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Die Jakobiten und die Schlacht von Culloden

James II., König der Schotten, König von England und König von Irland
Im Jahre 1688 war König James VII. von Scotland und II. von England und Irland erst drei Jahre im Amt und schon wurde er von vielen Menschen abgelehnt. Die meisten Protestanten wollten nicht von einem katholischen König regiert werden, der zu allem Übel auch nicht mit seinem Parlament gut auskam. Als seine zweite Frau Maria Beatrix von Modena , die Tochter von Alfonso IV., dem Herzog von Modena, einen Sohn gebar, Prince James Francis, rückte die dauerhafte Etablierung einer katholischen Dynastie in den Bereich des Möglichen. Englische Adelige und auch die anglikanischen Bischöfe stimmten nun mehrheitlich zu, die protestantische Tochter des Königs, Maria, und ihren kalvinistischen Ehemann, Wilhelm von Oranien, den Generalstatthalter der Niederlande, ins Land zu rufen und ihnen gemeinsam die Krone anzutragen.
 

William III.
Dieser folgte dem Ruf vor allem aus bündnispolitische Erwägungen. Wilhelm sah die Chance, England für das Lager der Gegner König Ludwigs XIV. von Frankreich zu gewinnen. Nach der Einladung durch das Parlament setzte Wilhelm von Oranien im Herbst 1688 mit einer starken Söldnerarmee nach England über, um dem „bedrängten englischen Volk“ zu Hilfe zu eilen. Seine Landung war die einzige erfolgreiche Invasion Englands seit 1066. James II., militärisch anfangs überlegen, sah sich auf Grund zahlreicher Fehleinschätzungen und Verhaltensfehler schon bald einer starken Opposition selbst unter den eigenen Anhängern gegenüber und floh nach Frankreich. Das Staatssiegel warf er auf seiner Flucht in die Themse. Dies wurde von seinen Gegnern als Abdankung interpretiert, so dass seine Tochter und sein Schwiegersohn als Mary II. und William III. den vakanten Thron besteigen konnten.
 

Jakobiter 1745 by John Pettie
Im März 1689 trat das in aller Eile neu gewählte Convention Parliament (Der Begriff Convention Parliament wurde bei drei englischen Parlamenten verwendet: 1399, 1660 and 1689) in Edinburgh zusammen. König James und König William hatten Briefe geschickt, in denen sie die Mitglieder des Parlaments dazu aufforderten ihre Wahl zum König zu treffen. Sie erwählten William. Da er bereits König William III. von England war, wurde er auch William II. von Shottland. Aber nicht alle waren damit einverstanden. James hatte Gönner, die sich selbst Jakobiten (lateinisch Jacobus = James) nannten. Einer der Jakobiter, General Hugh Graham of Claverhouse, Viscount Dundee, auch bekannt als Bonnie Dundee, war so wütend, dass er unter Protest mit 50 Anhängern die Stadt verließ und einen Aufstand anzettelte. Er hisste das Banner von König James auf Dundee Law, einem großen Hügel bei Dundee, und zog eine Armee in den Highlands zusammen.
 

Jakobiter zehen Kapital aus dem Sieg

Hugh Mackay
Er schlug am 27. July 1689 eine Regierungsarmee, angeführt von General Hugh Mackay of Scourie, in der Schlacht von Killiecrankie, wurde dabei aber tödlich verwundet. Die Aufständische Jakobitenarmee war aber unfähig Kapital aus der gewonnen Schlacht zu ziehen und unterlag nur einen Monat später von nur 800 Regierungstruppen in der grausamen Schlacht bei Dunkeld geschlagen. Schließlich führte eine Reihe von Strafexpeditionen im Mai 1690 zur Niederlage der Jakobiten und die letzten Hoffnungen schwanden mit der verlorenen Schlacht von Boyne am 1. Juli 1690. Ein Jahr später waren die Jakobiter gezwungen, einem Waffenstillstand zuzustimmen. Die Clan Chefs wandten sich mit der Bitte an James, sich König William III. unterwerfen zu dürfen und im Januar 1692 ergaben sie sich formell der Regierung.
 

