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„Iphigenie auf Tauris“.

Satellitenforo der Krim
In grauer Vorzeit war das Gebiet der heutigen Krim als Tauris, (russisch Tavrida) bekannt. Dieses Gebiet war Heimat zweier Stämme, die Iphigenie, in Euripedes Drama „Iphigenie bei den Taurer“, gefangen nahmen; der klassische Vorläufer zu Johann Wolfgang von Goethes späterem Drama „Iphigenie auf Tauris“. Der Stamm der Tauren ging zunächst in dem Stamm der Kimmeriern auf, und später in dem der nachrückenden Skythen, die dann von griechischen Einwandern im 6. Jahrhundert vor Christus von der Küste verdrängt wurden.
 

Chersones
Die östliche Krim sah zunächst die Gründung von griechischen Koloniestädten, aus denen sich bald das Bosporanische Reich mit der Hauptstadt Panticapaeum, dem heutigen Kretsch entwickelte; der wichtigste Hafen war Theodosia, das heute Feodosia heißt. Im Westen der Halbinsel gründeten Griechen aus Heraclea Pontike die Städte Chersones, die am Südufer der größten der insgesamt 38 Buchten von Sewastopol liegt, und Kerkinitida, das heutige Yevpatoria an der Westküste der Halbinsel. Den Griechen gelang es nie, die gesamte Halbinsel zu erobern und mussten sich dauernd gegen Angriffe der Skythen, einem iranischen Nomadenvolk, und den kriegerischen Sarmaten, einem nordiranischen Volk, das mit den Skythen verwandt war, erwehren. Dennoch war die Krim die Kornkammer des antiken Griechenlands.
 

Es gibt wenige Anzeichen, die Jalta mit den Griechen verbindet; bis auf den Namen, der einfach nur Ufer bedeutet. Der heutige Kur- und Urlaubsort an der subtropischen Südküste der Krim und mit dem Klima von Nizza vergleichbar, wurde durch die Konferenz von Jalta mit Winston Churchill, Stalin und Franklin D. Roosevelt, auf der 1945 über das Schicksal des besiegten Deutschland entschieden wurde, berühmt. Der Legende nach brachte ein Sturm griechische Seeleute vom Kurs ab und verloren anschließend im Nebel die Orientierung. Als der Morgen graute und der Nebel sich lichtete, sahen sie die grüne Küste und sollen „Jalos, Jalos“ (Ufer,Ufer) gerufen haben. Daher Jalta.
 

Sarmantia und Scythia

Nachdem das Bosporanische Reich nacheinander von Goten, Hunnen und Chasaren erobert worden war, blieben viele Griechen auf der Krim, das nun Teil des Byzantinisches Reiches wurde. Im Jahre 965 gehörten 16.000 Krim-Griechen einem gemeinschaftlichen byzantinisch- Kiewer-Rus-Armee (mittelalterlicher Vorläuferstaat der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland, mit Zentrum in Kiew)an, die in Bulgarien einfiel. Daneben blieben auch die orthodoxen Klöster erhalten, die eine starke Bindung zum Kloster am Berg Athos pflegten.
 

Die Römer kamen erst im 1. Jahrhundert auf die Krim und gründeten Protektorate und Marinebasen in Chersones und dem Bosporanischen Königreich im Osten der Halbinsel. Es gab auch römische Festungstruppen in verschiedenen Forts, die an strategischen Punkten der Küste errichtet wurden, so wie dem Ai-Todor Vorgebirge. Später verloren sie sie an die Goten im 4. Jahrhundert. Nur Chersones wurde Teil des Byzantinischen Reiches und verblieb bis zum 13. Jahrhundert unter der Kontrolle Konstantinopels, als es von den Horden Dschinghis Khans überrannt wurde.
 

