken nutzen konnten. Nach der Kesselschlacht bei Uman stand der Heeresgruppe Süd das Hinterland der Ukraine bis zum Schwarzen Meer und zum Dnepr für weiträumige Vorstöße offen.
Obwohl es den Russen an Mobilität und Panzern fehlte, da die meisten in der Schlacht von Uman verloren gegangen waren, stellten die Truppen von Semyon Budenny's verbliebenen Streitkräften immer noch eine Bedrohung dar und waren zu diesem Zeitpunkt die zahlenmäßig größte russische Truppenkonzentration an der Ostfront.
Die Falle schnappt zu
Daraufhin drehte Guderian's Panzer Gruppe 1 nach Süden ein. Kleists Panzergruppe 2, die von Krementschug vom 14. September an in Richtung Norden vorstieß, musste wie Guderian und die Russen mit sehr schlechten Wetterbedingungen kämpfen. Jeder verzweifelte russische Gegenschlag wurde abgewiesen, wenn auch nicht ohne kurze Krisen und dramatische Augenblicke. Deutsche Abwehrstellungen, die wie Perlen an einer Halskette hinter den vorrückenden Angriffsspitzen aufgereiht waren, wurden oft erst im letzten Augenblick von eilends heranbrausenden eigenen Panzern gerettet. Am 16. September trafen die Panzergruppen von Guderian und Kleist bei Lochwiza zusammen und die Einkreisung der Russen war vollendet. Die 3. Panzerdivision hatte die Umzingelung vollendet, aber sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nur noch zehn fahrtüchtige Panzer waren im Einsatz, sechs davon aber von dem völlig veralteten Panzer II. Doch im Kessel von Kiew sind mehrere russische Armeen mit fast einer Million Mann eingeschlossen.
Schukow hatte die Einkreisung kommen sehen und Stalin dringend geraten, die eigenen Truppen zu retten. Stalin drängte jedoch den russischen Oberbefehlshaber General Jeremenko, für Siegsmeldungen zu sorgen und schickte ihm wertvolle Reserven von anderen Frontabschnitten, um dem Angriff mehr Gewicht zu verleihen. Stalin weigerte sich Kiew aufzugeben, obwohl nur ein strategischer Rückzug, wie ihn Schukow im Juli bereits vorgeschlagen hatte, die sowjetischen Kräfte hätte retten können. Doch ohne Stalins ausdrücklichen Befehl lehnte Jeremenko alle Bitten seiner Kollegen ab, die Armee durch den Rückzug zu retten. Politisch ein weiser Entschluss, militärisch jedoch eine Katastrophe.
Auch Marschall Semjon Michailowitsch Budjonny, der Befehlshaber der Südwestfront, bat um Erlaubnis, die Falle verlassen zu dürfen. Stalin winkte ab und befahl ihm nach Moskau zu kommen. Budjonny war ein alter Kampfgenosse Stalins, einer von Woroshilows Leutnants aus der Zeit des Bürgerkrieges. Er war eine ausnehmend eindrucksvolle Persönlichkeit, ein Spassvogel, kräftig gebaut und mit seinem riesigen Schnurrbart eher wie ein romantischer Bandit aussah. Stalin mochte ihn, aber er sah auch, dass seine alten Generäle nicht unbedingt effektiv waren. Stalin ersetzte ihn auf jeden Fall mit Generaloberst Mikhail Kirponos.
Nachdem die Deutschen den Ring am 16. September geschlossen hatten, willigte Stalin am 17. September in einen Rückzug ein, doch da die Falle zugeschnappt war, fochten die Russen verzweifelt um einen Durchbruch. Doch nur wenigen gelang es. Kirponos gehörte zu denen, die bei solch einem Versuch starben. Er geriet mit Tausend Mann in einen Hinterhalt, wurde am Bein verwundet und kämpfte dennoch weiter, bis die Splitter einer Granate ihn töteten.