James Francis Edward Stuart, the old Pretender
1701 starb James II. Sein Nachfolger war sein Sohn, James Francis Edward Stuart. Er wurde als König James III. von England und König James VIII. von Schottland von den Königreichen Frankreich, Spanien, Modena und dem Pabst anerkannt. Von seinen Verleumdern erhielt er den Spitznamen Old Pretender (Alter Scharlatan). Am 8. März 1702 starb König William an einer Lungenentzündung, Spätfolge eines Pferdesturzes. Die Jakobiten sprachen darauf einen Toast auf „den kleinen Herrn in schwarzem Samtrock“ (“the little gentleman in the black velvet waistcoat“) wobei damit ein Maulwurf gemeint war, der für den Sturz verantwortlich gemacht wurde. Jahre später umschrieb es Sir Winston Churchill, in seinem Buch “History of the English Speaking Peoples”, ein wenig anders: Der Sturz “öffnete die Falltür zu einer Unzahl heimlicher Feinde.”
 

Acts of Union

Acts of Union 1707
So kamen zu den hartgesottenen James Anhänger auch diejenigen, die allgemein unzufrieden waren. Das Jakobitertum wurde dadurch zu einem Auffangbecken auch für solche, die einen Groll gegen die Regierung hegten. Die Vereinigunsgesetze von 1707, die Acts of Union, boten für beide Länder Vorteile: Die schottische Wirtschaft konnte daran gehen, sich zu sanieren, da sie fortan unbegrenzten Zugang zu den für Schottland lebenswichtigen Märkten in England und dessen Kolonien hatte. Der schottische Staat, faktisch bankrott war, konnte seine Schulden nunmehr auf London abwälzen und die Gläubiger der Company of Scotland wurden durch England vollständig entschädigt.
 

Highlander
England hingegen konnte nun die protestantische Erbfolgeregelung des Act of Settlement in beiden Ländern durchsetzen und musste nicht mehr befürchten, dass Schottland das alte Bündnis mit Frankreich, die Auld Alliance, erneuerte und dadurch die Nordflanke Englands im Spanischen Erbfolgekrieg plötzlich feindliches Territorium wäre.
 

Rüstung von Viscount Dundee in der Schlacht von Killiecrankie
Die Ratifizierung der Unionsakte kam allerdings nur unter großem Protest der Bevölkerung zustande: Im neu entstandenen Vereinigten Königreich Großbritannien galt die protestantische Erbfolgeregelung des Act of Settlement. Das Parlament in Edinburgh wurde aufgelöst und Schottland entsandte fortan 45 Commons und 16 Peers ins neue britische Parlament nach Westminster. Die Eigenständigkeit der Church of Scotland und der Erhalt des schottischen Rechtssystems wurden garantiert und erhebliche wirtschafts- und steuerpolitische Konzessionen an Schottland festgesetzt.
 

Franzosen unterstützen Rebellen

James the old pretender
Die Tinte war kaum trocken, da wurde der Vertrag bereits öffentlich in Misskredit gebracht und schon bald war Schottland wieder reif für eine Meuterei. Die Franzosen, die mit den Engländern wieder Krieg führten, sahen eine Möglichkeit, sich hier einen Vorteil zu verschaffen. Sie wollten den neuen Jakobiten Herrscher James Stuart III. nach Schottland schaffen, damit dieser dort eine neue Rebellion startete. Es schien eine einmalige Gelegenheit, das Land neu zu einen.
 

