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Das Royal Navy U-Boot Museum

Das Royal Navy Submarine Museum liegt neben der HMS Dolphin, der ehemaligen U-Boot Basis (bis 19949) , Ausbildungs- und Trainingszentrum (bis 1998) und gegenüber dem. Portsmouth Hafen. 1904 entschied die Navy, dass es an der Zeit wäre, der neuen U-Boot Waffe eine Basis zu errichten. Als Standort wurde das alte Fort Blockhouse, eine ehemalige Burg der Plantagenet (englisches Königshaus, erlosch 1499 mit Edward, Earl of Warwick) am Hafeneingang ausgesucht. Obwohl die Basis 1998 geschlossen wurde, haben die „heiligen Hallen“ wie der alte Speisesaal, die Gedenkkapelle oder die Offiziersmesse auf ehemalige U-Boot Männer immer noch eine magische Anziehungskraft. Das U-Boot Museum ist daher am richtigen Ort, um als Fundgrube für Historiker und Besucher gleichermaßen die hundertjährige Tradition des Royal Nay Submarine Service zu pflegen.
 

Submarine Museum Gosport
Das Museum entstand aus einer kleinen „U-Boot Kollektion“, die erstmalig 1963 ihre Pforten öffnete. Nachdem die HMS Alliance dem Publikum zugängliche gemacht worden war, vergrößerte sich die Ausstellung rapide und 1983 musste ein weiteres Gebäude eingeweiht werden. Heute wird die Ausstellung vom Verteidigungsministerium finanziell unterstützt und mehr als 75.000 Besucher pro Jahr nehmen das Angebot wahr. In den Archiven lagern heute mehr als eine Million Dokumente, unzählige Fotos und 4.000 Bücher, die das U-Boot und den U-Boot Krieg als zentrales Thema haben. Kein Wunder, dass Historiker und Journalisten diese Fundgrube intensiv nutzen.
 

John Phillip Holland
Das größte Exponat ist natürlich die HMS Alliance, die im Freien ausgestellt ist. 1945 vom Stapel gelaufen, war sie zu jung, um am 2. Weltkrieg teilgenommen zu haben. Das Boot war während des Kalten Krieges aktiv und wurde erst 1973 außer Dienst gestellt. Das 93 m lange A-Klasse Schiff verdrängte 1.385 t und war eines von 16 Booten, die zwischen 1945 und 1948 fertig gestellt wurden. Der Zugang führt durch eine Luke in der Nähe des vorderen Torpedoraumes, wo der Rundgang dann weiter durch das gesamte Boot bis in den Maschinenraum mit den beiden 2.150 PS Dieselmotoren führt. Hier gibt es Sound Effekte, die dem Originalgeräusch der Maschine täuschend ähnlich sind.
 

Das erste britische U-Boot

Holland VI
Von den Ausstellungsgegenständen ist jedoch das allererste U-Boot der Royal Navy eine Besonderheit: Das Unterwasser Torpedoboot Nr. 1, besser bekannt als Holland 1.
Die Firma Vickers baute dieses Boot nach den Plänen von John Holland im Jahre 1901; nur ein Jahr nach der Indienststellung der Holland VI durch die U.S. Navy. Die britische Holland 1 ist jedoch das einzige noch existierende Holland Boot überhaupt. Die Holland 1, die eigentlich eine vergrößerte Version der Holland VI war, gibt einen detaillierten Einblick in die Arbeit von John Holland und es läuft ein Schauder historischer Bedeutsamkeit über den Rücken, wenn man das Boot betritt.
 

