William Braveheart Wallace
Sir William Wallace (1270 – 1305), oder The Wallace genannt, ist eine der mächtigsten, eindrucksvollsten und historisch interessantesten Figuren der schottischen Geschichte. Er ist wahrscheinlich besser bekannt als alle schottischen Könige zusammen.Und dennoch war er niemals ein König; seine dokumentierten Heldentaten fanden in einem relativ kurzen Zeitraum statt, von der er sogar eine Zeit in Frankreich verbrachte. Er kämpfte in nur zwei Schlachten, von denen er eine gewann, die andere verlor. Er zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück und wurde doch verraten und exekutiert. Er führte den Widerstand während einer signifikanten Periode der schottischen Unabhängigkeitskriege gegen die englischen Besatzer in Schottland an.
Die Überlieferung beschreibt Wallace oft als einen “Mann der normalen Leute”; ganz im Gegensatz zu Robert the Bruce, der vom Adel abstammte. Wallace´ Familie gehörte zum niederen Landadel, und stammte vom Waliser Richard Wallace ab. Der Name 'Wallace(s)' wird allgemein abgeleitet von 'Walays', einem Begriff, mit dem im England des 12. und 13. Jahrhunderts all jene belegt wurden, die aus Wales stammten und zu der Zeit in Schottland oder Nord-England siedelten. Dieser war ein Grundbesitzer unter einem frühen Mitglied des Hauses Stuart, das später das schottische Königshaus gründen sollte. Williams Mutter war nach der Überlieferung eine Tochter von Sir Hugh Crawford, der als Sheriff von Ayr als einer der reichsten und somit einflussreichsten Adligen Schottlands seiner Zeit galt.
Geburtstag und Geburtsort stehen wegen der ungenauen Dokumente nicht genau fest. Die Überlieferung sagt, sein Geburtsort wäre Elderslie in der Nähe von Paisley in Renfrewshire.
William Wallace, zweiter von drei Söhnen von Sir Malcolm Wallace, wurde im Januar 1272 geboren. Nachdem das Siegel von Wallace 1999 wieder gefunden wurde, sind seine frühen Jahre ein Mysterium. Bislang erzählte die Legende, dass Sir Malcolm Wallace of Elderslie der Vater von drei Söhnen, Malcolm, John, and William Wallace wäre, doch die anerkannte Mediävistin Fiona Watson, die Brief und Siegel eingehend analysiert hat ('A Report into Sir William Wallace's connections with Ayrshire' (März 1999), stellte fest, dass das Siegel ihn als den Sohn von Alan Wallace of Ayrshire, der in der Ragman Roll von 1296 als "Crown Tenant of Ayrshire" bezeichnet wird, identifiziert. (Ragman Rolls ist der Name des Dokuments in der der schottische Adel Edward I. den Treue- und Lehnseid schwören musste. (Konferenz von Norham im Mai 1291).
Das Schottland, in dem Wallace aufwuchs, war ein reiches Land. Völlig konträr zu dem armseligen Bild einer Nation, das die englischen PR- Strategen damals zeichneten. So gab und gibt es großen Kathedralen in Glasgow im Süden oder in Dornoch im hohe Norden, prachtvolle Abteien und Klöster in Arbroath, Scone, Dunfermline and Cambuskenneth, sowie großartige Paläste und Häuser in Paisley, Kilwinning, Crossraguel, New Abbey, Dundrennan, Holyrood, Kelso, Jedburgh, Dryburgh and Melrose.
Der mächtige König Alexander III. war im Amt und hatte die Kraft, die Mittel und den Mut mögliche Invasoren abzuwehren. Etwa um Wallace´s Geburt, starb der damalige englische König Henry III. Sein Nachfolger war der Mann, der später Wallace´s tödlichster Feind werden sollte – Edward I., genannt Longshanks. Am18. August 1274 wurde Edward in Westminster gekrönt. Er war 35 Jahre alt, groß, kräftig gebaut und weitaus größer als die meisten seiner Zeitgenossen. Er verdiente den Spitznamen „Langschenkel“ zu Recht. William Wallace hatte eine ähnliche Statur. Mit über 2 Metern Größe und einem dementsprechenden Körperbau war auch er ein Riese von Mann – für die damalige Zeit.
