Schlachtpläne
Der Oberkommandierende der französischen Armee, Maurice Gamelin, wie auch der Rest der Regierung, erwarteten von den Deutschen, dass sich deren Strategie als Spiegelbild des 1. Weltkrieges darstellen würde. Gamelin glaubte, dass der Schlieffen Plan sich mit ziemlicher Genauigkeit wiederholen würde. Man wollte solch einer Bedrohung mit einer defensiven Kriegsführung begegnen, da der französische Militärstab der Ansicht war, ihr Land wäre weder militärisch, noch ökonomisch in der Lage eine Offensive zu starten. Es wäre angebracht, bis 1941 zu warten, um die volle wirtschaftliche Übermacht der Alliierten gegen Deutschland einzusetzen. Um den erwarteten deutschen Plan zu durchkreuzen, wollte Gamelin seine besten Einheiten zusammen mit dem britischen Expeditions Korps nach Norden verlegen, um die Deutschen auf der Höhe des Flusses Dyle, östlich von Brüssel, zu stoppen, bis ein durchschlagender Sieg mit Hilfe der Verbündeten England, Belgien und Holland errungen worden wäre. Der deutsche Originalplan kam dieser Vision sehr nahe.
Am 10. Januar wurde der gesamte Plan jedoch durch einen bizarren Vorfall zu Makulatur. Als Werkzeug des Schicksals diente ein junger ehrgeiziger Luftwaffenoffizier: Major Helmut Reinberger. Als Reinberger mit brisanten Akten auf der Reise zu einer in Köln angesetzten Stabsbesprechung in Münster aufgehalten wurde, entschloss er sich, das Angebot anzunehmen, in einer Kuriermaschine der Luftwaffe mit zu fliegen, um sich die lange Fahrt mit dem Nachtschnellzug zu sparen. Damit verstieß er gegen einen eindeutigen Befehl Hermann Görings, der als Oberbefehlshaber der Luftwaffe Kurieren untersagt hatte, Geheimsachen auf dem Luftweg zu überbringen - und Reinbergers gelbe Aktentasche enthielt den streng geheimen Plan für einen wichtigen Teil des deutschen Einfalls in Frankreich und die Niederlande.
Bald nach dem Start der Messerschmitt Me 108 vom Flugplatz Münster-Lodenheide verdichteten sich dünne Nebelschleier zu einer geschlossenen Wolkendecke, und starker Ostwind bewirkte eine Windversetzung von etwa 30 Grad von dem auf dem Flug nach Köln einzuhaltenden Südwestkurs. Der Rhein, eine wichtige Orientierungslinie, wurde bei schlechter Sicht unbemerkt überflogen. Der Flugzeugführer, Major Erich Hönmanns, sichtete schließlich einen Flusslauf, erkannte aber, dass es nicht der Rhein sein konnte. Sie hatten sich verflogen.
Eine Posse in Belgien
Unterdessen vereisten in der feuchten, kalten Luft Tragflächen und Vergaser ihrer Maschine. Der Motor stotterte und setzte dann aus. Hönmanns fand gerade noch rechtzeitig ein kleines Feld. Die Me 108 verfehlte beim Landeanflug nur knapp einige Bäume, setzte auf und holperte bis zu einer Hecke, in der sie zum Stehen kam. Als die beiden Deutschen mitgenommen, aber unverletzt aus der zu Bruch gegangenen Maschine kletterten, tauchte ein alter Mann auf und erklärte ihnen auf französisch, dass sie bei Mechlin in Belgien gelandet seien. Der überflogene Fluss war die Maas gewesen - 80 Kilometer westlich von Köln.Reinberger dachte sofort daran, dass er seine Papiere verbrennen musste. Aber da Hönmanns und Reinberger Nichtraucher waren, hatten sie keine Zündhölzer bei sich. Schließlich gab der alte Mann sein Feuerzeug heraus. Als es Reinberger eben gelungen war, die Papiere trotz des starken Windes in Brand zu setzen, trafen belgische Gendarmen auf Fahrrädern ein und löschten die Flammen.