Dschingis Khan Bildnis aus dem 14. Jahrhundert
Jahrhundertelang war die Krim ein Spielball der Kräfte zwischen dem Byzantinischen Reich, dem Chasarischen Khanat, einem Turkvolk ungeklärter Herkunft in Zentralasien, den Kiewer-Rus und nomadischen Stämmen, wie den Kumanen und Kyptschaken. Dann, im Jahre 123, tauchte Dschinghis Khan auf der Krim auf. Er einigte die mongolischen Stämme der heutigen zentralen und nördlichen Mongolei und führte sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker. Nach der Ernennung zum Großkhan aller Mongolen begann er mit der Eroberung weiterer Gebiete; im Osten bis an das Japanische Meer und im Westen bis zum Kaspischen Meer. Um dieses Reich zu verwalten, ließ er eine eigene Schrift entwickeln und etablierte schriftliche und für alle verbindliche Gesetze. Die Mongolen, die brandschatzenden und plündernden Sturmtruppen des Dschingis Khan wurden in Europa auch Tataren genannt. Tatar, das vom griechischen Tartaros abgeleitet ist, bedeutet nicht anderes als „die aus der Hölle kommen.“ Tataren beteten Mongke Koko Tengre an, den “ewig blauen Himmel”, der allmächtige Geist, der Gut und Böse kontrolliert und glaubten, mächtige Geister wohnten im Feuer, Wind und fließendem Wasser.
 

Tataren
Die Krim wurde Teil dieses mächtigen Reiches, das sich von China bis weite nach Moskau und bis hinter Kiew erstreckte. Wegen der ungeheuren Größe des Reiches war eine totale Kontrolle Dschinghis Khans unmöglich. Daher erfreuten sich die Krimtataren einer gewissen Autonomie.
 

Ihre erste Hauptstadt war bei Qirim, dem heutigen Stary Krym, das es auch bis ins 15. Jahrhundert blieb. In dieser Zeit verschwand der bis dahin gültige Name Tavrida für die Halbinsel immer mehr und wurde durch Krym ersetzt. Dann änderten die Taren ihre Meinung und machten Bakhchisari zu ihrem politischen Zentrum.
 

Handelsfreiheit

Marco Polo vor Kublai Khan
Die Ausdehnung des Reiches und die Macht des Khan sorgte nun dafür, dass Kaufleute und Reisende sorgenfrei nach West und Ost reisen konnten. Die Tataren schlossen Handelsabkommen mit den Genuesern, den Venetianern und Sudak und Kaffa prosperierten dadurch enorm. Auf seiner Reise an den Hof des Kublai Khan im Jahre 1275 machte Marco Polo einen Zwischenstopp in Sudak.
 

Wie alle großen Reiche wurde auch das Tatarenreich durch die Kulturen geprägt, mit denen es bei seiner Expansion in Berührung kam. 1262 schrieb der Mameluk Sultan Baybars, der in Qirim geboren war, an den Khan schrieb und vorschlug, die Taten sollten zum Islam übertreten. Das war der Anfang der Islamisierung und bereits im Jahre 1314 stand bereits die erste Moschee in Stary Krim, erbaut von Khan Uzbek.
 

Hansaray - Palast der Krimtataren
1475 überrannten die ottomanischen Türken die Krim und nahmen Khan Mengli Girei bei Kaffa gefangen, um ihn anschließen als ihren Repräsentanten einzusetzen. Später wurden alle Krim Khans von Konstantinopel ernannt, ohne ihnen ihre Autonomie zu nehmen. Für die nächsten drei Jahrhunderte übernahmen die Tataren die Macht und entwickelten sich zu einem Dorn in der Seite des aufstrebenden Russland. Im 15. Jahrhundert wurde auch der große Palast in Bakhchisarai errichtet.
 

Der russisch-türkische Krieg von 1686

1686 begann der russisch- türkische Krieg, nachdem Russland der anti-türkischen Koalition von Österreich, Polen und Venedig beigetreten war. Während dieses Krieges unternahmen die Russen 1687 und 1689 ihre Krim-Feldzüge, sowie die Asow-Feldzüge in den Jahren 1695 und 1696. Angesichts der Vorbereitungen für den Krieg mit Schweden und den Friedenschlüssen anderer Kriegsparteien von Karlowitz im Jahre 1699, schlossen 1700 die Russen ebenfalls mit dem Ottomanischen Reich den Friedensvertrag von Konstantinopel.
 

