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Die Geschichte Luxemburgs

Schon zur Römerzeit war das Gebiet von Luxemburg-Stadt als Handelsplatz von Bedeutung, da es von zwei Konsularstraßen durchquert wurde, an deren Kreuzung ein befestigter Turm stand. Durch einen Tauschakt mit der Abtei Sankt Maximin in Trier kam das kleine Kastell 963 in den Besitz Graf Siegfrieds, einem nahen Verwandten der Könige Frankreichs und der deutschen Kaiser. Die Gründungs-Sage der Stadt spricht von der Nixe Melusina, die Siegfried hier zu bauen veranlasste und seine Frau wurde. Auf dem „Bockfelsen“ ließ Siegfried seine Burg bauen, die den Namen „Lucilinburhuc“ (kleines Kastell) trägt und zum ersten Mal im besagten Tauschakt erwähnt wird. Aus diesem Namen entwickelte sich später über "Lützelburg" der heutige Name "Luxemburg".
 

In der Vorburg weiht der Trierer Erzbischof Egbert 987 fünf Altäre in der Erlöserkirche (später Michaelskirche), vor der Kirche, an einer römischen Straßenkreuzung, entsteht ein Markt, um den sich die Stadt entwickelt.
 

Ende des 11. Jahrhunderts besitzt die Burg einen Wohnturm und unterhalb der Burg gründen die Grafen 1083 ihre Hausklöster, die Münsterabtei, die die Stadtschule beherbergt und in der sich die letzte Ruhestätte jener Grafen befindet, die sich im Siegel der Gründungsurkunde zum ersten Mal als Grafen von Luxemburg bezeichnen.
 

Während unterhalb der Burg am Flüsschen Alzette ein Handwerkerviertel entsteht, in dem Anfang des 14. Jahrhunderts ein Hospiz gegründet wird, dehnt sich die Oberstadt, die seit dem 10. Jahrhundert durch einen Schutzwall befestigt ist, im 12. Jahrhundert nach Westen aus. Um die neue Nikolauskirche entsteht ein Stadtviertel mit eigenem Markt, dem Novum Forum. Um dieses Viertel in die Stadtbefestigungen einzubeziehen, wird Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Bau einer Ringmauer begonnen, die nun ein Stadtgebiet von 5 Hektar umschließt.
 

Aus der ursprünglichen Burgsiedlung hat sich in dieser Zeit eine Stadt entwickelt, die 1244 von Gräfin Ermesinde die Freiheitsrechte verliehen bekommt. Es handelt sich wohl um eine Ausdehnung der Rechte und Pflichten auf das gesamte Stadtgebiet, die ihr Vater, Graf Heinrich von Namur-Luxemburg, ursprünglich den Bewohnern des Neubauviertels an der Nikolauskirche möglicherweise mündlich zugesichert hat.
 

Johann I. (der Blinde) Graf von Luxemburg
Um 1340, unter der Herrschaft von Johann dem Blinden, wird mit dem Bau der großen mittelalterlichen Ringmauer begonnen, deren Verlauf die Oberstadt bis ins 19. Jahrhundert vom Umland trennt. 1354 wird Luxemburg Herzogtum. 1443 wird die Stadt von Burgundertruppen unter Philipp dem Guten eingenommen.
 

Vauban
Luxemburg wird Teil der burgundischen, später der spanischen und österreichischen Niederlande und die Stadt wird ab dem 16. Jahrhundert zu einer der stärksten Festungen Europas, dem "Gibraltar des Nordens" ausgebaut (Baumeister: Vauban). In der Festung wechseln sich Burgunder, Spanier, Franzosen, wiederum Spanier, Österreicher, wiederum Franzosen und Preußen ab. So waren es z.B. die Österreicher, die sich ab 1715 für 80 Jahre in Luxemburg aufhielten und die die äußeren Befestigungsanlagen weiter stark ausbauten, um einen möglichen französischen Angriff zu verhindern.
 

Kasematten
Ab dem 17. Jahrhundert entstehen die Kasematten und Minengänge, 23 km in den Felsen gehauene oder gemauerte Gänge und eingewölbte, bombensichere Räume. Sie dienten als Artilleriestellungen, beherbergten vor Bombeneinschlag zu schützende Einrichtungen und erlaubten im Notfall die weiter entfernten Festungsteile unterirdisch zu erreichen. Noch heute sind 16 km dieser Anlage zugänglich.
 

Der Wiener Kongress garantiert 1815 Luxemburgs Unabhängigkeit und erklärt Luxemburg zum Großherzogtum. Der holländische König wird in Personalunion Großherzog von Luxemburg. Zur gleichen Zeit wird die Stadt Bundesfestung und erhält eine preußische Garnison. Die Londoner Konferenz erklärt Luxemburg 1867 für neutral, die preußischen Truppen ziehen ab und die Festung wird geschleift.
 

Noch zweimal erhält Luxemburg „unerwünschten Besuch“: Von 1914 bis 1918 und von 1940 bis 1944 wird das kleine Land von deutschen Truppen besetzt.
 

Nach der deutschen Besetzung am 10. Mai 1940 untersteht das Großherzogtum als CdZ-Gebiet (Chef der Zivilverwaltung) Luxemburg seit dem 2. August 1940 einem von Deutschland eingesetzten Chef der Zivilverwaltung. Danach wird die Stadt Luxemburg vorläufig von einem deutschen Verwaltungskommissar geleitet.
 

Am 1. Dezember 1940 wird der Verwaltungsaufbau den reichsdeutschen Verhältnissen angeglichen. Danach wird die Stadt Luxemburg als deutscher Stadtkreis nach der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 verwaltet. An ihrer Spitze steht nunmehr ein deutscher Oberbürgermeister.
 

Zum 1. April 1943 werden aus dem Landkreis Esch, dem früheren Distrikt Luxemburg, die Gemeinden Hesperingen (teilweise), Niederanven (teilweise), Strassen und Walferdingen in den Stadtkreis Luxemburg eingegliedert.
 

Mit der Befreiung durch US-amerikanische Truppen im September 1944 endet die deutsche Besatzungszeit.
 

Wegen seiner Lage, seiner Geschichte, aber auch wegen seiner Größe ist Luxemburg, als eines der Gründungsmitglieder der EU, Sitz zahlreicher wichtiger Organe und Behörden der Union, die sich auf dem Stadtteil Kirchberg der Hauptstadt ansiedelten. Die Stadt gilt somit als eine der Hauptstädte der Europäischen Union. Ab den sechziger Jahren entwickelte sich die Stadt zudem zu einem der größten internationalen Finanzplätze.