Als Reinberger kurz danach auf dem zuständigen Polizeirevier vernommen wurde, unternahm er einen weiteren verzweifelten Versuch, die kostbaren Papiere zu vernichten. Er wischte sie plötzlich vom Tisch und stopfte sie in den Ofen. Der Polizeichef zog sie jedoch ebenso schnell wieder heraus, obwohl er dabei Verbrennungen erlitt. Reinberger versuchte nun, sich der Dienstwaffe des Polizeichefs zu bemächtigen, aber der Belgier stieß ihn auf den Stuhl zurück und befahl ihn, sitzen zubleiben und sich nicht mehr zu rühren. Reinberger schlug die Hände vors Gesicht und sagte beinahe schluchzend, er wolle die Pistole, um sich zu erschießen; in Deutschland gebe es für ihn "kein Pardon".
Am gleichen Abend lagen die noch völlig lesbaren Dokumente dem belgischen Generalstab vor, der sofort die Mobilmachung der belgischen Streitkräfte anordnete. Die Belgier übermittelten auch den französischen und englischen Armeen in Nordfrankreich eine Zusammenfassung des Inhalts der bei Reinberger gefundenen Unterlagen. Aus diesem Operationsplan ging hervor, dass das deutsche Heer in einer Umfassungsbewegung durch Belgien nach Frankreich hinein vorstoßen sollte - ähnlich wie die Armeen Kaiser Wilhelms II. zu Beginn des Ersten Weltkrieges.
Zwang zu neuen Plänen
Dieser Zwischenfall zwang Hitler den ursprünglichen Plan aufzugeben und nach einer Alternative zu suchen. Diese Alternative für den Fall Gelb, den Angriff auf Frankreich, wurde von General Erich von Manstein entworfen, der zu der Zeit als Stabschef von Gerd von Rundstedt arbeitete. Doch zunächst verwarf ihn der deutsche Generalstab. Der Plan sah vor, dass südlich der eigentlichen Vormarschroute ein tiefer Einbruch herbeigeführt werden sollte, der den schnellen Panzerverbänden die Möglichkeit bieten sollte, die feindlichen Streitkräfte aufzusplittern und einzukesseln. Der Plan hatte den Vorteil, dass die Verteidiger annehmen mussten, dass ein Panzervorstoß durch das unwegsame Gebiet der Ardennen unmöglich wäre. Darüber hinaus gab es einen weiteren unschätzbaren Vorteil: es gab keine Kopien des Planes, die hätten verraten werden können.
Mansteins aggressiver Plan beabsichtigte mit überwältigenden Kräften durch das schwache feindliche Zentrum durchzubrechen, die feindlichen Kräfte einzukesseln und auf Paris vorzustoßen. Dieser Plan nutze den Vorteil der wahrscheinlichen Reaktion der Franzosen, basierend auf dem Originalplan, nämlich dass sie den Schwerpunkt nach Norden verlegten, um Belgien und die Picardie zu schützen. Um diese vermeintliche Absicht aufrecht zu erhalten, sollte die Heeresgruppe B Belgien und die Niederlande angreifen, um zum einen die alliierten Kräfte nach Norden in die Einkesselungszone zu locken und zum anderen bessere Basen für die Attacke auf England zu gewinnen.
Der alliierte Generalstab und einige politische Geheimnisträger waren nach dem Zufallsfund in der Me 108 zunächst entzückt, da sie glaubten, nun einen Schlüssel zu einem großen Sieg in Händen zu haben, bevor der Feldzug überhaupt begonnen hatte. General Gamelin und Lord Gort, Kommandeur der British Expeditionary Force (BEF) befürchteten hingegen dass die Deutschen mit einem Gegenplan aufwarten könnten, mit dem niemand rechnete. Gamelin kam mehr und mehr zu der Überzeugung, dass die Deutschen für einen Durchbruch ihre mechanisierten Kräfte bündeln würden. Sie konnten kaum damit rechnen, die Maginot Linie auf seiner rechten Flanke zu knacken, oder ihn auf seiner linken Flanke zu überrumpeln. So blieb nur das Zentrum. Das Zentrum war aber zum großen Teil durch die Maas gedeckt. Panzer waren nutzlos, um befestigte Flusspositionen zu erobern. Doch bei Namur machte die Maas einen scharfen Knick nach Osten, schuf dadurch eine Bresche zwischen ihr und der Dyle. Diese Gembloux Bresche, ideal für moderne bewegliche Kampfführung, war die Schwachstelle. Gamelin konzentrierte die Hälfte seiner gepanzerten Reserven an dieser Stelle. Ihm war natürlich klar, dass auch Infanterieverbände die Maas hier überschreiten könnten, doch nur unter starkem Artillerieschutz. Und um diesen zu gewährleisten, brauchte man Zeit. Zeit, die Gamelin dann für Gegenmaßnahmen nutzen konnte.