Zur Zeit von Wallace´s Geburt hatte König Alexander III. schon mehr als 20 Jahre geherrscht. Zu seiner Zeit herrschte Frieden und Prosperität und es war ihm gelungen die andauernden englischen Forderungen nach Oberhoheit zurückzuweisen. 1286 starb Alexander III. nach einem Sturz von seinem Pferd. Von seinen Kindern überlebte ihn keines. Die schottischen Lords erklärten daraufhin seine 5 jährige norwegische Enkelin Margarete, „Maid of Norway“ zur Thronfolgerin. Der englische König Edward I. nutze die Gunst der Stunde, verheiratete seinen 6 jährigen Sohn mit Margaret und setzte eine Interimsregierung ein, bis sie volljährig war. Den schottischen Lords versprach er Unabhängigkeit. Doch daraus wurde nichts, da Margaret schon auf der Überfahrt nach England 1290 verstarb. Daraufhin begann die Zeit des Ersten Interregnums, ein Ränkespiel um Thronfolge und Macht.
Es gab mehrere Bewerber um den schottischen Thron, weltliche und kirchliche Fürsten konnten jedoch keine Einigung finden. So wurde der Schwager Alexanders III., der englische König Edward I., in dem Thronfolgestreit zum Schiedsrichter gerufen. Die beiden relevanten Thronbewerber waren Robert Bruce, Großvater des späteren Robert I., und John Balliol. Edward votierte für John Balliol, der 1292 zum schottischen König gekrönt wurde. Mit ihm vermutete Edward über eine willfährige Marionette englischer Interessen zu verfügen.
1291 wird Sir Malcolm Wallace in einem der vielen Scharmützel mit englischen Truppen bei Loudoun Hill vom englischen Ritter Fenwick erschlagen. Der Tod seines Vaters war für William der Beginn einer intensiven Hassbeziehung zu England.
William Wallace lebte zu der Zeit mehr oder weniger das Leben eines 'Outlaws'. Mit einer kleinen Truppe von Gefolgsleuten zog er durch das Land, immer den Engländern ausweichend, immer wartend auf eine günstige Gelegenheit, kleine Verbände ihrer Truppen mit aller Macht anzugreifen. Eine Legende in Ayrshire erzählt von einer Auseinandersetzung mit englischen Soldaten in einem kleinen Dorf. Es ging um Fischwilderei. Es kam zum Streit, zum offenen Kampf, in dem Wallace zwei der Soldaten tötete, bevor er überwältigt wurde. Wallace wurde in den Kerker geworfen, wo er langsam zu verhungern drohte, wurde letztlich aber von sympathisierenden Dorfbewohnern befreit. Die englischen Behörden veröffentlichten später einen Steckbrief, der zur Inhaftierung von William Wallace aufrief.
Im Dezember 1291 kommt es zu einem Streit in Dundee zwischen Selby, dem Sohn eines englischen Wachmanns, und William Wallace. Selby hatte Wallace erkannt und von dem Tod von Sir Wallace gehört und verhöhnte nun William Wallace. Dieser erdolcht Selby und konnte in der Menge untertauchen und entkommen, obwohl er von mehreren Gegnern umringt war. Der Kommandant von Dundee, Sir Alan Fitz-Alan erklärt ihn daraufhin zum Gesetzlosen.
Erst im November 1292 wird die Königsfrage geklärt. Edward I entscheidet sich für John Balliol. John Balliol hat nur wenig mit Schottland gemein. Seine Schwester Alienora ist mit John "Black" Comyn, Herrn von Badenoch, verheiratet. Dessen Sohn John "Red" Comyn ist des Königs Neffe. Die Comyns sind eine der bedeutendsten Adelsfamilien des Landes. Bald wird klar, dass Balliol nur ein Spielball Edwards ist. Edward leitet aus seiner Lehnshoheit den Anspruch ab, die englische Gerichtsbarkeit und Appellationsinstanzen auch auf Schottland auszuweiten. Daraufhin regt sich in Schottland Unmut.
Als England vier Jahre später Krieg gegen Frankreich führte und Edward I. von den Schotten militärische Hilfe verlangte, verweigerte Balliol ihm die Unterstützung. Edward machte kurzen Prozess, marschierte 1296 in Schottland ein, schlachtete die Bevölkerung von Berwick-upon-Tweed ab, besiegte die Schotten in der Schlacht von Dunbar und zwang John Balliol, den Adel und den hohen Klerus zur Kapitulation. Balliol musste abdanken und der Adel musste Edward als Oberherrscher von Schottland anerkennen. Dieses Bekenntnis wurde in den so genannten Ragman Rolls dokumentiert. Schottland kam unter englisches Recht und englische Verwaltung. Balliol wurde im Tower zu London eingekerkert und später nach Frankreich verbannt. Das war der Beginn des Zweiten Interregnums.