Holland I
Nur ein dummer Zufall ermöglichte es, das Boot heute besichtigen zu können.1913 war sie im Schlepp auf dem Weg zum Abwracker, als sie das gleiche Schicksal wie Holland VI ereilte: sie sank. Erst 1981 wurde sie bei Plymouth in der Nähe des Eddystone Leuchtturm wieder entdeckt und durch die Navy gehoben. Sie wurde gereinigt, mit Anti-Korrosionsmitteln behandelt und ausgestellt. Nach einem Jahrzehnt begann sie dennoch zu rosten und es wurde klar, dass eine gründliche Renovierung des Bootes notwendig war. Daraufhin verbrachte Holland 1 die nächsten vier Jahre in einem riesigen Tank voll Natriumkarbonat (Soda), um die für den Rost verantwortlichen Chlorid Ionen zu entfernen. Damit wurde das Problem gelöst und 2001 wurde Holland 1 in einem eigens konstruierten Klima kontrollierten Glasgehäuse wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies war nur möglich durch die finanzielle Unterstützung des Heritage Lottery Fund Projekts. Für diese außergewöhnliche Initiative erhielt das Museum und der Konservator den begehrten Nationalen Pilgrim Trust Conservation Award 2002. Sozusagen der „Oscar“ der Zunft.
 

Holland III
Da alle verwendbaren Teile vor ihrer letzten Fahrt ausgebaut worden waren und bislang keine Anstrengungen gemacht wurden, diese wieder zu reproduzieren, bleibt es der Vorstellungskraft des Besuchers überlassen, sich ein Bild zu machen. Trotzdem sieht man das Torpedorohr, den Antrieb mit seiner Diesel- und E-Maschine, sowie Antriebswelle und Kupplung. Der Rumpf, die Propeller, das Ruder, die Mündungsklappe und andere Außenteile sind wie neu. Als separates Exponat ist eine Batteriezelle zu sehen. Es lohnt sich also, Holland 1 zu erforschen.
 

Furchtlose Sailors

Die Tirpitz im Faettenfjord bei Trondheim.
HMS X-24 ist das dritte der ausgestellten U-Boote, obwohl hier eher der Begriff Mini-U-Boot angemessener wäre. X_24 ist eines von 25 Kleinstunterseebooten, die unter dem Generalbegriff „X-Craft“ zu Kommandoeinsätzen gegen Ziele der Achsenstreitkräfte eingesetzt wurden. Das X-Craft verdrängt nur 40 t auf einer Länge von 17 m und war mit einem Gardiner Dieselmotor ausgerüstet, der auch in den Londoner Doppeldeckerbussen seinen Dienst tat. Vier Mann, von denen einer ein Taucher war, bildeten die Crew. Die spektakulärsten Erfolge waren die Angriffe auf die Tirpitz innerhalb ihres Fjordhafens in Norwegen und der Angriff auf den japanischen Kreuzer Takao in Singapur, 1945. Die Crews, die an beiden Einsätzen teilgenommen hatten, wurden mit dem Victoria Cross ausgezeichnet.
 

X-Craft 24
Das hier ausgestellte X-24 wurde gegen den norwegischen Hafen Bergen eingesetzt, wo sie ein wichtiges Motorschiff und das einzige damals verfügbare Schwimmdock für U-Boote zerstörten Von den 25 Booten gingen insgesamt neun verloren.
X-24 ist im Freien ausgestellt und ihr Rumpf wurde geteilt, um einen Blick in den Maschinen- und Crewraum werfen zu können.
 

War Turtle
Die Hauptausstellungsstücke des Museums befinden sich in einer zweistöckigen Galerie gegenüber HMS Alliance. Im Erdgeschoss werden U-Boot Operationen demonstriert, im Obergeschoss sind historische Artefakte zu sehen. Im Gegensatz zur U.S U-Boot Waffe, die ihre Geschichte hauptsächlich im 2. Weltkrieg manifestierte, waren die Royal Navy Boote bereits im 1. Weltkrieg im Einsatz. Und hier gibt es Hinweise auf diese Einsätze wie zum Beispiel die Fahrten von Martin Nesmith mit E-11 im Jahre 1915 im Marmara Meer oder Max Hortons Erfolg mit E-9 in der Ostsee. Hier gibt es auch interessante Design Innovationen wie die Dampf getriebene K-Klasse und U-Boote mit 12-inch Geschützen zu sehen. Erzählt wird auch die Geschichte von 16jährigen „boy telegraphists“, die als Funker auf den Booten fuhren. Neun von ihnen kehrten nicht zurück. Man kann sogar tiefer in die Geschichte der U-Boote eintauchen und sich mit Replikas von David Bushnell´s „War Turtle“, oder Modellen anderer Experimentalboote wie zum beispielsweise die frühen Boote von Fulton, Garret oder Simon Lake beschäftigen.
 

