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Die Planungsphase

Generaloberst Alfred Jodl
Generaloberst Heinz Guderian
Am 16. September 1944, nach der Lagebesprechung in der Wolfsschanze in Rastenburg, bittet Hitler die Generäle in das Besprechungszimmer, denen er am meisten vertraut. Feldmarschall Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Alfred Jodl, Heinz Guderian als Chef des Generalstabes des Heeres, sowie General Kreipe als Vertreter Görings.

Adolf Hitler
Als Hitler den Raum betritt, beginnt Jodl mit einer Bestandsaufnahme. Die politische Lage ist hoffnungslos. Das Reich ist völlig isoliert. Immer mehr Bundesgenossen wenden sich  von Deutschland ab. Rumänien und Bulgarien hatten es vorgezogen, die Seiten zu wechseln und an der Seite der Sowjets gegen Deutschland zu kämpfen. Finnland hatte sich gleichfalls von Hitler-Deutschland abgewandt. Japan hatte vorgeschlagen, Deutschland solle Waffenstillstandsverhandlungen mit den Russen aufnehmen.

Die Amerikaner stehen  an der Westgrenze des Reiches und die Sommeroffensive der russischen Armee schien sich totgelaufen zu haben. Jodl, der das Wort führte, sprach von einer Ruhepause in den Ardennen. Bei diesem Wort stoppte Hitler den Vortrag und erklärte den überraschten Anwesenden, dass er genau hier, in den Ardennen, die große Offensive wünschte. Ziel: Antwerpen.

Jodl bekam am 25. September den Auftrag, einen umfassenden Plan auszuarbeiten. Am 11. Oktober legte dieser seinen Entwurf, der den provisorischen Decknamen „Christrose“ trug, Hitler vor. Der zeigte sich von dem Konzept begeistert. Drei  Armee mit zusammen zwölf Panzerdivisionen, sowie achzehn Infanteriedivisionen sollten den Feind überrumpeln und am 7. Tag Antwerpen nehmen. Hitler selbst legte den endgültigen Decknamen fest: „Wacht am Rhein“.

Von Rundstedt , Oberbefehlshaber West
Feldmarschall Walter Model
Feldmarschall von Rundstedt, Oberbefehlshaber aller deutscher Bodenstreitkräfte im Westen und Feldmarschall Walter Model, den Hitler ausdrücklich als Ausführenden der Offensive bestimmt hatte, waren aber alles andere als von diesen Plänen begeistert. Beide begannen an Gegenvorschlägen zu arbeiten. Von Rundstedt an „Unternehmen Martin“, Model an „Herbstnebel“. Am 27. Oktober präsentierten beide ihre Vorschläge. Von Rundstedt`s Plan sah einen 35 km breite Angriffsstreifen mit 17 Divisionen vor, Model einen 65 km  breiten mit 20 Divisionen. Hitler verwarf beide, indem er seine Generäle auf Friedrich den Großen verwies, der alles auf eine Karte bei der Schlacht von Rossbach und Leuthen gesetzt und eine zweifache Übermacht besiegt hätte.

Antwerpen, das Ziel der Ardennen-Offensive
Bis zum 11. Dezember gelang der Reichsbahn ein kleines Wunder, in dem es ihr gelang, trotz pausenloser Luftangriffe, drei  Armeen in ihre Ausgangsstellungen zu schaffen. General Ernst Brandenberger sollte die 7. Infanteriearmee gegen Vianden und Echternach führen und am Semois Stellung beziehen, um die Operation gegen mögliche Reaktionen Pattons abzusichern. Hasso von Manteuffel`s  5. Panzerarmee hatte die Aufgabe sowohl  St. Vith zu nehmen, als auch schnellstens durch die südliche Schnee Eifel vorstoßen.

Jochen Peiper
Die stärksten und besten Truppen standen unter dem Kommando von  SS Obergruppenführer Sepp Dietrich. Die 6. Panzerarmee bestand aus vier starken Panzer- und fünf Infanteriedivisionen. Die Panzereinheiten waren die 1. SS Panzerdivision "Leibstandarte Adolf Hitler" (LAH), die 12. SS Panzerdivision "Hitlerjugend", die 2. SS Panzerdivision "Das Reich", sowie die 9. SS Panzerdivision "Hohenstaufen". Order: Überquerung der Maas beiderseits von Lüttich, Überquerung des Albertkanals und die Rückeroberung Antwerpens.
Insgesamt standen in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember auf deutscher Seite rund 250.000 Mann, 1.900 Geschütze, 970 Panzer und 1.900 Flugzeuge. Von den 100 Düsenjägern, die Göring großspurig versprochen hatte, war nichts zu sehen. Geradezu grotesk war die Erstausstattung an Treibstoff. Obersturmbannführer Peiper, Chef des 1. Panzerregiments der 1. SS Panzerdivision sollte Ziele erreichen, die 150 km von seiner Ausgangsstellung entfernt waren. Treibstoff hatte er für gerade mal 100 km. Die Differenz sollte er sich von den amerikanischen Tanklagern holen, die im nahen Frontbereich angelegt waren.

Das Schlachtfeld am 15. Dezember 1944
Auf amerikanischer Seite  standen an der 130 km langen Front, von Monschau in der Eifel bis Echternach in Luxemburg, die 2., die 99., die 106., die 28., und 4. US Division. Die 9. Panzerdivision war sowohl im Frontbereich als auch in Reserve verteilt. Dabei muss man beachten, dass man nicht von einer durchgehenden Front sprechen konnte. US Einheiten unterhielten streckenweise nur Stützpunkte wie Houffalize, Bastogne oder Clerveaux. Andere, wie die 106. Infanteriedivision, lagen wie abgeschnitten in der Berglandschaft der Schnee Eifel und betrieben Wintersport.