Der "schnelle Heinz" führt
Am 10. Mai 1940 begann die deutsche Armee ihren Feldzug an der Westfront. In seinem Tagesbefehl erklärte Hitler: „Soldaten der Westfront! Die Schlacht, die heute beginnt, wird das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre entscheiden. Vorwärts, und tut eure Pflicht“. Deutsche Kräfte unter dem Kommando von General Ewald von Kleist griffen nun durch die Ardennen an. Die Panzergruppe Kleist verfügte über fünf Panzerdivisionen mit über 1.222 Kampfpanzer und nahezu 41.000 Fahrzeugen. Das XIX. Panzerkorps unter General Heinz “der schnelle Heinz” Guderian führte diese Streitmacht in Richtung Sedan an.
An der belgisch/luxemburgischen Grenze, bei Martelange, trafen die Vorhuten der deutschen Armee auf den ersten Widerstand der belgischen 4. Kompanie vom Chasseurs Ardennais Battalion. Nachdem dieser gebrochen war, wandte sich die Kriegsmaschinerie gegen Bodange. Dort, unter Ausnutzung des Geländes, hielt die 5. Kompanie des Chasseurs Ardennais Battalion die Deutschen erneut acht Stunden lang auf. Nachdem die 1. Panzerdivision mit ihrem Kommandeur Generalleutnant Friedrich Kirchner weiter in Richtung Westen auf belgisches Gebiet rollte traf sie auf die französische 5. Leichte Panzerdivision., die den Vorstoß der Deutschen verlangsame sollte. Bei Petitvoir drehten die deutschen Panzer in den Rücken der Franzosen und rieben sie auf. Belgische Infanterie Regimenter und französische Leichte Divisionen (Divisions Légères de Cavalerie) wurden im Verlauf der Operation zerschlagen.
Schneller deutscher Vormarsch, sowie eine armselige französische Verteidigung erlaubte es den Deutschen die Semois bei Mouzaive zu überqueren. Anschließend folgten die deutschen Panzer dem Flussverlauf. Neben dem Übergang bei Mouzaive sicherten sie nach der Einnahme von Bouillon, nur 15 Kilometer von Sedan entfernt, noch einen weiteren Übergang. Im Schutze ihrer Geschwindigkeit gelang es Guderian´s Divisionen über vier Strassen nach Sedan vorzurücken, ohne dass das französische Hauptquartier ihre Absicht erkannte. Damit lag die Initiative eindeutig bei den Deutschen. Das französische Oberkommando hatte immer behauptet, dass im schlimmsten Fall die Deutschen in nicht weniger als 10 Tagen die Maas überschreiten könnten. Aber bereits am vierten Tag gelang ihnen der Übergang.
"Klotzen, nicht kleckern"
In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai trafen die deutschen Truppen ein. Am 13. begann der Kampf um den Übergang über die Maas. Anstatt, wie die Franzosen glaubten, Artillerie heranzubringen und somit wertvolle Zeit zu verlieren, ersetzten die Deutschen traditionelle Feuerkraft durch Bomber. Dabei folgten sie Guderians Gesetz „klotzen, nicht kleckern“. Sedan wurde von der 55. Infanteriedivision gehalten, die nicht unbedingt als Eliteeinheit bezeichnet werden konnte. Doch sie kämpften so gut es ging. Es gelang ihnen ihre Stellung den 13. über zu halten und dabei drei deutschen Angriffen standzuhalten. Doch die Luftwaffe hielt immer wieder mit Bombenteppichen dazwischen, zerschlug ihre Artillerie und vermittelte den französischen Soldaten das Gefühl, sie wären isoliert und abgeschnitten.