Admiral George Byng
Die verfrühte Rebellion von 1708 war von Anfang an vom Pech, und wahrscheinlich auch Sabotage, verfolgt. Ludwig XIV. von Frankreich hatte James 30 Schiffe und 6.000 Soldaten überlassen, mit denen er von Dünkirchen abreiste. Ihre beabsichtigte Landung im Firth of Forth wurde von der Royal Navy unter Admiral Byng vereitelt. Die Navy zwang die Franzosen zu einem Rückzug um die Nordspitze Englands. Dabei verloren sie viele Schiffe und die meisten ihrer Männer.
 

George I.
Sechs Jahre später fehlten nur vier Stimmen, um im House of Lords die Union faktisch abzuwählen. Im gleichen Jahr starb Königin Anne und wurde von Georg I. aus dem Hause Hannover beerbt. Dessen ältester Sohn Georg August wurde automatisch Duke of Cornwall, Duke of Rothesay und Earl of Carrick. Von seinem Vater wurde er am 27.September 1714 zum Prince of Wales und zum Earl of Chester ernannt. Die kontroverse Frage der Thronfolge eskalierte und im darauf folgenden Jahr erhoben sich viele Edelleute und Tories, um die Stuart Monarchie wieder einzusetzen.
 

Srakophag von James Francis Edward Stuart in Rom
1715 nahm der Aufstand konkrete Züge an. John Erskine, 11. Earl of Mar, hisste die Jakobitenstandarte und erklärte James Francis Stuart zum rechtmäßigen König Schottlands. Trotz der enormen Unterstützung von Adel und mächtigen Clans, zögerte Mar. Er entpuppte sich als lausiger Heerführer und leitete eine schlecht geführte Schlacht in der Nähe von Sherriffmuir. Dort waren die Jakobiten den Hannoveraner Truppen unter dem Duke of Argyll 2:1 überlegen und doch gelang ihnen kein eindeutiger Sieg. Selbst die Ankunft und Krönung von James Stuart als König James III. verschaffte den Jakobiten keinen Vorteil. Zuletzt verlief der Aufstand im Sand, als 6.000 Holländer zur Unterstützung der Hannoveraner Regierung landeten und die Truppen von König James vertrieben. Im Dezember war die Revolte beendet und der Old Pretender floh nach Rom. Er sollte nie mehr zurückkommen.
 

Infrastruktur wird ausgebaut

John Campbell, 2. Herzog von Argyll
John Campbell, 2. Herzog von Argyll (Duke of Argyll) und 1. Herzog von Greenwich, betrachtete Jacobitismus wie viele seiner adeligen Freunde Jakobitismus als ein politisches Problem, welches dadurch zu lösen war, in dem man dem jakobitischen Adel die Vorteile einer englischen Regierung nahe brächte. Die Regierung in London sah das jedoch differenzierter. Sie sahen ein militärisches Problem, das mit militärischen Mitteln gelöst werden musste. So wie Cromwell, hatten auch sie vor, die Highlands mit Garnisonen und Kasernen wie in Ruthven zu überziehen und so die Rebellion zu beenden. Daneben wollten sie die Highlands mit einem Netz von Strassen und Brücken überziehen, das die neuen Forts miteinander verbinden und schnelle Truppenverlegungen garantieren sollte. Verantwortlich für dieses Bauprogramm war General Wade. Wade plante und baute ein Netz von fast 500 km Länge, mit zahllosen Brücken, die bis heute benutzt werden. Es war finanziell ein ungeheures Unterfangen, das erst mit Beginn einer neuen Jakobitenbedrohung verlangsamt wurde. Dies zeigt, wie ernst die Bedrohung in London empfunden wurde. (Siehe separaten Beitrag über General Wade)
 

Kardinal Alberoni
Da Frankreich in Frieden lebte, suchten sich die Jakobiten einen neuen Verbündeten und fanden ihn in Kardinal Giulio Alberoni, einem Minister des Königs von Spanien. Dieser versuchte, seine eigenen politischen Ambitionen in Europa durchzusetzen, indem er sich geschickt der schottischen Frage bediente und Britannien mit einer Flotte aus 27 Schiffen und 5.000 Mann angreifen wollte. Die meisten dieser Schiffe kamen jedoch nie an und der klägliche Rest wurde im Juni 1719 in der Schlacht im Tal von Glen Shiel von Regierungseinheiten aufgerieben. Nur war es die nächste Generation, die den ultimativ tragischen und letzten Versuch zur Wiedereinsetzung der Stuarts wagen sollte.
 