Im Mai 1297 tötet Wallace William Heselrig, den englischen Sheriff of Lanark und mutmaßlichen Drahtzieher der Ereignisse, die zum Tod des Malcolm Wallace führten. Wallace zerstückelt seine Leiche, angeblich um den Tod von Marion Braidfute of Lamington zu rächen. Laut dem Chronisten Blind Harry soll Wallace Marion den Hof gemacht und später geheiratet haben. Doch es gibt dafür keine schriftlichen Beweise. Blind Harry (ca. 1440–1492), auch als Harry oder Henry the Minstrel bekannt, wurde wegen seiner Wallace Chronik berühmt. Er schrieb The Actes and Deidis of the Illustre and Vallyeant Campioun Schir William Wallace um1477, 170 Jahre nach dem Tode Wallace´im Jahre 1305.
Erst diese Tat macht Wallace über die Grenzen seines bisherigen Operationsgebietes hinaus bekannt, so dass er nun größeren Zulauf von Sympathisanten erhält: Wallace war jetzt nicht mehr der einfache 'Outlaw' sondern mindestens so etwas wie ein lokaler Militärführer, der es wagen konnte, immer häufiger und immer heftiger die englischen Truppen anzugreifen. Er wurde zum Staatsfeind.
Zur gleichen Zeit hisste de Moray das schottische Königsbanner über seinem Stammsitz Avoch Castle, nahm Inverness ein und eroberte Urquhart Castle. Es kam zur offenen Revolte der Schotten, die bald den größten Teil des Landes wieder kontrollierten.
Als Edward I. die immer schlechtere Situation erkannte, ordnete er am 14. Juni 1297 die Rückkehr von John de Warenne nach Schottland an. Dieser sollte das Land wieder unter die Kontrolle der Engländer bringen. Doch John de Warenne verzögerte den Marsch nach Norden. Er verspürte wenig Lust, sich um Schottland zu kümmern. Edward reißt daraufhin der Geduldsfaden und er befahl Henry de Percy und Robert de Clifford de Clifford, 1. Lord von Skipton und Marschall von England, für Ordnung zu sorgen. Um nicht endgültig in Ungnade zu fallen, marschiertw de Warenne schließlich nach Norden.
Henry de Percy und Robert de Clifford beschlossen die Ausschaltung der schottischen Führer. Im Namen Edward I. beriefen sie und Arnulf von Southampton alle schottischen Führer nach Ayr ein. Angeblich wollte man über den Aufstand und die Zukunft des Landes beraten. Etwa 160 Schotten erschienen am 18. Juni in Ayr. Zumeist Gesandte, darunter auch Reginald de Crauford. Kaum trafen sie am Versammlungsort ein, wurden sie von den Engländern überwältigt und aufgehängt.
Wallace reagierte umgehend um die Schotten zu rächen. Er begab sich nach Ayr und stellte fest, dass sich die Engländer in einem Haus außerhalb der Burg aufhielten. Wallace und seine Männer verbarrikadierten alle Tore und Türen, übergossenen die Mauern mit Öl und Pech und zündeten diese schließlich an. 140 Engländer starben in den Flammen. Der Lärm und das Feuer machte die Besatzung der Burg aufmerksam, die nun von Boyd und seinen Männern niedergemacht wurden. Weitere Engländer wurden in der Abtei von Ayr ermordet.
Wallce hatte zu dieser Zeit seine Basis im Ettrick Forest, einem damals noch zusammenhängenden ausgedehnten Waldgebiet südwestlich von Selkirk in den Borders. Von hier aus stieß er bis nach Scone, Ancrum und Dundee vor. Seine Erfolge brachten ihm auch Zulauf aus den Gebieten südlich der schottischen Grenze. Etwa zur Jahresmitte 1297 trafen Wallace und Moray zusammen und beschlossen, ihre Truppen zu vereinen. Stirling Castle sollte erobert werden. Zusammen fühlten sie sich stark genug, den Engländern nun auch in offener Feldschlacht zu begegnen.