Der Jolly Roger

David Wanklyn
Der interessante Überblick über die Geschichte der britischen U-Boote führt dann in den 2. Weltkrieg wo Männer wie David Wanklyn mit HMS Upholder 119.000 Tonnen Schiffsraum im Mittelmeer versenkten, bevor sie selbst auf ihrer 25. Fahrt verloren gingen. Hier gibt es auch eine große Sammlung von „Jolly Rogers“, Siegeswimpeln, die die versenkten Schiffe anzeigten. Im Untergeschoss des Museums finden sich Modelle, Kampfstände außer Dienst gestellter Boote, Displays zum besseren Verständnis Nuklear betriebener U-Boote, sowie das Periskop von HMS Conqueror, mit dem man den Hafen von Portsmouth beobachten kann.
 

Italienischer menschlicher Torpedo
Daneben gibt es weiteres Dokumentationsmaterial in diversen Nebengebäuden, darunter die „Waffen Galerie“. Hier sind moderne und historische Torpedos zu sehen, darunter auch eine
Exemplar von Whitehead, Polaris Raketen, Tomahawk Cruise Missiles, ein “italienischer menschlicher Torpedo“, das 4-inch Deckgeschütz, mit dem die letzte Artilleriegranate von der HMS Andrew abgefeuert wurde, und das Periskop von L-14, dem wahrscheinlich einzigen voll funktionsfähigem Periskop aus dem 1. Weltkrieg. In einem weiteren Gebäude findet man alles Wissenswerte über Tauchretter, sowie Rettung aus gesunkenen U-Booten.
 

Laut Jeffrey Tall, dem Leiter des RN Submarine Museums waren seit der Holland 1 650 große U-Boote in der Royal Navy in den vergangenen 102 Jahren in Dienst gestellt worden. Von diesen gingen im 1. Weltkrieg 54 (25%), im 2. Weltkrieg 74 (35%) und bei Unglücken in Friedenszeiten 26 verloren. Den Opfern dieser Versenkungen und Unglücksfällen sind zwei Gedenkorte gewidmet: der „Remembrance Corner“ (Erinnerungs Ecke)in der historischen Galerie, sowie einem Memorial an der Pier, auf dem die Namen aller verloren gegangenen britischen U-Boote vermerkt sind. Darüber steht das lateinische Wort RESURGAM – Ich werde wieder auftauchen.

Von Dr. Whitman, Senior Editor des Undersea Warfare Magazins.
 

Royal Navy Submarine Service - 1901

Holland 1, das erste U-Boot der Royal Navy wird bei Vickers, Sons & Maxim Ltd (heute BAE Systems Marine, Barrow) auf Kiel gelegt. Holland 1 war mit einem Torpedorohr ausgerüstet. Das Boot entstand in einer Zeit, in der das U-Boot kontrovers diskutiert wurde. Man bezeichnete gerne das U-Boot als die Waffe der „weaker Power“, der kleineren Länder.
In England sagte man auch, dass “U-Boot Fahren kein Beruf für Gentlemen“ sei.
 