Ludwig XV.
Während des österreichischen Erbfolgekrieges von 1743 gerieten England und Frankreich wieder in einen offenen Kriegszustand. Englische Jakobiten baten um französische Unterstützung und im November 1743 befahl Ludwig XV. eine groß angelegte Invasion in Südengland für Februar 1744. Charles Edward Stuart (später bekannt als Bonnie Prince Charlie oder als Young Pretender), der mit seinemVater James Francis in Rom lebte, wurde eingeladen, die Expedition zu begleiten. Er eilte nach Frankreich, aber ein Sturm zerstörte alle Hoffnungen. England erhob Protest gegen die Anwesenheit von Charles, konnte aber nicht verhindern, das der Krieg ausbrach. Trotzdem errangen sie einen Teilerfolg, da Ludwig XV. die Idee eines Jakobitenaufstandes nicht mehr interessierte und dies Charles auch unmissverständlich mitteilte.
 

Charles finanziert eigenen Aufstand

Prince Charles Edward Stuart
Die letzte Bedrohung der Union kam mit dem Jakobitenaufstand von 1745 kam, als Charles, von den Franzosen enttäuscht, beschloss, sein eigenes Unternehmen zu finanzieren. Als er in Schottland ankam, hatte er ein Schiff und sieben enge Berater bei sich. Das zweite Schiff mit Soldaten , Waffen und Verpflegung an Bord, wurde von englischen Schiffen angegriffen und musste zurückkehren. Es kam nicht überraschend, dass die ersten Clan Chefs, die er traf, ihm rieten, nach Hause zu gehen. Doch mit Hilfe einiger Mitglieder der katholischen MacDonalds gelang es ihm seine Männer bei Glenfinnan zu versammeln. Am 19. August 1745 wurde dort das Banner gehisst und sein Vater zum König James III. und VIII. proklamiert.
 

George II.
Die Rebellion hatte einen bemerkenswerten Anfangserfolg zu verzeichnen. Viele Hannoveraner Truppen hielten sich im Ausland auf und nur eine handvoll verteidigten Schottland. Diese Tatsache, gepaart mit einer allgemeinen Meinung, nicht für Georg II. sterben zu müssen, machte eine Eroberung Edinburgh´s möglich. Mit etwa 3.000 Hochländern verschiedener Clans marschierte er auf Edinburgh zu und konnte die Stadt – nicht jedoch die Burg – am 17. September ohne nennenswerten Widerstand einnehmen. Die Garnison floh überstürzt.
 

Holyrood Palace mit dem Denkmal "Arthurs Seat"im Hintergrund
Charles, der weiterhin öffentliche Unterstützung in Schottland suchte, erklärte die Union für ungültig. Die zur Rückeroberung Edinburghs anrückenden Regierungstruppen unter Sir John Cope wurden von Charles' Hochländern am 21. September in der Schlacht bei Prestonpans vernichtend geschlagen. Nennenswerten Widerstand gab es danach in Schottland nicht mehr; lediglich die Festungen von Edinburgh und Stirling wurden von Regierungstruppen gehalten. Für gut sechs Wochen residierte der Prinz sogar im Palast von Holyroodhouse und gab dort auch noch einen großen Ball.
 

