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Perfekte Symbiose aus Natur und Kultur

Erfurter Dom
Über Thüringens Naturschönheiten zu parlieren hieße Eulen nach Athen tragen. Thüringen ist nicht bloß ein Eldorado für Naturfreunde, die den Thüringer Wald oder den Rennsteig erwandern wollen, es ist auch und vor allem ein Zentrum deutscher Kultur und Geschichte. Das beginnt bereits mit dem Königreich Thüringen, das bis zur Zerschlagung durch die Franken und Sachsen im Jahre 531 existierte und setzt sich 12. und 13.Jahrhundert auf der Wartburg fort, einem neuen Zentrum deutscher Kultur und berühmt wegen seines Sängerkrieges. Während der Reformation spielt Thüringen eine bedeutende Rolle. Martin Luther hält sich 1521 bis 1522 auf der Wartburg versteckt und übersetzt dort das Neue Testament ins Deutsche. Zum kulturellen Erbe Thüringens gehört auch Weimar und die Weimarer Klassik um Goethe und Schiller, das Bauhaus und die Gründung der ersten Republik auf deutschem Boden, der Weimarer Republik (1919).
Architektonisch Kostbarkeiten findet man überall im Land. Hier nur einige wenige Beispiele: Der Erfurter Dom, die Renaissance Schlösser in Sondershausen (1533), Schmalkalden (1585), Schleusingen (16. Jahrhundert) und Waltershausen (um 1550), die Renaissance Rathäuser von Saalfeld (1526), Gera (1573), Hildburghausen (1572) und Arnstadt (1581). Und nicht zu vergessen die grandiose Anna-Amalia-Bibliothek (1512) in Weimar, die leider 2004 von einem verheerenden Feuer heimgesucht wurde. Aber auch der Barock ist mit Goethes Gartenhaus und dem Weimarer Stadtschloss bestens vertreten. Kurzum, Thüringen ist die perfekte Symbiose von Natur und Kultur
 

Historischer Hintergrund

V 1 Schnittzeichnung
Spricht man über die Geschichte Thüringens hört man meist von der Wartburg, oder von der Reformation. Doch Thüringen hat auch eine einzigartige militärische Historie, die mit den Wettinern beginnt und mit der Auflösung des Dritten Reiches endet. 1525 ist Thüringen neben Südwestdeutschland ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges. Bei Bad Frankenhausen kommt es am 15. Mai 1525 zu einer von dessen bedeutendsten Schlachten, wenige Tage später wird Thomas Müntzer in Mühlhausen aufgegriffen und hingerichtet.1531 schließen sich die protestantischen Reichsstände in Schmalkalden zum Schmalkaldischen Bund gegen Kaiser Karl V. zusammen. Die Ächtung der führenden Vertreter dieses Bundes im Jahr 1546 führt zum Schmalkaldischen Krieg von 1546/47.
In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges wird Thüringen zum Zentrum der deutschen Anstrengungen, Forschung und Produktion modernster Waffensysteme zu konzentrieren und bombensicher unter Tage zu verlegen. Gauleiter Sauckel ist hier die treibende Kraft. Noch heute ranken sich geheimnisvolle Geschichten um ungeklärte Fragen der Vergeltungswaffen, die im Untergrund von Thüringen schlummern.