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Hintergrund

Aussichtsturm des Varus Museums
Vor fast zweitausend Jahren ereignete sich bei Kalkriese im Osnabrücker Land eine Schlacht, die seither eine große Bedeutung für die Geschichte des modernen Deutschland darstellt. Mit dem Cherusker Arminius betrat eine historische Persönlichkeit die Weltbühne, die zur ersten deutschen Heldengestalt des 19. Jahrhunderts in Deutschland mutierte.

Heute ist das Gelände der Varusschlacht ein Paradebeispiel moderner Archäologie. Die Außenanlage, das Museum und der dazugehörige Aussichtsturm, der einen phantastischen Rundblick über das Schlachtfeld bietet, sind die Bühne für eine Zeitreise. Oberstleutnant a. D. Jürgen Conte ist der perfekte Battlefield Guide, der nicht nur den Ablauf der Schlacht lebendig macht. Seine Ausführungen über das römische Zeitalter, der Exkurs in moderne Archäologie und die Beweisführung zum Schauplatz Kalkriese lassen keine Fragen offen.
 

Historischer Hintergrund

Hermannsdenkmal
Schon Gaius Iulius Caesar versuchte in den Jahren 55 v. Chr. und 53 v. Chr. die Germanen unter das römische Joch zu zwingen. Bei den Versuchen ist es dann geblieben. Der Rhein bildete die Grenze des römischen Reiches zum Land der Barbaren.

Diese Grenze war jedoch weitgehend ungeschützt. Die Römer verließen sich auf ihr gut ausgebautes Straßennetz, um im Falle eines Überfalles sofort Truppen zu den Brennpunkten verlegen zu können. Damit hofften sie für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Die Germanen erkannten dies als Schwachstelle und nutzen sie für zahlreiche Überfälle. Kaiser Augustus beschloss daraufhin die Befestigung der Grenze durch Errichtung diverser Kastelle und befahl Vorstöße ins Innere Germaniens. Bis zum Jahre 5 n. Chr. glaubte man in Rom, Germanien erobert zu haben. Dabei sah die Realität anders aus, denn nur die tatsächlich besetzten Gebiete konnten als befriedet angesehen werden. Dort wo sich die Römer zurückzogen, füllten germanische Stämme sofort das Vakuum.

Im Jahre 7 n. Chr. übernahm Publius Quinctillius Varus die Verwaltung Germaniens mit der Aufgabe, das Land in eine römische Provinz zu transformieren. Im Spätsommer des Jahres 9 n. Chr. war Varus mit drei Kampfgruppen samt Trossen, der 17., 18. und 19. Legion, sowie in Begleitung des Cheruskerfürsten Arminius, auf dem Rückmarsch in die Winterquartiere. Arminius hatte sich in diesem Jahr vom Söldner zum Rebellen gewandelt und Varus zu einem Umweg in ein vermeintlich aufrührerisches Gebiet gelockt.

In Kalkriese, einer damaligen Enge zwischen einem riesigen Moorgebiet und unwegsamen Berggelände gelegen, schlugen die Germanen zu. 20.000 Römer wurden über einen Zeitraum von drei Tagen niedergemacht. Gefangene wurden abgeschlachtet, die Feldzeichen der Legionen erbeutet. Erst Jahre später, 15 n. Chr., bestattete Germanicus die Toten, die seit der Schlacht dort moderten.