Die Kombination aus psychologischem Schock wegen der ununterbrochenen Bombenangriffen, permanenten Infanterieangriffen und fehlender eigenen Artillerieunterstützung brach schließlich die Moral der 55. Infanteriedivision. Dieses intensive Bombardement – am 13. Mai fanden rund 1.215 Bombereinsätze statt – das heftigste in der bisherigen Kriegsgeschichte, ist verantwortlich und der Schlüssel zum erfolgreichen Übergang über die Maas. Dieser Angriff war der bislang effektivste taktische Lufteinsatz der Weltgeschichte.
Diesem enormen Druck hielten die Franzosen nicht stand. Die Meldung eines Artilleriebeobachters wurde falsch weitergegeben. Plötzlich entstand das Gerücht, deutsche Panzer stünden bereits weit hinter der Front bei Bulson. Dieses Gerücht breitete sich rasch aus, und schließlich hatte sich die 55. Infanteriedivision in einer Woge von Flüchtenden aufgelöst.
Rollende Luftangriffe
Als später eine französische Kommission die Ursache jener Panik untersuchte, behaupteten einzelne Soldaten, sie hätten mit eigenen Augen angreifende Panzer gesehen. Nach den deutschen Kriegstagebüchern aber rollten erst Stunden später die Panzer über die Maasbrücke. Jene Massensuggestion wurde deshalb als un phénomène d’hallucination collective (Phänomen kollektiver Halluzination) bezeichnet. Vermutlich lösten nicht die Panzer, sondern die Flugzeuge, vor allem die Stukas, diese Massenpanik aus. Guderian hatte zusammen mit dem Luftwaffengeneral Loerzer ein neuartiges Verfahren ausgearbeitet, das auf die psychologische Zermürbung des Gegners zielte, den so genannten rollenden Einsatz. Hierbei war nicht wie sonst üblich ein kurzes, konzentriertes Bombardement geplant, vielmehr sollte dieser Angriff gegen die Psyche des Gegners zehn Stunden lang ununterbrochen anhalten.
Am 14. Mai griffen zwei französische Panzerbataillone, unterstützt von der 71. Nordafrikanischen Infanteriedivision, den Brückenkopf erfolglos an. Grund dafür war das schnelle Übersetzen von PAK und Panzer Verbänden, die in der Nacht über die Pontonbrücke in die neuen Stellungen gebracht wurden. An diesem Tag warfen die Alliierten jeden verfügbaren Bomber in die Schlacht, um die Pontonbrücke zu vernichten. Obwohl die alliierten Luftwaffen an diesem Tag die höchsten Tagesverluste des gesamten Krieges erreichten, gelang ihnen nicht die Zerstörung der Brücke.
Trotz der erfolglosen Versuche den Brückenkopf einzudrücken, gelang unterdessen den Franzosen ihre Südfront zu stabilisieren. Aber auf der Westseite war das Gegenteil der Fall. Der Kommandeur der 2. Armee, General Huntzinger, unternahm die nötigen Anstrengungen, seine Position zu verbessern. Die 3. Division Cuirassée de Réserve und eine motorisierte Division blockierten an seiner Flanke den deutschen Vormarsch. Dabei war Heinz Guderian mit seinem XIX. Panzerkorps überhaupt nicht an seiner Flanke interessiert. Er ließ die 10. Panzerdivision zum Schutz des Brückenkopfes zurück und begann am 15. Mai mit der 1. und 2. Panzerdivision seinen Marsch westwärts. Damit unterlief er die Flanke zur 9. französischen Armee um 40 km und zwang damit die 102. Festungsdivision ihre Position zu verlassen, die den Vormarsch des XIX. Korps bei Monthermé verhindert hatte. Nachdem die französische 2. Armee zerschlagen und praktisch gelähmt war, begann nun die 9. Armee sich komplett aufzulösen. Damit bot sich General Rommel mit seiner 7. Panzerdivision die Möglichkeit des Ausbruchs in die Tiefe Frankreichs. Eine französische Panzerdivision, die 1. DCR, wurde mit der Order in Marschgesetzt, Rommel unbedingt zu stoppen. Doch Rommel hatte den Gedanken der Schnelligkeit verinnerlicht, tankte am 15. auf und zerschlug den Angriff bei leichten eigenen Verlusten.