Katharina II. (die Große)
Katharina die Große übernahm die Krim von den Ottomanen 1783 und errichtete gleichfalls ein Protektorat in Georgien, das damit Russland Zugang zum Schwarzen Meer verschaffte. 1787 reiste die 58 jährige Kaiserin mit einer Entourage von 2.300 Leuten von Sankt Petersburg zur Krim. Dort wurde sie von 12.000 tatarischen Reitern begrüßt, die sie zum Palast von Bakhchisarai begleiteten. Dort wurde eine Gedenktafel an das Treffen aufgehängt, die noch heute zu sehen ist. Von dort reiste sie nach Sewastopol, um den Generalgouverneur Prinz Potemkin, den späteren Prinzen von Tavrida, zu treffen. Dort sah sie zum ersten Mal die Schwarzmeerflotte.
 

Bald darauf erklärte das ottomanische Reich Russland den Krieg und es sollten vier Jahre vergehen, bis die Türken nach einer Serie von Niederlagen zur See kapitulierten und die Realität des Besitzerwechsels der Krim vom ottomanischen zum russischen Reich akzeptierten.
 

Der nächste Schritt Katharina der Großen war eine dramatische Veränderung der Bevölkerung der Krim. Sie glaubte, dass auf Dauer nur eine russische Besiedelung Ruhe brächte. Nicht nur Russen, auch Ukrainer, Bulgaren, Armenier und Deutsche wurden von ihr ermuntert, sich auf der Krim niederzulassen; ein Prozess, der bis ins 19. Jahrhundert anhielt. Einige Tataren emigrierten in die Türkei, die meisten aber blieben. Bereits 1863 überwog die Zahl der Einwanderer die der einheimischen Tataren.
 

Niedergang des Osmanischen Reiches

Baron Wrangel
Der Niedergang des Ottomanischen Reiches im 19. Jahrhundert führte zu einem komplexen internationalen Ringen zwischen den Großmächten Europas. Der Krimkrieg von 1854-1856 verwüstete die ökonomische und soziale Struktur der Krim. Krimtataren mussten wegen Verfolgung und Konfiszierung ihres Landes und anderer Kriegsumstände massenweise ihre Heimat verlassen. Diejenigen, die die Reise, Krankheiten und Epidemien überstanden, ließen sich dann in Dobruja, Anatolien, und anderen Teilen des ottomanische Reiches nieder. Zum ersten Mal waren sie eine Minderheit in ihrem eigenen Land; die Mehrzahl lebte in einer Diaspora. Erst als der sonst fruchtbare Boden zu verkommen schien, stoppten die russichen Behörden den Exodus. Während des russischen Bürgerkrieges galt die Krim als eine Hochburg der anti-bolschewistischen Weißen Armee und es war hier auf der Krim, dass die Weißen unter General Wrangel ihren letzten Widerstand gegen die Rote Armee 1920 leisteten.
 

Livadia Palast
1825 wurde der Oreanda Besitz in der Nähe Jaltas vom Zarenhaus als seine Sommerresidenz für Alexander I. gekauft. Sein Nachfolger, Nikolai I., baute dann einen Palast und genehmigte den Ausbau eines völlig neues Stadtteiles von Jalta. Der Palast ging bei einem Feuer verloren, doch der Park blieb. 1850, nach dem Ende des Krim-Krieges, wurde der Livadia Besitz für Alexander II. gekauft und zu einem Palast umgebaut. In dieser Zeit entstanden auch die Paläste von Massandra and Alupka. De Anwesenheit königlicher Familien lockte auch Aristokraten und reiche Kaufleute an, die hier Häuser bauten und in Jalta investierten und damit die Stadt wie auch die Umgebung wachsen und gedeihen ließ. Daraus wurde dann schließlich Russlands mondänster Badeort.
 

Im 19. Jahrhundert wurden neue Methoden zum Ackerbau und Viehzucht, inklusive Weinanbau, den die kleine Kolonie der Deutschen forcierte, eingeführt. Es waren die Grafen Golitsyn und Vorontsov, die die ersten Weinberge gründeten. Diese beiden waren auch für große Straßenbauvorhaben, insbesondere der Strasse von Jalta nach Simferopol verantwortlich.
 

