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Die Maas im Visier

Deutsche Fallschirmjäger
Am 24. Dezember 1944 stieß die 2. Panzerdivision ohne auf Widerstand zu stoßen weiter nach Westen vor. Wegen des extremen Treibstoffmangels – dieser wurde nur Kanisterweise ausgegeben – verzögerte sich der Marsch immer wieder. Frust machte sich unter den Panzersoldaten breit. Ohne die Treibstoffprobleme glaubte man schon die Maas überschritten zu haben. An diesem frühen Morgen näherte sich die Vorausabteilung Celles. Noch acht Kilometer bis zur Maas. An einer Strassen Kreuzung in der Nähe der Gaststätte „Pavillon Ardennais“ fuhr ein Panzer auf eine Mine. Ein Offizier nutze die Gelegenheit sich bei der Wirtin dieses Gasthofes, Madame Marthe Monrique, nach dem Weg nach Dinant zu erkundigen. Diese Dame erzählte nun, dass die Amerikaner alle Strassen in Richtung Maas vermint und Hinterhalte angelegt hätten. Man glaubte dieser Frau und igelte sich ein. Die Chance eines schnellen Maas Überganges war vertan.

Avro Lancaster
In den Ruinen von St Vith
Am zweiten Weihnachtstag  war das 37. US Panzerbataillon der 4. Panzerdivision
nur noch acht Kilometer von Bastogne entfernt. Gutes Wetter erlaubte den massiven Einsatz der Air Force. Patton: „Schönes Wetter, um Deutsche zu töten“. Gegen 15.00 begann der Sturm auf Bastogne. Zunächst gelang es das Dorf Assenois zu nehmen, wo es dem 19 jährigen Private James Hendrix gelang zwei 8,8 cm Geschütze allein im Handstreich zu nehmen. Kurze Zeit später gehörten die Männer von Bastogne zu Pattons Dritter Armee. Währenddessen bombardierte die Royal Air Force St. Vith mit 300 Lancaster und Halifax. 200 Zivilisten starben in den Trümmern.

Der Panzer V, Panther
Der zweite Weihnachtstag sollte der Anfang vom Ende des deutschen Vormarsches sein. General Ernie Harmons 2. Panzerdivision machte sich bereit die Deutschen in Celles einzuschließen und zu vernichten. Den Männern war klar, dass sie die Schlacht um die Ardennen hier und jetzt entscheiden konnten. Die deutsche 2. Panzerdivision erhielt zwar Unterstützung durch eine starke Einheit der Panzer-Lehr, die von Südosten heraneilten, doch eingreifen konnten sie in die Gefechte auch nicht mehr. Typhoon Jagdbomber vernichteten die anrollenden Tiger und Panther. In dutzenden kleinen Gefechten schalteten Harmons Panzer die deutschen Gegner aus. Die deutsche 9. Panzerdivision, die nur 25 km entfernt war, wollte ihren Kameraden von der 2. beistehen. Vergebens. Am Ende des Tages sah die Verlustliste der Deutschen so aus: 2.500 Gefallene und Verwundete, 1.200 Gefangene, 405 Fahrzeuge zerstört, 88 Panzer und Sturmgeschütze vernichtet und die gesamte Artillerie, 75 Rohre, verloren.

Hauptstrasse von Bastogne
Bei der täglichen Lagebesprechung in Deutschland versuchte von Rundstedt vergebens Hitler zu überzeugen, die Offensive einzustellen. Doch dieser beharrte auf seiner Strategie, kündigte eine kleine Entlastungsoffensive, „Nordwind“ genannt,  im Elsaß an und bestand auf der Einnahme von Bastogne. Danach sollte Model mit frischen Kräften die Offensive wieder in Gang setzen. Um Mitternacht des 30. Dezember begann der Angriff von neun Panzer- und Volksgrenadierdivisionen auf Bastogne.

