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Zivile Ziele

Spotter sucht deutsche Flugzeuge in der Nähe der St Pauls Kathedrale
St Pauls Kathedrale im Bombenhagel
Am 7. September begehen die Deutschen den wohl größten Fehler der gesamten Schlacht. Angesichts der für sie nicht zählbaren Erfolge gegen Flugplätze und Fabriken entschließt sich Göring das Hauptaugenmerk gegen London zu wenden. Der Gegner, der wankt und endgültig mit einer großen Anstrengung zu werfen wäre, bekommt dadurch Zeit, seine Ressourcen wieder aufzufüllen und die Flugplätze in Stand zu setzen. Gegen 16.00 am 7. September sehen die Engländer auf ihren Radarschirmen 1.000 Flugzeuge, davon 350 Bomber, auf London eindrehen. Die Wirkung der Angriffe, die bis 04.30 am folgenden Morgen andauern, kostet 448 Zivilisten das Leben. Und auch die RAF verliert mit 31 Jägern einen wichtigen Bestand ihrer Maschinen. In den nächsten Tagen wechseln sich Tag- mit Nachtangriffen ab.

Dornier Do 17 Z-2
Die Docks werden angegriffen
Der 15. September sollte zum Höhepunkt der Luftschlacht um England werden. Nie wieder sollte die Luftwaffe in einer derartigen Stärke gegen die RAF Jäger antreten. Der erste große Angriff gegen Mittag, ausgeführt von 100 Do 17, geht ins Leere, da sich der Verband noch vor Erreichen der Stadt auflöst. Gegen 14.00 trifft ein neues Geschwader über London ein, das von 170 englischen Jägern abgefangen wird. Churchill, der der in Uxbridge die 11. Gruppe in ihrem Operationsraum besucht bekommt auf seine Frage, ob es Reserven gäbe die Antwort: „Es gibt keine“. Und doch ist dieser Tag, trotz 27 eigenen Verlusten ein Wendepunkt. Die Deutschen verlieren 56 Maschinen und was noch viel wichtiger ist, sie verschieben die Landung auf unbestimmte Zeit.

Sperrballon über der Themse
Obwohl Göring die Angriffe, Blitz genannt, den ganzen Herbst und Winter weiter laufen lässt, ist für England das Gröbste vorüber, die unmittelbare Gefahr beseitigt. Und doch werden in den nächsten Monaten Tausende in Städten wie Coventry, Liverpool, Birmingham oder Leeds im Bombenhagel sterben. Mit diesen Angriffen wird die Saat für die alliierte Bomberkampagne gelegt.

Kondenstreifen über London
Von den offiziellen 2.947 Besatzungsmitgliedern  auf britischer Seite, fallen 507. Die erfolgreichste Nationalität, die in der RAF kämpfte, war Polen. Ihre ausgezeichnet ausgebildeten Piloten erzielten überwältigende Abschusserfolge. Die 303. polnische Staffel erreichte die höchste Zahl des gesamten Krieges.

Englischer Jäger filmt Treffer bei einer He 111
Die deutsche Luftwaffe verlor zwischen Juli und Oktober 1.733 Maschinen. Die Royal Air Force hingegen nur 915. In der Zeit des Blitzes, von September 1940 bis May 1941 warf die Luftwaffe 35.000 Tonnen Bomben auf englische Städte. Davon 18.800 Tonnen bei 18 Angriffen auf London. Schrecklich wie diese Zahlen sind, sie sind nur ein Bruchteil dessen, was später als Reaktion auf deutsche Städte niedergeht.