Größte Kesselschacht der Kriegsgeschichte
Vier sowjetische Armeen waren vernichtet und Kiew selbst fiel am 26. September. Die Katastrophe von Kiew überstieg sogar noch das Desaster von Minsk von Juni/Juli 1941. Am 1. September hatte die Südwestfront eine Stärke von 752 – 756.000 Mann (sogar 850.000, würde man Reserven und rückwärtige Dienste mit einschließen) mit 3,923 Geschütze und Mörser, 114 Panzer und 167 Flugzeuge. Im Kessel blieben 452.700 Männer, 2642 Geschütze und Mörser, sowie 64 Panzer. Nur 15.000 gelang der Ausbruch. Insgesamt erlitt die Südwestfront folgende Verluste: 700.544 Soldaten, davon 613.304 getötet, verwundet oder vermisst. Damit hörten die Armeen mit den Nummern 5, 37, 26 und 21 mit insgesamt 43 Divisionen waren ausgelöscht. Nun waren die Deutschen nicht mehr numerisch unterlegen, und es gab auch keine Reserven mehr.
Mit dem Sieg von Kiew verschwand der letzte signifikante russische Widerstand im Süden des Landes und die Heeresgruppe Süd konnte ihren Marsch ins Donezbecken fortsetzen. Es war ein vollständiger Durchbruch im südlichen Frontabschnitt gelungen. Aber der Vormarsch auf Moskau verzögerte sich um vier Wochen, eine Tatsache, die möglicherweise die Eroberung Moskaus verhinderte. Während die Operation Kiew taktisch eine Meisterleistung war, war sie strategisch wertlos, da sie nicht den Krieg entschieden hatte.
Der Verlust von Kiew 1943
Unmittelbar nach der misslungenen deutschen Offensive von Kursk im Juli 1943, eröffneten die Russen ihre Sommeroffensive und drückten Mansteins zusammen geschlagene Verbände der Heeresgruppe Süd aus dem Donez Gebiet zurück an den Dnjepr. Manstein sah nur in einem raschen und kompletten Rückzug hinter den Dnjepr die Chance, die Kampfkraft der Heeresgruppe zu erhalten. Dort wollte Manstein zum stehen kommen und seine Truppen wieder auffüllen und verlorenes Gerät ersetzen. Dementsprechend schlüssig auch die beiden ersten Sätze, seines 90 Seiten umfassenden Rückzugsbefehles: „ Die Heeresgruppe geht auf die Wotan-Dnjepr Stellung zurück. Das Tempo des Zurückgehens wird allein von der Erhaltung der Kampfkraft der Truppe bestimmt.“Verbrannte Erde
Diese bevorstehende Operation sollte die Schwierigste und Gefährlichste des ganzen Krieges werden. Doch neben der reinen militärischen Operation gab es zwei weitere Aufgaben, die die Situation erschwerten. Zum einen mussten 200.000 Verwundete samt ihrer Lazarette hinter den Dnjepr gebracht werden und zum anderen forderte Göring in einem Sonderbefehl, den er als Beauftragter für den Vierjahresplan im Namen Hitlers am 7. September aufgestellt hatte, alle Lebensmittelvorräte und Rohstoffe, industrielle und landwirtschaftliche Maschinen der Rüstungsbetriebe abzutransportieren. Getreide und Feldfrüchte, Pferde, Kühe, Schafe, Schweine, Dreschmaschinen, Traktoren, Drehbänke und sämtliche Fahrzeuge sollten hintern den Dnjepr gebracht werden. Der Feind sollte ein leeres Land zurückerobern.
Doch der verbrecherische Befehl ging sogar noch weiter. Um einen sowjetischen Vormarsch auf den Dnjepr zu verzögern und damit einen Übergang über den Fluss aus der Bewegung heraus zu verhindern, sollten Mansteins Nachhuten eine Zone von 20 – 40 km Tiefe in eine Wüste verwandeln. Der Begriff der „verbrannten Erde“, von Stalin im eingeschränkten Maße 1941 und 1942 eingeführt, sollte von der Wehrmacht verinnerlicht werden.
Obwohl Manstein versuchte, den Befehl auf eine militärisch unbedingte Notwendigkeit zu beschränken, bleibt dennoch ein dunkler Schatten über den Vorgängen am Dnjepr. Die Generale, Offiziere und Soldaten der Heeresgruppe sollten das nach dem Kriege am eigenen Leibe erfahren, als ihnen die Sowjets den Prozess machten. Viele wurden schwer bestraft oder zum Tode verurteilt. Manstein selbst wurde 1949 in Hamburg vor ein britisches Militärgericht gestellt und zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht erkannte in 17 Fällen die Kriegsnotwendigkeit der Maßnahmen an, machte ihn aber für die Vertreibung der Zivilbevölkerung verantwortlich.