Kleist enthebt Guderian seines Postens
Am 16. Mai verweigerten sowohl Guderian als auch Rommel in einem Akt offener Insubordination gegen ihre Vorgesetzten den Befehl anzuhalten und rasten so schnell und so weit nach Westen wie möglich. Guderian erreichte Marle, 80 km von Sedan entfernt. Kleist explodierte vor Wut und flog am Morgen des 17. Mai zu Guderian wo er ihn nach hitziger Debatte seines Postens enthob. Rommel hatte am Abend des 16. Mai 1940 mit seiner Division die belgisch-französische Grenze bei Avesnes erreicht. Er setzte ohne Vorbereitung seine Panzer zu einem Frontalangriff aus der Bewegung heraus an – und das bei Nacht. Die Verteidiger waren derart überrascht, dass schon im ersten Ansturm der Durchbruch gelang. Anschließend rückte Rommel ohne Rücksicht auf offene Flanken 40 Kilometer tief in das Hinterland vor. Seine Panzer überrollten die ohnehin schon dezimierten Reste eines französischen Armeekorps, das sich weitgehend in Auflösung befand. Dieser Vorstoß, der ihn 100 km tief von seinem Brückenkopf Dinant nach Frankreich brachte, verschaffte seiner Division den französischen Beiname La division fantome (Gespensterdivision).Die 7. Panzerdivision machte am 17. Mai 1940 rund 10.000 Gefangene, die eigenen Verluste betrugen 36 Mann. Kleists Vorgesetzter von Rundstedt hob übrigens den Befehl von Kleist, Guderian seines Postens zu entheben auf; Rommel erhielt für seinen Vorstoß später das Ritterkreuz.
Das Panzerkorps verlangsamte nun seinen Vormarsch, da man sich in eine gefährliche Situation manövriert hatte. Die Kolonnen waren auseinander gezogen, hatten kaum noch Treibstoff und litten unter Ersatzteilmangel. Viele Panzer waren bereits ausgefallen. Es klaffte nun eine breite Lücke zwischen ihnen und der nachrückenden, nicht motorisierten Infanterie. Ein entschlossen vorgetragener französischer Panzerangriff hätte durchaus die Chance gehabt, das Korps zu vernichten. Doch der kam nicht.
Das französische Oberkommando war noch vom Schock der plötzlichen Offensive gelähmt und Defätismus machte sich in ihren Reihen breit. Am Morgen des 15. Mai telefonierte Ministerpräsident Paul Reynaud mit Churchill: „ wir haben eine Niederlage erlitten, wir sind geschlagen, wir haben die Schlacht verloren“. Churchill, der den Versuch unternahm ihn zu trösten, erinnerte ihn daran wie oft die Deutschen im 1. Weltkrieg die Linien durchbrochen hätten, nur um gestoppt zu werden. Doch Reynaud war untröstlich.
Keine Reserven mehr
Churchill flog am 16. Mai nach Paris. Er wurde sich sofort der Situation bewusst als er sah, wie Regierungsmitglieder schon Akten verbrannte und sich zur Evakuierung bereit machten. In einem bedrückten Meeting mit den französischen Kommandeuren fragte Churchill General Gamelin, wo denn seine strategischen Reserven wären, worauf Gamelin antwortete: „Es gibt keine“. Später erzählte Churchill, dass diese Antwort den größten Schock seines Lebens auslösten. Churchill wollte auch von Gamelin wissen, wann und wo er einen Angriff in die Flanke des deutschen Frontvorsprunges machen würde. Gamelin erwiderte darauf zusammenhanglos: „Unterlegenheit an Zahlen, Unterlegenheit an Ausrüstung, Unterlegenheit an Methoden“. Fünf Wochen später, am 22. Juni wurde schließlich in Compiègne der Waffenstillstand geschlossen, der am 25. Juni um 1:35 Uhr in Kraft trat.
Sedan blieb unter deutscher Besatzung bis Ende August 1944. Am 24. August wurde Paris von General Le Clerc befreit, am 30. August rollten Pattons Panzer durch Sedan und Verdun.






