Panzerkreuzer Potemkin

Filmplakat zu "Panzerkreuzer Potemkin", 1926
Im Herbst 1905 begann das Zentrale Komitee der Sozialdemokratischen Organisation der Schwarzmeerflotte mit Vorbereitungen eines simultanen Mannschaftaufstandes auf allen Schiffen der Flotte. Wenige Monate später, am Morgen des 14. Juni, begann der verfrühte und spontane Aufstand. Das Schlachtschiff »Fürst Potemkin von Taurien« lag nahe der Hafenstadt Odessa vor der Insel Tendra, um Schießübungen durchzuführen. Die Stimmung an Bord war überaus angespannt. Auf den Schiffen der russischen Marine unterschieden sich die Lebensbedingungen der Offiziere und Mannschaften in besonders krasser Weise: Die Marineoffiziere bewohnten regelrechte Luxuskabinen und schlemmten in den Offiziersmessen, während die Mannschaften zusammengepfercht waren und jämmerliche Kost vorgesetzt bekamen. Darüber hinaus herrschte unter den Matrosen Empörung über das unmenschliche Verhalten und die Brutalität der Befehlshaber.
 

Potemkin-Filmposter
An diesem Morgen waren auf dem Oberdeck der »Potemkin« Rinderhälften aufgehängt, die für die Mannschaftssuppe gekocht werden sollten. Die Matrosen stellten fest, dass das Fleisch faulig roch und von Maden durchsetzt war. Sie riefen den Schiffsarzt Smirnow herbei - und der befand, das Fleisch sei in Ordnung, es brauche lediglich mit Salzwasser abgewaschen zu werden. Als die Schiffsglocke zur Mittagspause läutete, erschien nicht ein einziger der 600 Matrosen zur Essensausgabe. Kapitän Golikow sah darin eine Meuterei. Er befahl alle Mann an Deck und ließ etwa 30 Matrosen an die Bordwand stellen. Dann rief er die bewaffnete Wache herbei, und der 1. Offizier gab den Befehl, die abgedrängten Matrosen zu erschießen. Als die Männer der Wache sich weigerten zu feuern, kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf die Matrosen den Schiffsarzt und mehrere Offiziere über Bord warfen. Der Wortführer der Matrosen, Wakulentschuk, wurde tödlich verwundet, der Kapitän und der 1. Offizier von den rebellierenden Matrosen erschossen. Die Aufständischen hissten auf dem Schiff die rote Flagge, und die »Potemkin« ging noch am Abend des 14. Juni - in Begleitung des Torpedobootes Nr. 267, das sich ihm angeschlossen hatte - auf der Reede von Odessa vor Anker.
 

Die Arbeiter der Stadt befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Generalstreik. Die Matrosen der »Potemkin« versäumten es jedoch, eine bewaffnete Landegruppe zur Unterstützung der Streikenden zu entsenden. So konnte zaristisches Militär den Streik blutig niederschlagen. Unterdessen hatte fast die gesamte russische Schwarzmeerflotte Kurs auf Odessa genommen, um die »Potemkin« zu stellen oder zu versenken. Das Schiff verließ daraufhin den Hafen und begegnete auf hoher See dem großen Flottenaufgebot. Die Geschützbedienungen dieser schwimmenden Festungen weigerten sich indes, auf die »Potemkin« zu schießen, Teile ihrer Besatzungen grüßten offen die Aufständischen. Das Schiff lief nun den rumänischen Hafen Konstanza an, wo es festgesetzt wurde; die Matrosen emigrierten in verschiedene Länder.
 

Sergej Eisenstein
Der Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" des Regisseurs Sergej Eisenstein aus dem Jahr 1925. basierte auf tatsächlichen Ereignissen des russischen Revolutionsjahres 1905, ist in seiner Handlung aber fiktiv. Der Film wurde als einer der einflussreichsten Filme „aller Zeiten“ bezeichnet und wurde mehrfach, unter anderem in den 1950er Jahren, vom britischen Kinomagazin Sight & Sound, zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt. .
 