Prince Charles in Fallkirk
Die Engländer waren alarmiert. In den Strassen Londons waren die ersten patriotischen Lieder wie dieses zu hören:

        Lord grant that Marshal Wade
        Shall by thy mighty aid
        Victory bring
        May he sedition hush,
        And like a torrent rush
        Rebellious Scots to crush
        God save the King.                                                                                           

Aus diesem Lied sollte später die englische Nationalhymne entstehen.
 

Charles marschiert nach Norden

Lord George Murray
Charles und seine Armee marschierten nun in den Nordwesten Englands. Er hatte seinen Landsleuten versprochen, dass sich seine Anhänger in England dort ihnen anschließen würden. Es kamen tatsächlich englische Jakobiten – aber nicht viele. Bei Derby rieten ihm Lord George Murray und andere Clan Chefs, nach Schottland zurückzukehren um auf französische Hilfe zu warten. Charles musste nachgeben. Eine Regierungsarmee, angeführt vom jüngeren Sohn des Königs, Prince William, Duke of Cumberland, folgte ihnen.
 

Die Schlacht von Falkirk
Wieder in Schottland, versuchten die Jakobiten vergeblich Stirling Castle einzunehmen. Aber sie schlugen General Henry Hawley's Armee bei Falkirk am 17. Januar 1746. Anschließend zogen sie sich weiter in den Norden zurück und eroberten am 18. Februar Inveness. Dort blieben sie zwei Monate – Cumberland immer an ihren Fersen.
 

Highlander Offizier
Der Herzog von Cumberland kam am 30. Januar 1746 in Edinburgh an, um das Kommando von General Hawley nach der verlorenen Schlacht von Fallkirk zu übernehmen. Am nächsten Tag marschierte Cumberland nach Norden. Dabei folgte er der Küste, um von See her versorgt zu werden. Unfähig Sterling Castle von General Blakeney zu entreißen, zog sich Charles nach Inverness im Norden zurück. Von dieser Basis aus unternahm er mehrere Raids über die Highlands, eroberte Fort George and Fort Augustus und hielt die Regierungstruppen in Atem.
 

Erster Bajonett Drill

Der Herzog von Cumberland in der Schlacht von Culloden
In Aberdeen bereitet Cumberland seine Truppen auf die bevorstehende Schlacht gegen die Highlander vor. Er und seine Soldaten waren entschlossen, dass es keine weiteren Niederlagen wie Prestonpans and Falkirk geben dürfe. Neben der Unterweisung im Volley -Schiessen, wurde auch zum ersten Mal in der Geschichte der englischen Armee der Angriff mit dem Bajonett geübt.
 

Der Herzog von Cumberland und seine Armee von 8.000 Mann erreichte Nairn am 14. April. Das Heer der Jakobiten, ungefähr 5.400 Mann, verließen ihre Basis Inverness, wobei sie die meisten ihrer Vorräte zurückließen, und versammelten sich 8 km östlich von Drummossie und 19 km vor Nairn. Prinz Charles hatte beschlossen persönlich das Kommando zu übernehmen. Er nahm den Rat von seinem Generaladjutant, Secretary O’Sullivan, an und entschied sich für eine defensive Taktik beim Drummossie Moor. Dieses Moor war offenes Gelände, eingeschlossen von dem mit Mauern umgebenen Gehöft Culloden im Norden und den Mauern von Culloden Park im Süden. Lord George Murray "mochte das Gelände nicht” und wies zusammen mit anderen erfahrenen Offizieren drauf hin, dass das Moorgebiet zwar für Cumberland von Vorteil wäre, für die Highlander jedoch von Nachteil. Eine berühmte Attacke der Highlander war auf diesem Terrain fast unmöglich. Darüber hinaus forderte das offene Gelände geradezu die Artillerie Cumvberlands heraus. Sie optierten für eine Guerilla Taktik, doch Charles weigerte sich ihren Bedenken nachzugeben.
 

