Newsletter abonnieren:

Wo bleibt die Luftwaffe?

Junkers Ju 88
Gefürchteter Jabo: britischer Hawker Typhoon
Die von Dietrich so bitter beklagte fehlende Luftunterstützung hatte seine Hauptursache in der sich ständig steigernden alliierten Bomberoffensive, die seit Mitte 1942 die deutschen Städte verwüstete. Göring rief daher seine Jäger zum Heimatschutz zurück. Die, die zurückblieben, um das Heer bei einer eventuellen Invasion zu schützen und zu unterstützen, waren ganze 320 Maschinen. Und dennoch versuchten deutschen Piloten gegen die überwältigende Übermacht anzugreifen. So wurde ein Schwarm Junkers Ju 88 früh am Morgen beim Versuch einen Angriff auf die Schiffe zu fliegen, von Mustangs der 355. Fighter Group empfangen. Neun deutsche Maschinen werden abgeschossen, die übrigen entledigten sich ihrer Bomben im Notabwurf und drehten ab. Allgemein bekannt ist der Einsatz von Oberst Josef Priller, Kommandeur des Jagdgeschwaders 26. Er und sein Rottenflieger, Unteroffizier Heinz Wodarcyk, flogen einen Tiefangriff über dem englischen Sword Abschnitt. Nicht viele wissen von einem Angriff eines Dutzend Messerschmidt Me 109, die britische Typhoons der Jabo Staffel 183 in Kämpfe verwickelten, drei ihrer Maschinen abschoss, bevor die verjagt wurden.

Fw 190 mit Zusatztank
Do 217 mit Lenkwaffen
Ein weiteres Beispiel von Tapferkeit der Luftwaffen Piloten ist die III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 4. 50 Maschinen vom Typ Focke Wulf Fw 190 F bekamen am D-Day den Befehl, von ihren Plätzen im Süden und Osten Frankreichs nach Laval und Tours zu verlegen. Bei solchen Platzverlegungen war es üblich, einen Mechaniker im hinteren Rumpf des Jabo mitzunehmen, um eine schnelle Wartung der Maschine am neune Standort zu gewährleisten. Während dieses Fluges wurden einige dieser Flugzeuge von Mustangs und Thunderbolts angegriffen. Fünf Fw 190 wurden abgeschossen und da für die Mechaniker kein Fallschirm aus Platzgründen vorhanden war, weigerten sich die Piloten ihre Kameraden im Stich zu lassen und stiegen nicht aus. Von den 10 Männern an Bord dieser Flugzeuge kamen acht ums Leben. Auch die 2. Gruppe des Jagdgeschwaders 2 bekämpfte mit ihren 25 Maschinen am dem 7. Juni den Feind. Wenige Tage später wurde die gesamte Gruppe von Mustangs am Boden zerstört. In den ersten Zehn Tagen der Invasion verlor die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 100, die mit Do 217 und Gleitbomben ausgerüstet war, zehn Flugzeuge und acht Besatzungen.

Me 328a
seltenes Farbfoto einer Me 262
Auch so genannte  Wunderwaffen  kamen über der Invasionsfront zu Einsatz. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni führte Kommodore Horst Rudat von der Kampfgruppe 101 mit vier Maschinen einen „Misteleinsatz“ durch. Die „Mistel“, amtlicher Tarnname „Beethoven“, war ein Gespann, bestehend aus einem unbemannten Bomber vom Typ Ju 88, der mit 2,8 Tonnen Sprengstoff beladen war, und einer Me 109, die auf einem Strebebock auf der Rumpfoberfläche des Bombers befestigt war. Die Ju 88 flog mit der Me in die Nähe des Ziels. Dort startete der Pilot seinen Motor und lenkte aus einer Entfernung von 1-5 Km den Bomber im flachen Gleitflug ins Ziel. Daneben kam auch die Jabo-Version der Me 262 , der Me 262 A-2a „Sturmvogel“, Anfang August zum Einsatz Diese waren aber sinnlos, da sich die Jabo Version nicht bewährte.

Erster Düsenbomber der Welt: Arado 234
Jet Bomber Arado 234
Das große Problem der Deutschen war die nicht vorhandene Luftaufklärung. Alle Versuche, sich einen Überblick zu verschaffen, endeten entweder im Abschuss des Aufklärers, oder man ließ die Maschine erst gar nicht in die Nähe der Begierde gelangen. Das änderte sich erst, als eine andere Geheimwaffe, die Arado Ar 234 C auftauchte. Von  diesem zweimotorigen Jet-Bomber und -Aufklärer, der eine Spitzengeschwindigkeit von 880 km/h erreichte, existierten nur drei Prototypen, die nach Juvincourt nahe Paris verlegt wurden. Am 2. August startete Leutnant Erich Sommer zum ersten Aufklärungsflug der Welt mit einem Düsenflugzeug. In 10.000 m Höhe überflog und photographierte er den gesamten Landekopf. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten andere Ereignisse ihre Schatten geworfen.

21. Panzer Division rückt vor
Rommel wird durch Tiefflieger Angriff schwer verwundet
Auf der Rückfahrt von Rommels denkwürdigen Treffen am 17. Juli, gegen 16.00,  wurde Rommel bei einem Jabo Angriff in der Nähe des Dorfes Montgomery auf der Route National 179 schwer verwundet. Drei Tage später, am 20. Juli versuchte von Stauffenberg Hitler mit einer Bombe in der Wolfsschanze zu töten.