Die Stavka (Shtab verkhovnogo komandovanya), Hauptquartier des Kommandos des Obersten Befehlshabers, befahl der 1. und 2. Ukrainischen Front Brückenköpfe am jenseitigen Ufer des Dnjepr zu errichten, bevor die Deutschen sich von ihrem Schock erholen konnten. Der 1. Ukrainischen Front unter Nikolai Fjodorowitsch Watutin gelang es zwei Brückenköpfe nördlich und südlich von Kiew zu bilden. Sein Gegner sollte ein Veteran der 4. Panzerarmee, Generaloberst Hermann Hoth sein.
Russisches Luftlandedesaster
Im Oktober 1943 hatten einige von Watutins Armeen große Schwierigkeiten, sich aus dem schwierigen Gelände am Bukriner Bogen, dem südlichen Brückenkopf, zu befreien. Selbst der spektakuläre Masseneinsatz der 5. Garde-Fallschirmbrigade konnte daran nichts ändern. Die russischen Fallschirmspringer springen mitten unter drei deutschen Divisionen und werden fast vollständig aufgerieben. Damit hatte das 24. Panzerkorps von General Nehring, das sich eine exzellente Verteidigungsposition geschaffen hatte, die angreifenden Sowjets eingeschnürt. Watutin beschloss, seine Kräfte am nördlichen Brückenkopf bei Lyutesch zu konzentrieren.
Am 27. September gelingt es bei dem Dorf Ljutesch zehn Männern eines russischen Schützenregiments nördlich von Kiew einen Brückenkopf zu bilden, der bis zum 30. September zwei Regimenter der 240. Schützendivision mit Artillerie und Werfern folgen und einen Brückenkopf von anderthalb Kilometer Tiefe zu bilden, der nicht von den Deutschen eingedrückt werden kann. Bei einem Kriegrat zwischen Watutin, Generalleutnant Krawtschenko, dem Chef des 5. Garde-Panzerkorps und Kriegsrat Chrustschow wird entschieden, den Schwerpunkt nach Norden zu verschieben. Um die Deutschen zu täuschen, wurden bei Bukrin Scheinbrücken gebaut, um die Zufuhr weiterer Kräfte vorzutäuschen. Die Deutschen fielen auf das Manöver herein und verlegten weitere Kräfte in den Bukriner Bogen. Die Vorstellung, dass die Russen in dem sumpfigen Gebiet nördlich von Kiew Panzer übersetzen könnten, war für sie unvorstellbar. Doch das Vorhaben der Russen gelang und bis Anfang November sammelten sie in ihrem Brückenkopf drei Armeen und ein Panzerkorps, sowie zweitausend Geschütze und 500 Raketenwerfer; eine bis dahin nicht gekannte Artillerieüberlegenheit.
Am Morgen des 3. November 1943 eröffneten die russischen Geschütze der 38. Armee und des 5. Garde-Panzerkorps das Feuer auf drei völlig überraschte deutsche Divisionen. Die 68. , 88. und 208. Infanteriedivision werden derart zerschlagen, dass den Rotarmisten auf den ersten paar hundert Metern kein Widerstand entgegenschlägt. Am Abend des gleichen Tages wird General Rybalkos 3. Garde-Panzerarmee in den Kampf geworfen. Die Spitzen der Russen zielten zum einen auf die Städte Schitomir, Korosten, Berdichev und Fastow und sollten die Nachschublinien der Deutschen kappen, zum andern zielten sie auf Kiew.
Am 5. November drang die 38. sowjetische Armee mit dem Parteichef der ukrainischen Kommunisten, Chrustschow, an der Spitze in Kiew ein. Die Masse der 88. deutschen Infanteriedivision wurde im brennenden Kiew vernichtet. Rybalkos T 34 hingegen leißen die Stadt links liegen und schickten sich an, Mansteins Verbände im Süden zu bedrohen. Manstein drängte Hitler, ihm Teile der 17. Armee, die auf der Krim untätig als Besatzer fungierte, zur Verteidigung des Dnjepr zuzuführen. Doch der lehnte ab. Nur mit Hilfe der 25. Panzerdivision, die gerade erst aus Frankreich angekommen war, gelang es, Rybalkos Sturm nach Süden abzufangen. Doch zu mehr waren die ausgelaugten und unzureichenden Kräfte von Hoth und Manstein nicht mehr fähig. Kiew war endgültig verloren.


