Desaster 1. Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg wurde zum Desaster des letzten Zaren Nikolaus II.. Teile der Ukraine gingen verloren und schwere Verluste, sowie Mangel an Nahrungsmitteln wie Munition, ließ die Moral der russischen Armee absinken. Meuterei lag in der Luft. Als die Oktoberrevolution 1917 losbrach, wurde die Krim zum Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Rote Armee Einheiten und Weißen Truppen.
 

1921 wurde die Krim als autonome Republik der Krimtataren als Teil der Sowjetunion gegründet. Das schütze die Tataren aber nicht vor Stalins Verfolgungen der 30er Jahre. Eine andere Volksgruppe, die zu leiden hatte, war die der Griechen, von denen bereits die meisten ihre Bauernhöfe während der Kollektivierung verloren hatten. Griechische Schulen wurden geschlossen, griechische Literatur verbrannt. Wegen ihrer Vorstellung des freien Handels, ihrer Beziehungen zu kapitalistischen Griechen und ihrer unabhängigen Kultur wurden sie als Konterrevolutionäre abgestempelt.
 

Churchill, Roosevelt und Stalin in Jalta
Der 2. Weltkrieg sah die Rückkehr der Deutschen, die die gesamte Halbinsel nach dem Fall von Sewastopol im Jahre 1942 besetzten und sie bis zum Frühjahr 1944 verwalteten. 1945 wählte Stalin für sein Treffen mit der britischen Premier Winston Churchill und dem U.S. Präsidenten Franklin D. Roosevelt den Livadia Palast in der Nähe von Jalta als Bühne für die Konferenz von Jalta. Die „großen Drei“ entschieden hier über das Schicksal des besiegten Deutschland, und legten die Grundlagen für die Vereinten Nationen.
 

Massendeportationen

Nach dem Ende des Krieges verlor die Krim wegen der Kollaboration der Krimtataren mit der deutschen Wehrmacht und den Geschehnissen der 30er Jahre ihren Status als autonome Republik. Obwohl mehr als 50.000 Tataren in der Roten Armee gegen die Deutschen gekämpft hatten, zerstörte Stalin die Nation der Tataren und organisierte ihre Massendeportation – 220.000 Menschen – nach Zentralasien; mit ihnen gingen auch 70.000 Krim-Griechen. Erst 1956, auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 kritisierte Chruschtschow in der so genannten „Geheimrede“ den Personenkult um Stalin und die damit verbundenen Verbrechen (Entstalinisierung). Doch es sollte noch bis zum Untergang der Sowjetunion dauern, bis die Tatarenfamilien und Angehöriger andere deportierten Volksgruppen wieder zurückkehren durften.
 

Sewastopol
Unter der Sowjetherrschaft prosperierte die Krim als eine Touristenhochburg; neue Hospitäler und Erholungsheime für die Werktätigen wurden errichtet. Urlauber aus dem gesamten Riesenreich der Sowjetunion verbrachten hier ihren Urlaub und die Bürger der DDR machten die Krim zum Mallorca des Kommunismus. Die Infrastruktur wurde verbessert, Industrie wurde in den Häfen Kertsch, Sewastopol und in der Hauptstadt Simferopol angesiedelt. In dieser Zeit verdoppelte sich die Bevölkerung der Russen und Ukrainer. Um 1989 lebten hier 1,6 Millionen Russen und 626.000 Ukrainer.
 

Türken bauten die Festung Yenikale im 18. Jahrhundert bei Kertsch (Kerč)
Der Ukrainer Nikita Chruschtschow machte 1954 die Ukraine zu einer Republik der Sowjetunion. 37 Jahre später, 1991, erklärte die Ukraine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ihre Unabhängigkeit. Natürlich wurde von der Mehrheit der russisch sprechenden Bevölkerung versucht, dies rückgängig zu machen, doch es war ein vergeblicher Versuch. Heute ist die Krim wieder eine autonome Republik innerhalb der Ukraine.