John de Warenne, Earl of Surrey, Edward's Gesandter mit unbeschränkter Vollmacht in Schottland, hatte einen komfortablen Sieg in der Schlacht von Dunbar für seinen König errungen und dachte, dass er nun schon wieder mit einem Pöbelhaufen zu tun hätte. Eine folgenschwere Fehleinschätzung. Warenne hatte sich mit Hugh de Cressingham´s Truppen vereinigt und war mit einer Armee von 25.000 Mann und 600 Reitern nach Zentralschottland marschiert, während Wallace und Moray nach Süden marschierten und eine Position am Fuße der Abtei von Craig bezogen. Ungefähr 1,5 km nördlich einer engen, hölzernen Brücke über den Forth. Nicht weit entfernt von dieser Stelle lag auch die Burg Stirling, die von den Engländern unter Richard de Waldegrave gehalten wurde und die das Gelände um den Flussübergang dominierte. Das englische Heer war gut gerüstet und tauchte mit walisischen Langbogenschützen, einer neuen Geheimwaffe, auf. Die Schotten dagegen hatten dem wenig entgegenzusetzen.
Dieser Flussübergang mit der Brücke von Sterling war der strategisch wichtigste Platz in Schottland. Unterhalb von Sterling war der Fluss zu tief und zu breit, um durchwatet zu werden. Im Westen lag ein sumpfiges, unpassierbares Terrain, das als Flanders Moss bekannt war. Die Brücke von Sterling fungierte wie ein Gürtel, der Nord- und Südschottland miteinander verband.
In Anbetracht der Lektion, die die Schotten bei Dunbar gelernt hatten war klar, dass man nur unter großen Risiken sich der englischen Kavallerie in offener Feldschlacht stellen konnte. Aber Wallace und Moray mussten Warenne den Übergang verwehren oder sie riskierten alles zu verlieren, was sie sich im Norden aufgebaut hatten. Die Truppen, die ihnen zur Verfügung standen, war in erster Linie Infanterie, bewaffnet mit vier Meter langen Speeren. Praktisch war ihre Armee dem Heer der königlich feudalen englischen Ritter hoffnungslos unterlegen. Zahlen über die Größe des schottischen Heeres wurden nicht überliefert, doch kann man schätzungsweise von 7.000 Fußsoldaten und 150 Reitern ausgehen.
Die Schotten hatten eine Stellung besetzt, die den flachen Talgrund im Norden des Flusses dominierte. Keine leichte Aufgabe für die Engländer, die von einem schottischen Überläufer, Sir Richard Lundie, beraten wurden. Lundie schlug vor, den Feind an der Flanke zu umgehen, in dem man eine Furt aufsuchte, die es ermöglichte 60 Reiter gleichzeitig über den Fluss zu schicken. Ganz im Gegensatz zu den zwei Reitern, die gleichzeitig die Brücke von Sterling überqueren konnten. Doch John de Warenne misstraute Lundie und lehnte den Vorschlag ab. Er wollte das Heer nicht teilen, da er Verrat befürchtete. Es kam zu einer heftigen Diskussion über das für und wider des Vorschlages. Hugh de Cressingham protestierte heftig dagegen. Er betrachtete es als Verschwendung Gelder für eine Armee zu zahlen, die nicht bereit ist zu kämpfen. Daraufhin beschloss der Graf einen Direktangriff über die Brücke.
Am Vorabend der Schlacht lagerte das englische Heer im Bereich zwischen Castle Hill und Flussufer. Die schottische Armee lag in zwei Gruppen einmal auf der Höhe von Abbey Craig und mit dem zweiten Verband am Fuße der Ochils etwas nordwestlich davon. Noch am Abend des 10.09. kam es zu einem Vermittlungsversuch des mit Wallace uneinigen schottischen Adels durch James the Steward und den Earl of Lennox. Der Versuch scheiterte.
Im Schutz der Dunkelheit setzte sich das englische Heer noch vor Morgengrauen in Bewegung. Starke Verbände überschritten bis in die frühen Morgenstunden den Forth. Zu diesen Truppen zählten insbesondere auch große Anteile der Eliteeinheiten wie die Armoured Knights (Panzerreiter, schwere Kavallerie) und Waliser Bogenschützen. Entgegen aller Erwartungen zogen sie allerdings nicht nach Norden, um die strategisch wichtige Höhe von Causeway Head zu nehmen, sondern sie zogen ungefähr eine Meile nach Westen und richteten sich dort in der Niederung in einem Brückenkopf ein. Das Hauptheer - insbesondere die Masse der Fußtruppen, die von den englischen Militärführern der Zeit traditionell gering geschätzt wurden - blieb aber südlich des Flusses und zog in einen Bereitstellungsraum etwas westlich des heutigen Kildean Hospitals.