Der Herzog von Cumebrland in der Schlacht von Culloden
Am 15. April 1746 kampierte die Royal Army bei Nairn, wo sie den Geburtstag des Herzogs feierte. In dieser Nacht unternahmen die Highlander einen Nachtangriff auf das Lager der Engländer. Doch schon der Anmarsch war ein Desaster, da die Männer untereinander in dem unübersichtlichen Gelände die Fühlung verloren. Als der Tag anbrach, war die Armee noch nicht nah genug herangekommen und gezwungen, hungrig, erschöpft und entmutigt nach Culloden zurückzukehren.
 

Die Schlacht von Culloden
Am frühen 16. April marschierte die Regierungsarmee von Nairn ab, und Jacobiten Geschütze alarmierten ihre Truppen, die beiden Schlachtlinien einzunehmen. Die Frontlinie der erschöpften Highlander hatte in der Mitte Geschütze aufgestellt und an den Flanken der zweiten Schlachtlinie ihre, vom Nachtmarsch müden Reiter-, sowie schottische und irische Regimenter postiert. Das Wetter war grausam. Ein starker Wind mit Sturmböen peitschte Graupelschauer in die Gesichter der Jakobiten. Die Truppen des Herzogs kamen gegen Mittag an und stellten sich ebenfalls in zwei Reihen auf, wobei ihre linke Flanke an einer niedrigen Steinmauer anlehnte, die an dem Süd Ende des Feldes in Richtung Culloden Park verlief. Dragoner und Miliz marschierten hinter die Mauer, um den Park hinter der Jakobiten Flanke zu umgehen. Vor der Schlacht soll der Herzog von Cumberland gesagt haben „Falls es einen Mann, der nicht gegen die Highlander kämpfen will, bitte ich ihn in Gottes Namen zu gehen. Ich kämpfe lieber mit 1.000 tapferen Männern als mit 10.000 Halbherzigen“.
 

Artillerie entscheidet die Schlacht

Zeichnung einer Kartätsche aus dem U.S. Bürgerkrieg
Die Artillerie von Prinz Charles stand im Verhältnis 1:3 zu der Cumberlands und eröffnete zuerst das Feuer. Doch wegen schlecht ausgebildeter Kanoniere war das Ergebnis enttäuschend. Schnell wurde daraus eine einseitige Angelegenheit, da die Jakobiten sowohl in der Zahl als auch in der Ausbildung hoffnungslos unterlegen waren. Während der nächsten 20 Minuten hämmerte die Artillerie Cumberlands auf die Reihen der Highlander. Währenddessen begab sich Prinz Charles außerhalb der Sichtweite seiner Truppen in Sicherheit und wartete auf die Aktivitäten des Gegners. Es ist absolut unerklärlich, warum Charles seine Truppen in dieser Stellung fast eine halbe Stunde lang dem feindlichen Feuer ausgesetzt ließ. Obwohl das marschige Gelände die Wirkung der feindlichen Geschosse begrenzte und so Verluste minimierte, wurde die Moral der Männer auf eine harte Probe gestellt. Einige Clan Führer, verärgert über die Tatenlosigkeit Charles´, drängten ihn, den Angriffsbefehl zugeben. Als dieser Befehl endlich kam, weigerten sich die McDonalds anzugreifen, weil sie nicht wie traditionell üblich die rechte Flanke besetzten, sondern die linke. Der Clan der Chattan griff zuerst an, doch zwang sie das unebene Gelände leicht nach rechts zu drehen, sodass die nachfolgenden Regimenter behindert wurden und der Angriff gegen die Mauer abgedrängt wurde. Die Highlander rückten nun gegen die linke Flanke der Regierungssoldaten vor, wurden aber mit mehren Musketensalven „begrüßt“. Die Artillerie hatte nun von Roundshot, runden, massive Kugeln, auf Grapeshots gewechselt. Grapeshots sind nichts anderes als „antike“ Anti-Personen Granaten, die anstelle einer massiven Kugel, viele kleine enthält.
 

