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Einer gegen alle

Obersturmführer Michael Wittmann
Wittmann instruiert seine Kommandanten
Kommandant dieses Tigers ist SS Obersturmführer Michael Wittman von der 2. Kompanie der schweren SS Panzerabteilung 501. Schon vor der Invasion ist er eine Legende der deutschen Panzerwaffe. In Russland schießt er 117 Panzer ab, darunter 19 Kampfpanzer und drei Selbstfahrlafetten an einem Tag. Er erhält dafür das Ritterkreuz am 14 Januar 1944 und das Eichenlaub zum Ritterkreuz am 30. Januar. Wittman ist klar, dass die Panzer die er sieht eine tödliche Bedrohung darstellen und zögert keine Sekunde. Er alarmiert die übrigen vier Tiger Panzer seiner Abteilung und bricht aus seiner Waldstellung heraus. Ohne Unterlass hält Wittmann in die Kolonne der Engländer. Halten, schießen, fahren. Ununterbrochen schießt die 8,8 cm Kanone in Panzer und andere Fahrzeuge. Der Kampflärm alarmiert die übrigen Panzer der Deutschen. Wittmann`s Männer schießen die sichernden Aufklärungspanzer der 8. Husaren zusammen, die übrigen Tiger der schweren SS Panzerabteilung 501 dringen in den Ort ein und beteiligen sich mit Wittmann an der Ausschaltung der tödlichen Gefahr. Wittmann schießt alle Halbkettenfahrzeuge, sowie ein Dutzend Panzer ab, beteiligt sich dann mit den anderen Tigern an der Säuberung des Ortes. Die Engländer unter Major French`s Pak Abteilung wehren sich verzweifelt und es gelingt ihnen auch, Wittmanns Panzerkette zu zerstören. Der kann mit seiner Besatzung ausbooten. Dieser Angriff markiert das Ende des britischen Angriffs auf die rückwärtigen Stellungen der Deutschen. Der Divisionskommandeur der 7. Panzer, Erskine, zieht sich in der Nacht zurück. Ingesamt verlieren die Engländer in der „Schlacht von Villers Bocage“ 25 Panzer, in der Mehrzahl „Cromwells“, 14 Halbkettenfahrzeuge und ein Reihe anderer Fahrzeuge. Michael Wittmann erhält am 22. Juni die Schwerter zum Ritterkreuz, wird zum SS Hauptsturmführer befördert, fällt aber am 8. August im Kampf gegen fünf Shermans in der Nähe von Cintheaux. Auf sein Konto gehen 138 Panzer- und 132 Pak-Abschüsse.

Bei Ebbe werden die riesigen LSTs an Utah Beach entladen.
Der Mulberry Hafen am Omaha Beach vor dem großen Sturm.
In der Zwischenzeit arbeiteten die Alliierten fieberhaft an der Verbesserung ihre Nachschubsituation. Die Versorgungsquoten pro Mann bei den drei Armeen waren sehr unterschiedlich. So betrug sie bei den Amerikanern 30 Pfund, bei den Engländern 20 Pfund und bei den Deutschen  5 Pfund. Um die ungeheuren Mengen an Munition, Treibstoff und Nahrungsmitteln sicher zu stellen, hatten sie – wissend, dass der Hafen Cherbourg erst viel später einsatzbereit sein sollte -  vorgesorgt. Sie brachten ihre Häfen einfach über den Kanal mit. Mit einem enormen Aufwand an Mensch und Material wurden zwei schwimmende Häfen, die so genannten Mulberries, über den Kanal geschleppt und bei Arromanches und bei Omaha Beach verankert. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni verschlechterte sich das Wetter rapide und Sturm kam auf. Das Resultat war deprimierend für die Befürworter des ungeheuer kostspieligen Mulberry Unternehmen. Der Hafen bei Omaha Beach war derart zerstört, dass er nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte. Den britischen Hafen bei Arromanches erwischte es nicht so schwer und konnte in Betrieb gehalten werden. Dennoch wird heute, 60 Jahre nach der Landung, bezweifelt, ob der Aufwand sich für die Alliierten gelohnt hat. Wie sich später herausstellte, waren die Methoden der Amerikaner, mit LSTs direkt auf den Strand zu fahren, effektiver und schneller.

"Rhino" Fährprahm nähert sich mit Schlepper den Stränden.
Mulberry Hafen bei Arromanches
Der Verlust des US Mulberry Hafens bestärkte die Amerikaner, Cherbourg und seinen leistungsfähigen Hafen schnellstens einzunehmen. Das gestaltete sich zunächst schwierig, da die 90. US Infanteriedivision sich als echte Niete entpuppte. Das 1. Batallion flüchtete bei der ersten Feindberührung, und die anderen Bataillone wagten sich nicht aus ihren Stellungen. Auch die Ablösung des kommandierenden Generals MacKelvie und zwei Oberste (Colonel) änderte an dem desolaten Zustand dieses Verbandes nichts.