Wallace und Moray warteten nun, wie der Chronist von Hemingburgh schrieb „bis so viele Feinde über den Fluss gekommen waren, wie die beiden es wollten“. Dann befahlen sie den Angriff. Noch in der Dämmerung drangen leichte, bewegliche Verbände der Schotten in Richtung auf den Forth vor. Dabei umgingen sie Causeway Head im Osten, so dass sie ihrerseits von den englischen Truppen unbemerkt blieben. Sie schlugen die im Bereich des Flussüberganges noch vorhandenen Truppenteile der Engländer. Noch bevor es zur eigentlichen Schlacht kam, war damit der englische Brückenkopf de facto vom größten Teil des Heeres und den Nachschublinien zur Burg abgeschnitten.
Die schwere Kavallerie steckte nördlich des Flusses in einer Falle und wurde ebenso massakriert. Nur einem einzigen Ritter, dem Yorkshiremann, Sir Marmaduke Tweng, gelang es, kämpfend einen Weg durch das Dickicht der Speere mit seinem Schwert zu bahnen. Über einhundert seiner übrigen Ritter, darunter Cressingham, entkamen der Schlächterei. Die Verluste der Infanterie und der waliser Bogenschützen, waren gleichfalls hoch. Diejenigen, denen es gelang ihre Rüstungen loszuwerden, schwammen durch den Fluss.
Warenne, der auf dem anderen Ufer geblieben war, befand sich immer noch in einer starken Position. Die Masse seiner Armee war immer noch intakt und konnte die Front am Fluss halten und so den Schotten die Überquerung streitig machen, doch sein Selbstvertrauen war verloren gegangen. Nach Tweng´s Flucht ließ er die Brücke zerstören, verließ der den Ort des Geschehens und setzte sich mit einem kleinen "Gardetrupp" nach Südwesten ab. Die Burgbesatzung von Stirling Castle, die einzige Truppenreserve der Engländer, war weder für den Kampf im offenen Gelände ausgebildet, hatte im Gegensatz zu Teilen des englischen Hauptheeres keinerlei Erfahrungen mit den neuen schottischen Taktiken und konnte angesichts der schwierigen Geländeverhältnisse im Uferbereich nicht ihre tatsächliche Kampfkraft entfalten. Sie waren für das Gelände schlicht zu schwerfällig und blieben isoliert zurück.
Unter den Opfern war auch Hugh Cressingham, Edward's Schatzmeister in Schottland und Andrew Moray, der an einer Verwundung drei Monate später starb. Mit Andrew de Moray, verloren die Schotten neben Robert The Bruce den wichtigsten Strategen und Taktiker der Epoche.
Nach seiner Rückkehr wurde Wallace neben seinem Stellvertreter John Graham und seinem zweiten Stellvertreter William Crawford von – möglicherweise - Robert the Bruce zum Ritter geschlagen. Von nun an durfte sich Wallace Sir William Wallace, Guardian of Scotland and Leader of its Armies nennen (Wächter von Schottland und Führer seiner Armeen).
Die Gründe weshalb die Schotten gewonnen und die Engländer verloren hatten, waren vielfältig. Es war den Schotten gelungen, die Grundzüge der von Moray entwickelten, guerillaähnlichen Taktik des "hit, run and hide" (schlagen, weglaufen, verstecken) in das taktische Vorgehen bei einer offenen Feldschlacht zu integrieren und den Einsatz der Schiltrons zu perfektionieren. Shiltrons waren Vierecke von 100 Mann mit überlangen Speeren, die in geschlossener Formation gegen die anstürmende Kavallerie vorgetragen wurden.
Die Niederlage der Engländer basierte hauptsächlich auf der strategischen und taktischen Inkompetenz des englischen Oberbefehlshabers John de Warenne und seines Vizekommandeurs Hugh Cressingham, gepaart mit einer erheblichen Portion Arroganz, Ignoranz und mangelnder Durchsetzungsfähigkeit. Es ist durchaus bezeichnend für die Einstellung der Engländer, dass John de Warenne den Beginn der Schlacht schlichtweg verschlafen hatte.
Für kurze Zeit war Wallace Dank seiner bisherigen militärischen Erfolge der unangefochtene Anführer aller Schotten. Er trug den Krieg weit ins englische Territorium hinein, plünderte Newcastle und verbreitete mit seinen Gräueltaten Angst und Schrecken im englischen Norden. Gleichzeitig entfaltete er bis dahin nicht gekannte diplomatische Aktivitäten mit dem Ziel, die Unabhängigkeit Schottlands durch den Papst und die führenden europäischen Staaten anerkannt zu bekommen. Einen gewissen Erfolg dieser Bemühungen kann man darin sehen, dass es ihm gestattet wurde, den vakanten Bischofsstuhl von St Andrews mit seinem treuen Gefolgsmann Bishop Lamberton zu besetzen.