1902 - 1908

HMS B 4 (1904)
Die U-Boote etablierten sich in der Marine schnell, wurden aber dennoch mit Geringschätzung betrachtet, obgleich sie die Todesglocke für die Dreadnoughts geläutet hatten. Sie blieben dennoch technisch gesehen primitive Fahrzeuge, in denen drei weiße Mäuse vor der Gefahr gefährlicher Abgase warnen sollten.
 

1908 - 1914

HMS C 38 (1908)
Diesel Motoren machten die Boote sicherer und ermöglichten längere Missionen. Die Boote wurden größer und wurden stärker bewaffnet. Obwohl sie als Defensivwaffe galten drängten Visionäre wie Lord Fisher darauf, U-Boote weltweit und als Flottenbegleiter einzusetzen.
 

1914 - 1918

HMS E 4 (1912)
Die Royal Navy begann den 1. Weltkrieg mit 100 U-Booten. Viele berühmte Heldentaten (fünf Victoria Crosses wurden verliehen) wurden bekannt und eine Reihe von zukünftigen Admirälen wie zum Beispiel Max Horton gingen aus der U-Boot Waffe hervor. Insgesamt gingen 54 Boote verloren.
 

1918

HMS M 1 (1917)
Es begann die Zeit der Experimente. So wurden Dampfturbinen für Höchstgeschwindigkeit getestet, Riesengeschütze (12-.inch Kanone) installiert und U-Boote mit Flugzeughangar konzipiert. Viele dieser Experimentalboote gingen durch Unfälle verloren.
 

1918 - 1939

HMS M 2 (1925)
Eine Periode der Konsolidierung. Übersee Basen wurden errichtet, um britische Präsenz weltweit zu garantieren. Eine Reihe neuer Typen wurden gebaut, um diese neue Strategie
Mit Leben zu erfüllen.
 

1939 - 1945

HMS Tabard (1938)
Wie im 1. so auch im 2. Weltkrieg begann die Royal Navy den Kampf mit 100 Booten. Viele Schlachten wurden geschlagen und gewonnen aber für den Preis entsetzlicher Verluste und Opfer. Die Chance von einer Patrouillenfahrt im Jahr 1943/44 nicht zurückzukehren betrug 65%. Neun Victoria Crosses wurden verliehen und wie bereits zuvor wurden einige Mitglieder der U-Bootwaffe später zu Admirälen ernannt.
 

1945 - 1948

HMS Rorqual (1958)
Beginn des Kalten Krieges. Veraltete Boote standen auf einsamen Postenaber es wurde insbesondere durch Earl Mountbatten erkannt, dass die Zukunft des U-Bootes im nuklearen Bereich zu suchen war.
 

1968

HMS Renown (1967)
HMS Resolution lief zur ersten von 229 Polaris Abschreckungspatrouillen aus. Eine großartige Leistung in Zeiten globaler Angst.
 

1982

U-Boote, darunter die HMS Conqueror, spielten eine große Rolle während des Falkland Konfliktes. Der Oberkommandierende der Flotte war Admiral Fieldhouse, ein ehemaliger U-Boot Mann. Die Task Group Falklands wurde von Admiral Sir Sandy Woodward geführt.
 

1991

Trafalgar Klasse
Der Kalte Krieg, der zu einem großen Teil unter Wasser geführt wurde, war gewonnen.
 

1995

Vanguard Klasse
Nukleare Abschreckungspatrouillen werden mit der Vanguard Klasse fortgesetzt. Auf ihnen sind ballistische Trident Raketen stationiert.
 

2001 +

Astute Klasse
Im Jahre 2001 wurde die HMS Astute auf Kiel gelegt. Ein neuer Angriffs- U-Boot Typ, die niemals in ihrer 25 jährigen Dienstzeit „betankt“ werden müssen. Die stolzen und machtvollen Sprösslinge von Holland 1 sind bewaffnet mit Trident Raketen, Tomahawk
land attack missiles, Sub-Harpoon anti-ship missiles und GEC-Marconi Spearfish Torpedos bestückt.