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Das Ende

Jabo Beute
Britischer Cromwell mit Heckenpflug
Anfangs geht es stellenweise zügig voran. Die 2. SS Panzerdivision nimmt Mortain, und am rechten Flügel steht von Lüttwitz bereits tief im Korridor. Nur die 116. liegt wie festgenagelt vor einem Pak Riegel fest. Und dann klart das Wetter auf. Die 300 Jäger (von ehemals versprochenen 1.000) tauchen nicht auf. Sie werden bereits kurz nach dem Start in Luftkämpfe verwickelt und nicht einer einzigen Maschine gelingt es, zum eigentlichen Schlachtfeld vorzustoßen. So ist es keine Überraschung, dass  der deutsche Vorstoß im Laufe des Tages aus der Luft gestoppt wird. Binnen 48 Stunden stehen die Truppen wieder in ihren Ausgangsstellungen. Die Schlacht um die Normandie ist endgültig verloren.

Tiger I in der Normandie
Deutscher Panzer von Typhoon Rakete getroffen
Noch während die Deutschen versuchen, den Flaschenhals abzuschneiden, drehen Teile von Pattons 3. Armee auf Befehl Eisenhowers in Richtung Norden auf Argentan, Falaise und Alencon ein. Am 9. August sind die Spitzen nur noch acht Kilometer vor Falaise. Montgomery seinerseits hatte bereits am 7. August sein Unternehmen „Totalize“ begonnen. Die Umfassung der deutschen  Verbände war im vollen Gange. Ein Tausend-Bomber-Angriff bereitet den Angriff vor, dann fahren an die Tausend gepanzerte Fahrzeuge der Briten, Kanadier und Polen gegen die deutschen Stellungen. Die eben erst aus Norwegen verlegte 89. Infanteriedivision, sowie die 272. Infanteriedivision,  zerbrechen unter diesem Ansturm. Kurt „Panzer Meyer“ Meyer, der Führer der 12. SS Panzerdivision, bildet mit seinen 50 Fahrzeugen bei Cintheaux den letzten Sperrriegel vor Falaise. Diese 50 Panzer halten gegen 600 alliierte Panzer. Wenig später stoppen die Männer von Kurt Meyer die alliierten Spitzen bei den Höhen 195 und 140, südlich von Grainville  Ein letztes Mal.

Panther in Argentan
Karte vom Todeskorridor
 Am 14. August trennen die beiden alliierten Zangen bei Falaise nur noch 20 Kilometer. Die 7. deutsche Armee und die 5. deutsche Panzerarmee sind zwischen Dives und Flers zusammengedrängt  Am 17. August wird von Kluge durch Feldmarschall Walter Model ersetzt. Hitler traut ihm nicht mehr. Von Klug schreibt einen letzten Brief an Hitler, in dem er die Gründe für die Niederlage in der Normandie nennt und schreibt zum Schluß: „Ich kann den Vorwurf, das Schicksal des Westens durch falsche Maßnahmen besiegelt zu haben, nicht tragen, habe auch keine Mittel, mich zu verteidigen. Ich ziehe mithin die Konsequenz und begebe mich dahin, wo schon Tausende meiner Kameraden sind“. In der Nähe von Metz bereitet von Kluge seinem Leben mit einer Gift Kapsel ein Ende.

Strasse von Trun nach St Lambert
Corridor Of Death
An dem Tag, an dem von Kluge Selbstmord begeht, stehen seine ehemaligen Untergebenen unter massivem Artilleriefeuer und Bombenangriffen. Die Amerikaner, die eigentlich schon den Sack hätten zumachen können, beginnen nun von Argentan in Richtung Chambois anzugreifen. Die Kanadier machen Druck auf Saint Lambert. Aber selbst am Abend des 18. ist es ihnen nicht gelungen, den Kessel zu schließen. Die Deutschen nutzen die Chance und schleusen so viele Soldaten wie möglich durch den Flaschenhals zwischen Trun und Chambois. Am 19. August unternehmen die Alliierten einen weiteren Versuch den Kessel zu versiegeln. Überall herrscht Tod und Verwesung. Wälder werden zerschossen, in den zerstörten Dörfern häufen sich die Toten, zertrümmertes Gerät, verendete Pferde. Und wieder halten die Deutschen den Weg Richtung Seine offen. Erst am Spätnachmittag des 19. gelingt es der 1. polnischen Panzerdivision die Deutschen vom Mont Ormel zu werfen. Von Süden kommt das 317. US Infanterieregiment, dass sich mit Hilfe von Bulldozern, die Trümmer und Leichen beiseite schiebt, einen Weg durch Chambois bahnt, näher.

Blick vom Mont Ormel auf den Korridor des Todes
GIs in Chambois mit erbeuteter Naziflagge
Doch für die Alliierten kommt diese Aktion Tage zu spät. Gut die Hälfte der ursprünglich eingeschlossenen 120.000 Deutschen kann entkommen. 50.000 bleiben zurück und nicht alle haben sich ihrem Schicksal, der Gefangenschaft, ergeben. Regen setzt ein und die Polen auf dem Mont Ormel verlieren Fühlung zu den Kanadiern. Diesen Moment der Schwäche und Unsicherheit nutzen General Eugen Meindl, Kommandeur des II. Fallschirmjäger Korps. Er bildet zwei Kolonnen, die in der Nacht vom 19. auf den 20. August den Durchbruch bei Saint-Lambert wagen. Er umgeht den Mont Ormel und marschiert bis Coudehard, ganz in der Nähe des berühmten Ortes Camembert. 20 Panzer, die letzten der 2. und 9. SS Panzerdivisionen unterstützten den Angriff und halten die Pforte offen. Zum Schluss bleibt nur noch ein schmaler Feldweg offen, der unter konzentriertem Artilleriefeuer liegt. Er istr derart mit Wracks, Leichen und Pferde Kadavern angefüllt, dass er unpassierbar wird .Er erhält daraufhin die Bezeichnung „Couloir de Mort“ – Todeskorridor.  Auf diese Weise gelangen noch Tausende deutsche Soldaten und Generäle aus dem Kessel. Darunter General Mahlmann, Kommandeur der 353. Infanteriedivision, von Lüttwitz, Kommandeur der 2. Panzerdivision, und Kurt Meyer, der Chef der 12. SS Panzerdivision. In der Nacht des 21. August bemerkt Meindl gegen 05.00 eine Gruppe von Männern, die aus der Gegend von Vimoutiers herankommen. Es sind Überlebende eines Grenadierbataillons. Die letzten der deutschen Armee. Die Schlacht um die Normandie ist zu Ende.