Wallace nahm auch diplomatischen Kontakt zu anderen Königreichen auf und erlaubte den Hansestädten Lübeck und Hamburg freien Handel im Königreich Schottland.
Am 14. Januar eröffnete Edward I. ein Parlament in York, zu dem er auch den schottischen Adel einberufen hatte. Doch keiner wagte zu diesem Zeitpunkt zu erscheinen. Wallace und die Aufständischen hatten das politische Geschehen in Schottland im Griff. Doch eine wichtige, vielleicht die wichtigste Komponente im Bestreben nach Unabhängigkeit, hatte Sir Wallace sträflich vernachlässigt. Er hatte es versäumt, das Land innenpolitisch zu einigen. Die Rivalitäten zwischen den Lagern der verschiedenen Thronanwärter (Balliol, Bruce und Huntington) bestanden nach wie vor. Und auch die Führenden des Landes standen nicht geschlossen hinter Wallace. Gleichermaßen hatte er - ganz im Gegensatz zu Edward – nur unzureichend seine Armee taktisch und technisch weiter entwickelt.
Edward war nun nicht länger bereit, dem Treiben tatenlos zuzusehen.
Am 28. Januar waren die Vorbereitungen für einen neuen Feldzug gegen Schottland beendet. In Durham und Newcastle stand die Armee bereit, die Edward im Oktober einberufen hatte. Sie bestand überwiegend aus Walisern und Iren. Den Oberbefehl erhält erneut John de Warenne. Weitere prominente Teilnehmer des Feldzuges waren der Marschall von England, Guy Beauchamp von Warwick, sowie die jungen Earls of Lancaster, Thomas, und Pembroke, Aymer de Valence. Am 21. Juli 1298 kam es bei Falkirk zur Schlacht.
Am 28. Januar waren die Vorbereitungen für einen neuen Feldzug gegen Schottland beendet. In Durham und Newcastle stand die Armee bereit, die Edward im Oktober einberufen hatte. Sie bestand überwiegend aus Walisern und Iren. Den Oberbefehl erhält erneut John de Warenne. Weitere prominente Teilnehmer des Feldzuges waren der Marschall von England, Guy Beauchamp von Warwick, sowie die jungen Earls of Lancaster, Thomas, und Pembroke, Aymer de Valence. Am 21. Juli 1298 kam es bei Falkirk zur Schlacht.
Wallace hatte die Technik der Shiltrons, die er mit nochmals längeren Speeren ausstattete (5 m), verbessert und hatte in der Absicht, die Kräfte des Gegners zu entzerren, sie in vier getrennten Abteilungen aufgestellt. Gleichzeitig hatte er es aber versäumt, den mobilen Einheiten der leichten schottischen Kavallerie eine der neuen Taktik angemessene Aufgabe zuzuweisen, sie entsprechend auszustatten und zu trainieren. Noch ärger erging es den wenigen schottischen Bogenschützen, die in seiner ganz auf Defensive eingestellten Taktik praktisch nicht zum Einsatz kamen. Derart gravierende Versäumnisse wären unter Moray nur schwer vorstellbar gewesen.
Die Engländer hatten ihre vor einem Jahr erlittenen Verluste mehr als wettgemacht. Neu ausgehobene Bogenschützenverbände aus der Gasconge und aus Wales, zusätzliche schwere Kavallerie mit 2.000 Reitern und rund 12.000 Mann zu Fuß egalisierten die Verluste von Stirling Bridge. Dazu kamen noch die kampferprobten Truppen aus dem Flandernkrieg. Es wurden auch neue Strategien entwickelt. Die Bogenschützen traten in mehreren Wellen nacheinander in Aktion, die Reiterei stürmte nicht mehr nur vor, um alles nieder zu reiten, sondern wich im letzten Moment der massiven Gegenwehr der Shiltrons aus. Zugleich bekam die Masse der Truppen zu Fuß wieder eine aktive Rolle beim Vortrag des Angriffs zugewiesen.
