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Albtraum Kall Trail

Sherman in Deckung
Kalltal Brücke auf dem Weg nach Schmidt
Am nächsten Morgen greifen Teile der 116. Panzerdivision mit Infanterie und Panzern an. Die Überraschung gelingt und das 112. US Regiment zieht sich unter schweren Verlusten nach Kommerscheid zurück. Teilweise ist es reine Flucht. Doch auch unter diesen Bedingungen entwickelt sich ein bemerkenswerter Kampfgeist unter den Amerikanern .Leutnant Fleig`s drei Sherman Panzer nehmen den Kampf  auf und es gelingt ihnen fünf deutsche Panzer auszuschalten. Der einzige US Sieg an einem sonst fürchterlichen Tag. Unterdessen rücken einige deutsche Panzer weiter auf Kommerscheid vor, aber starkes US Sperrfeuer zwingt zum abdrehen.

Grafische Darstellung des Kall Trails
US Panzer fahren den Kall Trail hinunter
In der Nacht zum 5. November gelingt es den Amerikanern  sechs Panzer und neun Panzerjäger nach Kommerscheid zu bringen. Doch am frühen Morgen wird der Kall Trail bereits von deutschen Kräften unterbrochen und die Sicherungen an der Mestrenger Brücke vernichtet. Ein geordneter Rückzug ist so unmöglich geworden. Der 5. November entwickelt sich für die GIs zu einem einzigen Schrecken . Die Lage in Kommerscheid wird hoffnungslos. Der Druck der deutschen Panzer steigt mit jeder Stunde. Der Bataillonskommandeur ist der erste, der dem seelischen Druck nicht gewachsen ist und fällt mit Nervenzusammenbruch aus. Zuerst fliehen einzelne US Soldaten, dann ganze Kompanien. Die Überlebenden stolpern durch das Kall Tal zurück nach Vossenack.

Mestrenger Mühle
Die Kirche von Vossenack
Am nächsten Morgen geht das Drama unvermindert weiter. Ein deutscher Gegenstoß auf Vossenack wird vorbereitet. Zuerst ein Artillerieschlag. Dann, gegen 11.00, stoßen Panzergrenadiere und Infanteristen von Norden und Osten auf das Dorfzentrum vor.
Unter den GIs bricht Panik aus. Waffen und Ausrüstung werden fortgeworfen und schreiend versuchen sie das Dorf zu erreichen, während die deutsche Artillerie Vernichtungsfeuer auf Vossenack lenkt..  Es gelingt besonnen Offizieren und Unteroffizieren eine dünne HKL in der Nähe der Kirche aufzubauen. Rund 70 sind es, die sich den Deutschen entgegenstellen. Am frühen Abend stehen sich beide Parteien an der Kirche gegenüber und ein gnadenloser Kampf beginnt, der mit Spaten, Bajonetten, Panzerfäusten, Messern und bloßen Fäusten geführt wird. Mehrfach wechselt die Kirche den Besitzer. Manchmal sitzen die einen auf der Empore, die anderen in der Sakristei. Andere hinter dem Altar.

St Josefs Kirche in Vossenack
Jagdpanther V
Am 7. November halten die Kämpfe in Vossenack an. Kirche und Friedhof wechseln mehrfach den Besitzer, doch die Deutschen sind bis auf einen kläglichen Rest von 50 Mann geschrumpft und werden bis zum Abend aus dem Dorf gedrängt. In der Zwischenzeit wächst der Druck auf die Überlebenden in Kommerscheid weiter. Die restlichen US Panzer werden von einer wachsenden Anzahl deutscher Jagd Panther und Sturmpanzer vom Typ Hummel ausgeschaltet und die Mannschaften in die Flucht geschlagen. Cota realisiert, dass der Kampf sinnlos geworden ist und befiehlt den Rückzug über die Kall.

Hummel
Die Bilanz des Angriffs auf Schmidt ist desaströs. Von den zwei Bataillonen, die auf Schmidt und Kommerscheid vorgerückt sind, kehren gerade mal 300 Mann in ihre Ausgangsstellungen zurück. 6.100 sind gefallen, verwundet, vermisst oder gefangen genommen worden. Auf deutscher Seite sind 3.000 Opfer zu beklagen.

Der Schriftsteller Ernest Hemmingway verliert im Hürtgenwald seine Illusionen
Grosshau
Insgesamt hat die Attacke der 28. US Infanteriedivision auf Schmidt mehr als 6.000 Opfer gekostet. Der schlimmste Opfergang, den je eine US Division vor und nach dem 2. Weltkrieg hat erdulden müssen. Und es ist noch nicht vorbei. Die 28. wird abgelöst und zum Auffrischen in die Ardennen verlegt. Das Schicksal will es, dass es wieder die 116. Panzerdivision sein wird, die die 28. zum zweiten Mal in wenigen Wochen während der Ardennenschlacht fürchterlich zurichten wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hotel Hürtgen in Hürtgen
Kirche von Hürtgen im Jahre 2005
Die Allerseelen Schlacht ist mit der Ablösung Cota`s beendet, der Kampf um den Hürtgenwald jedoch nicht. Immer wieder greifen die Amerikaner an, immer wieder erleidenen sie fürchterliche Verluste. Als ob sie nicht aus den Fehlern bei Schmidt gelernt hätten. Allein bei den zweiwöchigen Kämpfen um die Ortschaften  Hürtgen und Großhau Ende November verliert das 22. Regiment der 4. US Division 3.178 Männer. Eine Verlust Rate von 100%!

Die Kirche von Hürtgen
Das Kraftwerk am Rur Staudamm
Schmidt und Kommerscheid gehen  letztendlich im Februar 1945 verloren. Ach ja, die Staudämme werden auch genommen. Nur nützt es wenig. Deutsche Pioniere sprengen sie und setzten das Rur Tal für mehrere Wochen unter Wasser.

Am Ende kostet dieser sinnlose Opfergang die Amerikaner 55.000 Opfer, die Deutschen 13.000. Von den Generälen, die auf US Seite dieses Desaster zu verantworten haben, wird keiner zur Rechenschaft gezogen.