
Das Imperial War Museum Duxford
Um Duxford und seine Ausstellungen beschreiben zu können, kommt man nicht umhin Worte wie unglaublich oder fantastisch zu gebrauchen. Dieses Museum steht auf historischem Boden, denn bereits während des 1. Weltkrieges entstand hier einer der ersten Feldflugplätze der Royal Air Force. Hier wurde am 1. April 1918 das Royal Flying Corps mit den Royal Navy Services zur neuen RAF verschmolzen. Damit war die erste wirkliche Luftwaffe der Welt etabliert.
Nach dem Krieg erweiterte Duxford seine primäre Rolle als Flugschule und wurde zur Keimzelle der Jagdflieger Schwadronen Nr. 19, 29 und III. Nach 1924 wurde Duxford ein Jagdfliegerstützpunkt für die nächsten 37 Jahre. Hier flogen auch zuerst die wirklich neuen Maschinen wie die Gloster Gauntlet im Jahre1935. Ein Jahr später nutzte Flight Lieutenant (später der Air Commodore Sir) Frank Whittle den Platz als Mitglied der Cambridge University Air Squadron. Es war Whittle, der den Jetantrieb für Flugzeuge als erster entwickelte und die Gloster Meteor 1943 damit ausrüstete.
Im Sommer 1938 hatte die Nr. 19 Schwadron einen derartig guten Ruf, dass man sie als erste mit der brandneuen Spitfire ausrüstete und der erste , der eine Spitfire nach Duxford flog, war Supermarines Testpilot Jeffrey Quill. Im Februar 1940 wurde einer der ganz großen Helden des 2. Weltkrieges, Douglas Bader zur Nr. 19 versetzt. Bader hatte bei einem Unfall einige Jahre vorher seine Beine verloren. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, eine Spitfire in eine tödliche Waffe zu verwandeln. Baders Führungseigenschaften machten ihn und seine Crews in kürze zu einem schlagkräftigen Verband, der sein Können in der Battle of Britain beweisen konnte. Die wirkungsvollste Aktion von Baders neu formiertem Geschwader war ihr Einsatz am 15. September gegen massive Einsätze deutscher Bomber, de sie zum Teil dazu zwangen, ihre Formationen aufzulösen und ihre Bomben im Notabwurf über Südengland zu werfen.
Nach der großen Schlacht entwickelte sich Duxford verstärkt zum Zentrum für die Erprobung von Feindflugzeugen. Maschinen, die zur Notlandung gezwungen wurden, oder sich ganz einfach verflogen hatten und Duxford für einen Flugplatz in Frankreich hielten, wurden übernommen. Hier wurden Me 109, He 111 oder die Ju 88 auf Herz und Nieren überprüft und Schwachstellen gesucht und gefunden, die im Einsatz gegen sie verwendet werden konnten. Später entwickelten die Männer von Duxford auch das Schlachtflugzeug Hawker Typhoon, die später bei der Landung in der Normandie zur Plage für die deutschen Landser wurden.
Im April 1943 wurde Duxford der 8. US Air Force übergeben, die den Flugplatz in Basis 357 umtauften und zum Heimatplatz des 78. FG Fighter Group, ausgerüstet mit P-47 Thunderbolts, machten. Ab Dezember 1944 wurde diese Gruppe auf P-51 Mustang umgerüstet. Die 78. war auch die erste Gruppe, der es gelang eine Me 262 abzuschießen.
Insgesamt gingen auf das Konto der Jagd Gruppe 697 deutsche Flugzeuge.
Heute ist Duxford das größte und bedeutendste Flugzeug Museum Europas. Was hier als Exponat zu sehen ist, ist wirklich einmalig. The British Aircraft Collection birgt solche Schätze wie die Viermot Legende Avro Lancaster, die Mosquito, die Spitfire oder den ersten britischen Düsenjet, die Gloster Meteor. An Nachkriegsmodellen muss hier unbedingt die gewaltige Avro Vulcan gennt werden, Englands Atomwaffenträger.
Das American Air Museum ist ausschließlich den USA gewidmet. Hier gibt es Schätze zu bewundern, wie man sie nur noch in wenigen Museen in den USA finden kann. Aber nirgendwo geballt wie hier in Duxford. So kann man bestaunen: eine B 17 Flying Fortress, eine B 24 Liberator, eine B 25 Mitchell, eine B 29 Super Fortress oder eine P-47 Thunderbolt. Nur zwei Nachkriegsmodelle sollen hier hervorgehoben werden. Die Lockheed SR-71 Blackbird, das schnellste Spionage Flugzeug der Welt, oder die gewaltige B 52, Amerikas strategischen Bomber mit Nuklearkapazität.
Eine weitere permanente Ausstellung ist die der Battle Of Britain. Hier findet man alles, was mit der für England so entscheidenden Auseinandersetzung zu tun hat. Hier gibt es neben der Spitfire und Hurricane Artefakte von Teilnehmern der Schlacht, Film- und Audioaufnahmen zu sehen und zu hören. Besser ist die Schlacht nicht zu vermitteln.
Daneben hat Duxford auch noch eine Ausstellung für den Landkrieg zu bieten. Hier werden in wechselnden Szenen wie Normandie oder Nordafrika Material und Menschen in Szene gesetzt. Hier gibt es Fahrzeuge aller Art, Waffen und Uniformen zu bestaunen.
Zu guter letzt ist Duxford natürlich auch die Heimat der britischen Air Shows. Was es hier an fliegendem Gerät im Einsatz zu sehen gibt, ist einmalig in Europa.