Zu Beginn der Schlacht ließ Sir Wallace auf einem Hügel vier Kreise bilden um die sie angespitzte Pflöcke in den Boden gerammt hatten. Mit den 5 m langen Speeren igelten darauf hin sich die Schotten ein. Die etwa 1.000 Mann starke Reiterei, geführt von John "Red" Comyn, hielt er in der Rückhand. Da zwischen der Reiterei und den "Igeln" tiefer und morastiger Untergrund lag, glaubte er sich sicher zu sein. Doch es gelang der schweren englischen Reiterei unter dem Marschall von England durch diesen Untergrund zu stoßen und ihn einzukreisen. Gleichzeitig ging ein Pfeilhagel der walisischen Bogenschützen auf die Schotten nieder. die schließlich auch der Schlacht die entscheidende Wendung gaben. Angesichts der Erfolge der englischen Armee und dem Tod von Sir John the Graham und dem Earl of Fife, Duncan MacDuff, ließ die schottische Reiterei unter Führung von John "Red" Comyn, Wallace im Stich und floh. William Wallace und seine Armee wurden vernichtend geschlagen. Wallace gelang die Flucht in die sicheren Wälder. Laut einer Überlieferung traf Wallace auf den Großmeister der englischen Templer, Brian de Jay, und tötete ihn in einem Dickicht bei Callendar.
William Douglas wurd von den Engländern gefangen genommen und nach London gebracht, wo er im gleichen Jahr im Tower starb Die Ländereien wurden konfisziert und gingen an Robert de Clifford über.
Im September 1298, beschloss Wallace das Amt des Guardian of Scotland, Wächter von Schottland zu Gunsten von Robert Bruce, Earl of Carrick, und John Comyn of Badenoch aufzugeben. Es war zu deutlich, dass er keine Unterstützung vom schottischen Adel mehr genoß. Er spielte aber weiterhin eine aktive Rolle. Er ging nach Frankreich, um für die schottischen Interessen an den Königshöfen Europas zu werben. 1299 sah man ihn am Hof Philips IV. von Frankreich. Aus fadenscheinig politischen Gründen wurde er kurzfristig festgesetzt, kam aber bald wieder frei und erhielt von Philip freies Geleit für seine Weiterreise zum Papst. 1301 kehrte er offensichtlich erfolgreich von seiner Mission zurück.
Als die Franzosen aber Edwards Hilfe zur Niederschlagung flandrischer Aufstände brauchten, ließen sie die Interessen ihrer schottischen Verbündeten im Stich. Edward hatte dadurch freie Hand in Schottland. 1303 kehrte Wallace mit seinen Männern zurück und suchte zunächst Unterschlupf auf der Farm von William Crawford, in der Nähe von Elcho Wood. Die Engländer hörten Gerüchte von seiner Rückkehr und umstellten den Hof. Doch es gelang ihnen zu entkommen. Vorher soll er aber einen seiner Männer getötet haben, dem er zutiefst misstraute, um den Engländern eine falsche Fährte zu hinterlassen.
Bis zum 5. August 1305 gelang es Sir Wiliam Wallace den Engländern zu entkommen, doch dann verriet ihn der schottische Ritter Sir John de Menteith, der loyal zu Edward stand und ihn den englischen Soldaten in Robroyston, in der Nähe von Glasgow, übergab.
Wallace wurde nach London gebracht und in Westminster Hall mit einem Eichenlaubkranz gekrönt, um zu demonstrieren, dass er ein König von Banditen war, und anschließend des Hochverrats angeklagt. Seine Antwort auf die Anschuldigungen lautete: "Ich hätte Edward gar nicht verraten können, da ich niemals sein Untertan war“. Eigentlich hätte es gegen den „Geächteten“ Wallace nach dem damaligen Rechtsverständnis eines Prozesses gar nicht bedurft. Mit der zusätzlichen Anklage als Verräter und dem Schauprozess zielte Edward aber ganz offensichtlich darauf ab, den Ruf und das Ansehen von Wallace zu zerstören. Dieser Prozess vom 23. August 1305 - ein Prozess ohne Anwalt oder das Recht auf Verteidigung - bestand aus zwei unmittelbar aufeinander folgenden Akten: Dem Verlesen der Anklage und dem Verlesen des Urteils, das sofort vollstreckt wurde.
Die Hinrichtung, war eine beispiellose Grausamkeit aber durchaus im Rahmen der damaligen Verhältnisse: Erhängen, Ausweidung (inkl. Entmannung), Enthauptung und Vierteilung. Eine Form der Hinrichtung, die von Edward I „Longshanks“ ausschließlich für Hochverrat ersonnen wurde. Doch zunächst wurde Wallace auf einem Weidengeflecht von zwei Pferden zunächst zum Tower und dann über Aldgate nach Smithfield zum Hinrichtungsplatz geschleift, damit der Mob ihn bespucken und steinigen konnte.