Highlanderattacke auf die Grenadierkompanie von Barrels Kings Own Royal Regiment (David Morier)
Trotzdem erreichte eine große Anzahl Jakobiten die feindlichen Linie, doch ihre unkoordinierte Attacke bedeute, dass ihre Linie zerrissen waren. Der erst kürzlich eingeführte Bajonett-Drill der Regierungstruppen entwickelte jetzt seine ganze Wirkung und die Jakobiten wurden immer mehr gegen die Regierungslinien gedrückt. Und dennoch gelang es der rechten Flanke der Jakobiten die erste der beiden Regierungslinien zu durchbrechen. Erst Cumberlands zweite Linie brachte den Angriff zum stehen.
 

Die Schlacht von Culloden
Während der Angriff noch im vollen Gange war, hatte eine kleine Gruppe Regierungssoldaten die Parkmauer durchbrochen und so der Campbell-Miliz die Möglichkeit gegeben, unbemerkt zur rechten Flanke der Jakobiten zu gelangen. Deren Feuer addierte sich zu dem schon mörderischen Feuer von Campbells Soldaten und zwang die Jakobiten zum Rückzug. Campbell ordnete den Angriff seiner Dragoner an, um die Jakobiten endgültig zu vernichten. Das misslang, da ein kleines Kontingent irischer Elite Einheiten und andere reguläre Regimenter den Rückzug der Jakobiten deckte.
 

Geringe englische Verluste

Massengrab von Clans Männern auf dem Schlachtfeld von Culloden
Innerhalb von nur 60 Minuten war der Herzog von Cumberland siegreich, 1.250 Jakobiter gefallen, eine ähnliche Anzahl verwundet und 558 Gefangene genommen. Cumberlands Verluste beliefen sich auf 52 Tote und 259 Verwundete.








 

Prinz Charles floh vom Schlachtfeld und versteckte sich fünf Monate lang, obwohl ein Kopfgeld in Höhe von 30.000 Pfund auf ihn ausgesetzt war. Eine damals ungeheure Summe. Später kehrte er nach Frankreich zurück und starb später als trauriger Trunkenbold in Florenz.
 

Prince William Augustus Duke of Cumberland
Im Anschluss an die Schlacht ritt Cumberland nach Inverness, sein Schwert immer noch blutverschmiert; eine symbolische und bedrohliche Geste. Am nächsten Tag ging das Schlachten weiter, als Patrouillen ausgesandt wurden, Überlebende zu töten; zeitgenössische Dokumente belegen, dass weitere 70 Jakobiten umgebracht wurden. Cumberland öffnete die englischen Gefängnisse und schickte die Insassen nach Hause, um Platz zu schaffen für Jakobiten-Sympathisanten. Gefangene wurden nach Süden gebracht, Anklage wegen Hochverrats erhoben und vor Gericht gestellt. Verhandlungen fanden in Berwick, York and London statt. Exekutionen wurden angesetzt und im Losentscheid im Verhältnis 1:20 ausgeführt. Auf diese Weise wurden insgesamt 3.470 Jakobiten gefangen genommen, 120 wurden exekutiert, 88 starben im Gefängnis, 936 in die Kolonien transportiert und weitere 222 verbannt. Obwohl viele Gefangene entlassen wurden, ist das Schicksal von weiteren 700 Menschen unbekannt. Cumberland war nicht nur gnadenlos zu seinen Feinden, er ging auch genauso brutal mit seinen eigenen Deserteuren um. 36 wurden exekutiert.
 

Denkmal auf dem Schlachtfeld von Culloden
Die Regierung entschied nun, die Jakobiterbedrohung ein für allemal zu beenden, indem sie ihre Highland Basen zerstörte. Durch ethnische Säuberung und einer Reihe drakonischer Maßnahmen wurde die soziale, militärische, ökonomische und Clan-Struktur zerstört und damit die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Aufstandes.