Abgeschossener Königstiger
Amerikaner übernehmen Königstiger
Der Korridor, den Patton geschlagen hatte, war jetzt drei Kilometer breit. Nachschub rollte heran. Auch er wollte eine Offensive in Gang setzen, die den Keil beseitigen sollte. Mit zwei frischen Divsionen, der 11. Panzer- und der 87. Infanteriedivision, wollte er Richtung Houffalize marschieren.

Flakscheinwerfer
Me 109 G
Am 1. Januar begann der letzte große Angriff der Luftwaffe auf alliierte Flugplätze. Dieses Unternehmen, von Göring und Hitler geplant, bekam den Decknamen „Hermann“. Ziel war es, in einem einzigen Schlag die Luftherrschaft im Westen wieder zu erringen. Um 07.45 hoben  1.100 FW 190 und Me 109 in vier großen Verbänden von ihren Feldflugplätzen ab und flogen unter Führung einer Ju 88 bei totaler Funksperre in Richtung Ardennen. Kurz hinter dem Rhein überliess die Ju 88 die Jäger Scheinwerfern und anderen optischen Hilfsmitteln, den Flugzeuge den Weg zu leiten. Gegen 10.30 war der Angriff vorüber. 27 US und britische Flugplätze zwischen Brüssel und Eindhoven waren zerstört, über 300 feindliche Flugzeuge vernichtet. Ein Pyrrhussieg, denn gleichzeitig fielen 300 deutsche Piloten und  59 Geschwaderführer. Ein Aderlass von dem sich die Luftwaffe nie mehr erholen sollte.

Frontverlauf der Ardennenoffensive Wacht Am Rhein am 15. Dezember 1944
Der erste deutsche Großangriff auf Bastogne hatte zu nichts geführt. Der nächste sollte die erhoffte Einnahme der Stadt bedeuten. Gleichzeitig begannen die Alliierten mit ihrer Zangenbewegung von Süd und Nord. Pattons Verbände bewegten sich westlich und östlich der Strasse Bastogne – Lüttich in Richtung Norden, Montgomery schickte das britische XXX. Korps unter General Sir Bryan Horrocks  nach Süden in Richtung Houffalize.

Winterlicher Häuserkampf
Von Manteuffel schickte drei Armeekorps in die Schlacht, doch der US Widerstand versteifte sich von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag. Am 9. Januar schickte Patton ein weiteres Korps, das III. ,in die Kämpfe um Wiltz und St. Vith. Das VIII. Korps sollte weiter auf Houffalize vorstoßen. Etwa zur gleichen Zeit sah Hitler die Niederlage ein und befahl einen allgemeinen Rückzug hinter die Linie Dichamps – Longchamps.

Der 12. Januar sollte den Deutschen lange im Gedächtnis bleiben. An der Ostfront  eröffnete Feldmarschall Konjew mit einem bis dato noch nie gesehenen Feuerschlag die Offensive an der oberen Weichsel. In den Ardennen kesselten amerikanische Verbände zwischen Wiltz und Bastogne 15. 000 deutsche Elitesoldaten ein. Unter anderem auch den größten Teil der 5. Fallschirmjägerdivision. Damit war die Schlacht um Bastogne mit einem Schlag beendet.
Am 16. Januar trafen sich die Alliierten in Houffalize. Wenige Tage später, am 20. Januar, begann der große Rückzug. Zunächst rollte Dietrichs 6. Panzerarmee ostwärts, dann folgte von Manteuffels Armee. Zwei Tage später begann der massive Angriff auf St. Vith. Das Wetter war wieder aufgeklart und ließ die amerikanischen Jabos reiche Ernte unter den deutschen Kolonnen einfahren.Die Wirkung dieser Tieffliegerangriffe war verheerend. 1.177 Fahrzeuge waren total vernichtet, weitere 536 beschädigt. Am Morgen des 23. Januar begann der letzte Angriff auf die Stadt. Die Deutschen, nur noch mit leichten Waffen und MGs bewaffnet, leisteten harten Widerstand. Aber gegen Mitternacht war der Kampf entschieden und mit ihm die Schlacht um die Ardennen