In Smithfield wurde er kurz gehängt, dann noch lebend abgeschnitten. Während der Henker ihn am Seil aufrecht hielt, wurde er total entmannt und die Teile vor ihm in einer Feuerschale verbrannt. Dann, immer noch vom Henker aufrecht gehalten, wurde sein Bauch so aufgeschnitten, dass er rituell ausgeweidet werden konnte. Sein Inhalt wurde ebenso in der Feuerschale verbrannt. Anschließend öffnete der Henker seine Brust und entnahm ihm das Herz. Es galt als Beweis für die besonderen Qualitäten des Henkers, wenn das Herz noch schlug. Ob ihm aber dies bei Wallace gelang, wurde nicht überliefert. Es war auch Tradition, dass der Henker zu diesem Zeitpunkt auf seine besondere Leistung aufmerksam machte: „Sehet das Herz des Verräters!“
Der finale Akt war die Enthauptung und Vierteilung. Diese dreifache Hinrichtung hatte einen speziellen Hintergrund. Die drei Symbole des Todes, hängen, ausweiden und köpfen hingen mit Edwards Vorstellung von der dreifachen Schwere des Verbrechens zusammen: gegen Gott, gegen die Menschheit und gegen den König.
Diese grausame Hinrichtungsart wurde vor der Hinrichtung öffentlich in bedeutungsschwerer juristischer Sprache vorgetragen. Damit wollte zum einen den Untertanen das Fürchten zu lehren und zum anderen die Qualen des Verurteilten bis ins Unerträgliche steigern, der wissen sollte, was mit seinem Körper in kürze geschehen würde. Als später Urteile in Latein vorgelesen wurde, änderte das nichts an der Grausamkeit.
Diese barbarische Vivisektion wurde von den Engländern an Schotten bis ins späte 18. Jahrhundert vollzogen und wurde wie folgt von Lord Chief Justice Ellenborough (1750-1818) öffentlich vorgetragen:
„Du wirst auf einem Weidengeflecht zum Richtplatz geschleift werden wo du aber nicht bis zum Tode gehängt werden wirst; während du noch lebst, wird dein Körper abgenommen, deine Gedärme werden herausgenommen und vor deinen Augen verbrannt. Dann wirst du geköpft und dein Körper gevierteilt.“
„Du wirst auf einem Weidengeflecht zum Richtplatz geschleift werden wo du aber nicht bis zum Tode gehängt werden wirst; während du noch lebst, wird dein Körper abgenommen, deine Gedärme werden herausgenommen und vor deinen Augen verbrannt. Dann wirst du geköpft und dein Körper gevierteilt.“
In ganz frühen Zeiten wurden die Worte gesprochen “deine Geschlechtsteile werden abgeschnitten und vor deinen Augen verbrannt”. In der Tudor Zeit wurde das Zitat eines Mönchs dokumentiert, der sagte, dass „diese für ihn auf Erden nicht von Nutzen gewesen wären, und daher auch im Himmel nicht notwendig wären“.
Nach Vollstreckung des Urteils wurden die Teile des hingerichteten Wallace öffentlich zur Schau gestellt: Der Kopf an der London Bridge, der rechte Arm in Newcastle, das Wallace so schwer verwüstet hatte, der linke Arm in der Grenzfestung Berwick, das rechte Bein in Perth, und das linke Bein in Aberdeen.
Mit dieser öffentlichen Zur-Schau-Stellung, die eigentlich der Abschreckung dienen sollte, erreichte Edward letztlich das genaue Gegenteil: Er legte damit den Grundstein zum Mythos William Wallace.
700 Jahrfeier von Wallace`s Exekution
2005, bei der 700th Jahrfeier von Wallace`s Exekution war sein Schwert der wichtigste Gegenstand einer Austellung in New York während der Feiern zur „Tartan Woche”. Es war das erste Mal, dass das Schwert, 2,5 kg schwer und 1,63 m lang, Schottland verlassen hatte.
Der Historiker David R. Ross marschierte 720 km von Robroyston bei Glasgow, nach London, um den Jahrestag von Wallace Gefangennahme und Hinrichtung zu ehren. Eine symbolische Beerdigung mit einem leeren Sarg fand an der Stelle statt, an der er in Smithfield hingerichtet wurde. Rund 300 Menschen nahmen an der Zeremonie teil, 900 weitere versuchten vergebens Karten für das Ereignis zu bekommen. Ein Bekenntnis für Wallace´s bleibendes Vermächtnis.

















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