Der Bocage, Heckenlandschaft, in der Normandie
Aufklärung über Cherbourg am 21. Juni, 1944.
Zum Glück gab es die Fallschirmtruppe der 82. Luftlandedivision und die erprobte 9. Infanteriedivision, die den Druck auf die Deutschen erhöhte. Rommel wollte die Cotentin Halbinsel räumen, doch Hitler bestand auf der Verteidigung Cherbourgs und bestimmte die Kampfgruppe von Schlieben mit der Verteidigung der Stadt, die zwar starke Seebefestigungen aufwies, landeinwärts aber offen wie ein Scheunentor war. Am 17. Juni empfing Hitler Rundstedt, Blumentritt, Rommel und Speidel in seinem FHQ in Marginal bei Soisson. Rommel wies wieder einmal darauf hin, dass die Kämpfe in der Normandie die eigentliche Invasion wären, was von Hitler vehement bestritten wurde. Hitler verwies auf Zahlen der Fremde Heere West (militärischer Geheimdienst), die ihm bestätigt hätten, dass weitere 80 Divisionen in England auf die eigentliche Invasion warten würden. Aus diesem Grunde gab er auch die 15. Armee für ihren Einsatz in der Normandie nicht frei. Der Beweis, wie effektiv die Alliierten die wahren Entscheidungen tarnen konnten.

zerstörte Hafenanlagen in Cherbourg.
Deutsches Munitionslager explodiert im August 1944 bei Cherbourg.
In der Zwischenzeit hatten sich die Amerikaner bis auf die Stadtgrenze von Cherbourg herangearbeitet. Die deutschen Kräfte waren nur noch Schatten ihrer selbst. Dazu gesellte sich der Mangel an Vorräten. Generalleutnant Stegmann versuchte einen Ausbruch, in dem er seine Kräfte zwischen Meer und Sumpfwiesen an den GIs vorbeiführte. Dabei ging allerdings die Artillerie und der Fuhrpark verloren. Stegmann selbst wurde bei diesem Unternehmen getötet. Er war der fünfte deutsche General, der seit dem Beginn der Invasion gefallen war.
Drei US Divisionen traten nun an zum Sturm auf Cherbourg. Einige deutsche Einheiten lieferten den Amerikanern einen heißen Kampf, andere gaben schnell auf und zogen die Gefangenschaft dem Tode vor. Am 25. Juni nahm das 47. US Infanterieregiment Fort Roule ein. Damit hatten die GIs einen perfekten Aussichtsplatz.. Am 26. Juni fiel der Ortsteil Octeville und von Schliebens HQ, welches in einem zum Bunker ausgebauten Stollen unterhalb des Vororts Saint-Sauveur untergebracht war, drohte ausgeräuchert zu werden. Tausend Deutsche steckten in einer Falle, in der sie zum einen dem Tod durch Ersticken ausgesetzt warne (es gab keine Lüftung) oder zum anderen sich den GIs ergeben mussten. Von Schlieben ergab sich, nachdem er von Aktivitäten einer großen Sprengung der Amerikaner Kenntnis erhielt.

Gefangene Deutsche in Cherbourg.
Von Schlieben schloss aber eine Gesamtkapitulation all seiner Streitkräfte aus und ermöglichte seinen Pionieren den Hafen für lange Zeit  unbrauchbar zu machen. Das Arsenal ergab sich  am 27. Juni . Der Kommandant des Hafens, Kapitän zur See Witt, floh mit einem Segelboot zum westlichsten Fort am äußersten Ende des großen Deiches, wo er sich noch 48 Stunden hielt. Das letzte deutsche Widerstandsnest auf der Halbinsel La Hague ergab sich erst am 1. Juli. Das Ziel der Amerikaner, den Hafen von Cherbourg binnen weniger Tage zu eröffnen, blieb verwehrt. Die Verwüstungen waren derart, dass es Wochen dauerte, bis ein Frachter gelöscht werden konnte.

Sherman mit Heckenpflug
Gefangene Deutsche in Cherbourg.
Am 1. Juli schlug von Rundstedt auf Vorschlag von General Hausser, dem ersten SS General, dem eine Armee , die 7. (nach dem Herztod von General Dollmann), übertragen wurde und Rommel vor, die Front bis Villers Bocage und St. Lo zurückzunehmen. Hitler lehnte ab. Daraufhin bat  von Rundstedt um seine Entlassung, da ihm jegliche Initiative versagt bliebe. Keitel fragte ihn, was sie denn seiner Meinung nach tun sollten. Von Rundstedt: „Frieden schließen, ihr Narren! Was denn sonst?“

Churchill Panzer auf dem Weg zur Höhe 112
Churchill Panzer auf Höhe 112
Seit Tagen fesselte Montgomery mit seinen Kräften die besten deutschen Divisionen. Seine Taktik, die Deutschen bei Caen in einen Zermürbungskrieg ihre wertvollen Resourcen aufzubrauchen trug langsam Früchte. Am 27. Juni gelingt es der 11. englischen Panzerdivision , einen Brückenkopf über die Odon zu bilden  Infernalisches Artilleriefeuer bereitet den Angriff vor, der beabsichtigt, zur Orne vorzustoßen, die beherrschende Höhe 112 zu nehmen und Caen im klassischen Umfassungsangriff zu nehmen. So der Schlachtplan für die Operation Epsom, die das komplette VIII. Korps mit drei der besten britischen Divisionen für den Angriff vorsah: die 15. Schottische Infanteriedivision, die 11. Panzerdivision und die 43. Wessex Infanteriedivision. Dies war der dritte Versuch Montgomerys Caen zu nehmen.

Britische Panzer auf Höhe 112
Panzerwerfer 42 auf Sdkfz 4-1
Der Angriffsstreifen zwischen dem Flugplatz Carpiquet und der Ortschaft Rauray ist 6,5 km breit. 60.000 Briten mit 600 Panzern und mehr als 700 Geschützen hämmerten seit dem 26. Juni ab 07.30 auf die deutschen Verbände ein. Am 28.  bekam die deutsche Front Verstärkung durch drei SS Panzerdivisionen. Die 9. und 10. SS Panzerdivision, die aus Polen abgezogen wurde, sowie die 1. SS Panzerdivision, die nach ihrem Russland Einsatz zur Auffrischung nach Belgien verlegt worden war. Alle drei Einheiten waren nicht voll kampffähig. Und dennoch wurden diese Kräfte in einen Gegenangriff geschickt. Vergeblich. Panzer der 2. britischen Panzerdivision hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die heftig umkämpfte Höhe 112 erreicht. „Wer die Höhe 112 beherrscht, beherrscht die Normandie“ ist das Zitat eines französischen Militärs und diese Weisheit hat sich sowohl bei den englischen als auch bei den deutschen Kommandeuren verinnerlicht.

General Walter Dornberger.
Nebelwerfer
Zunächst lässt Gruppenführer Bittrich, Kommandeur des II. SS Panzerkorps, am 30. Juni die Nebelwerfer in Aktion treten. Der Nebelwerfer hatte mit Nebel als Tarnmittel nichts zu tun.  Es war nur der Tarnname für den ersten Raketenwerfer der Welt, auch Do-Werfer genannt. Do steht für General Dornberger, der später als verantwortlicher Offizier Peenemünde leitete und Werner von Braun mit seinen Leuten die V 2 Front reif entwickeln ließ. Die Wirkung dieser Waffe war beeindruckend, doch lag die Reichweite ( 9 – 10 km) weit unter der der normalen Artillerie, was enorme Verluste unter den Werferbedienungen verursachte. Diese Do-Werfer halten nun die Engländer auf. Dann rollen die Tiger von SS Obersturmbannführer Max Wünsche auf die Höhe und werfen die Engländer. Epsom ist gescheitert. Die deutsche Front hält.

Brigadeführer Kurt "Panzer" Meyer
Bazooka im Einsatz
Anfang Juli werden die Figuren auf dem deutschen Schachbrett rochiert. Anstelle von Feldmarschall von Rundstedts soll nun von Kluge die Geschicke der Westfront leiten. Desgleichen wurde General Geyr von Schweppenburg von der Führung der Panzergruppe West abberufen. Eine späte Genugtuung für Rommel, der die Strategie des Panzereinsatzes der beiden Entlassenen nie billigte. Einige Tage herrschte Ruhe an der Caen Front. Die nutzte man, um 2/3 der Panzer Lehrdivision nach Saint Lo zu verlegen. Dies schwächte die Caen Front und sollte sich bitter rächen, denn die Briten starteten eine weitere Offensive. Sie nahmen den Flugplatz Carpiquet gegen den erbitterten Widerstand von 100 Hitlerjungen der 12. SS Panzerdivision.
 Am 9. Juli drangen sie in Caen ein. Die Stadt war nicht länger zu halten. SS Standartenführer Kurt „Panzermeyer“ Meyer tat etwas, was seine Heeres Kollegen nicht so häufig wagten. Er weigerte sich seine Soldaten sinnlos zu opfern, und nahm sie über die Orne auf deren rechtes Ufer zurück. Seine Infanteriestärke war die eines Bataillons. Aber Rommel hielt den Zugang über die Orne und  verweigerte Montgomery den Zugang zum freien Gelände.

Oberstgruppenführer Sepp Dietrich
Arromanches
Am 17. Juli inspizierte Rommel das I. SS Panzerkorps, dessen Befehlshaber Sepp Dietrich war, der ehemalige Kommandeur der „Leibstandarte“ und einer der ältesten und fanatischsten Hitler Anhänger. Voller Verbitterung erklärte nun Dietrich Rommel, dass die Lage unhaltbar geworden sei, dass alles sinnlos zu werden beginne, und dass es nicht möglich sei, den Krieg ohne Nachschub, ohne Ersatz und vor allem ohne Luftunterstützung zu führen. Auf die eine oder andere Weise müsse man ein Ende machen. Die Divisionskommandeure Bittrich und Meyer äußerten sich ähnlich. Es war augenscheinlich, dass selbst die Treuesten der Treuen den Glauben an den Führer verloren.