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Brest

Alter Marinehafen
Am 15. September 1940 wurde Vizeadmiral Hans Strohwasser von Lorient nach Brest versetzt, um – ähnlich wie zuvor in Lorient – Brest als Einsatzhafen fit zu machen. Bereits Juni 1941 verlegte die 1. U-Flotille „Wedding“ von Kiel nach Brest. Im November folgte ihr die 9. U–Flotille. Die Asse unter diesen U-Boot Kapitänen waren Reinhard Suhren , U- 564 und Adalbert Schnee, U–201.

Der U-Bootbunker nach Einstellung der Kampfhandlungen
Der Bunkerkomplex wurde and der südwestlichen Ecke des bestehenden französischen Marinearsenals gebaut. Dort, wo vorher Wasserflugzeuge ihre Basis hatten. Anfang 1941 wurde mit dem Bau begonnen und – man kann es kaum glauben – am Ende des Jahres in Betrieb genommen. Die Maße der Konstruktion: 333 Meter breit, 192 Meter lang und 17 Meter hoch überspannte der Bunker 52.000 Quadratmeter. Eigentlich sind es zwei Blöcke. Der erste umfasst 13 Becken, A – E und 1 -8. Der zweite die Becken 9 und 10. Weitere waren geplant.

Das Prinzip der Fangroste
Die Marineakademie von Brest oberhalb des U-Bootbunkers
Die Deckenstärke variierte über die gesamte Fläche. An einigen Stellen war sie 3,80 m dick, an anderen, über den Becken 9 und 10, 4,30 m. Aber selbst das war noch nicht genug. An einigen Stellen erreichte die Stärke 6,20 Meter! Die Größen der verschiedenen Becken unterschieden sich ebenfalls. A, B und C waren 115 Meter lang und 17 Meter breit. Drei Boote fanden hier Platz. D und E waren kürzer, 92 Meter , und fassten zwei Boote. Die Trockendocks 1 – 8 waren Einzelbecken, 11 Meter breit und zwischen 96 und 99 Meter lang. Die Becken 9 und 10 waren wiederum etwas größer: 115 Meter lang und 13,50 Meter breit.

Prinz Eugen im Panamakanal 1946
Panzerschiff Admiral Hipper
Die Briten unterließen in der Bauphase Bombenangriffe, um die Zivilbevölkerung  zu schützen. Das Außenministerium übte Druck auf den Generalstab aus, die Franzosen zu schonen, obwohl Churchill im Unterhaus feststellte: “ Frankreich hat von einem starken Partner zu einem Feind mutiert “.  Doch die Marine Basis Brest stellt ein zu großes und attraktives Ziel für die Royal Air Force dar. Bereits am 27. Dezember läuft das Panzerschiff Hipper in Brest ein. Drei Monate später, die Hipper war am 15. März wieder ausgelaufen, legen die schweren Kreuzer Scharnhorst und Gneisenau an der Pier an. Wenig später, am 1. Juni gesellt sich der schwere Kreuzer Prinz Eugen dazu. Ein Affront, den sich die Briten nicht lange bieten lassen.

Bristol Beaufort
Gneisenau im Hipperhafen, Wilhelmshaven
Schwere Angriffe auf den von massierter Flak geschützten Hafen verursachen erhebliche Schäden. Ein todesmutiger britischer Pilot zwingt sich und seinen Beaufort-Torpedobomber am 6. April Kurs auf die Gneisenau zu halten. Der Torpedo trifft und beschädigt das Schiff schwer, der tapfere Pilot fällt. Fast das gesamte Jahr 1941 versuchen die Briten die drei deutschen Großkampschiffe aus der Luft zu versenken. Bis es den deutschen Admirälen zuviel wird. Raeder beschließt die schweren Einheiten in einer spektakulären Aktion durch den Kanal nach Deutschland zu verlegen. Das Unternehmen Cerberus gelingt und die Schiffe erreichen unbeschadet Kiel. Ein Debakel für die Briten.

Scharnhorst
Gneisenau im Dock von Brest
Mit der Ankunft der Amerikaner und der US Air Force, wird der Bombenkrieg gegen Hafeninstallationen und U-Boot-Bunker immer heftiger Bis Ende 1943 fallen 30.000 Tonen Bomben auf Hafen und Stadt. Dann, als die Landung in der Normandie gelingt, wird es nur noch schlimmer. Nach dem Ausbruch Pattons bei Avranches nehmen die US Streitkräfte Kurs auf Brest. Man will unter allen Umständen die Stadt und den wichtigen Hafen nehmen.

Die Tallboy Bombe nach Abwurf durch eine Lancaster
Hier schlug eine Tallboy Bombe durch
Die Royal Air Force unterstützt die Operation mit massiven Angriffen der No. 617 Squadron, die dem Bunker mit Lancaster Bombern und Tallboy Bomben zu Leibe rücken. Der erste Tallboy Angriff findet am 5. August statt. 17 Lancaster nehmen Kurs auf den Hafen und 13 laden ihre Last direkt über dem Ziel ab. Das Resultat sind fünf Treffer. Am 12. August wird der Angriff wiederholt und es gelingen drei weitere Treffer. Am nächsten Tag laden fünf von 25 Maschinen ihre Tallboys über dem Bunker ab und platzieren einen direkten und zwei Nahtreffer. Alle Bomben fallen aus 16.350 und 18.500 Fuß Höhe. Von diesen neun Treffern schlagen vier nicht durch, sondern hinterlassen drei Meter tiefe und neun Meter breite Krater. Fünf Tallboys  durchbohren die Decke, verursachen aber merkwürdigerweise kaum Schäden. Augenscheinlich verpufft die Gewalt der Explosion beim Durchschlagen des Betons. Bei diesen Angriffen sterben vier Soldaten. Drei auf dem Dach, ein weiterer innerhalb des Bunkers. Von den U-Booten wird keines beschädigt. Einer der Gründe, warum die Tallboys das Dach durchschlagen, mag wohl an den fehlenden Fangrosten , einer Spezialkonstruktion, die den Bomben die Wucht beim Einschlag nehmen sollen, liegen.

General Hermann Bernard Ramcke
LST auf dem Strand bei Brest lädt Truppen für den Kampf um die Stadt aus
Doch damit war das Schicksal von Brest noch nicht besiegelt.  Am 1. August 1944 erteilte General Patton seinem Major General Leonard T. Gerow, Befehlshaber des V. Korps, den Befehl die Stadt zu nehmen. Ein folgenschwerer Befehl, der 9.300 GIs wenn nicht das Leben, zumindest die Gesundheit nehmen wird. Fallschirmjäger Legende Ramcke, von seinen Männern „Papa Ramcke“ gerufen, lieferte den Amerikanern einen unglaublichen Kampf. Der am 1. September 1943 zum General der Fallschirmtruppe ernannte Ramcke, wurde am 11. August 1944 Kommandeur der Festung Brest. Für die Verteidigung der eingeschlossenen Festung wurde Ramcke am 19. September 1944 gleichzeitig die Schwerter und die Brillianten verliehen. Am 20. September 1944 geriet Ramcke in britische Gefangenschaft und wurde in die USA gebracht. Hier brach er zweimal aus dem gut bewachten Gefangenenlager aus, um auf die schlechte Behandlung seiner Männer aufmerksam zu machen. Bei beiden Ausbrüchen verschickte er jeweils einen Brief an den US-Senat und kehrte dann freiwillig in das Gefangenenlager zurück. Im Dezember 1946 wurde er an die Franzosen ausgeliefert und am 23. Juni 1951 von einem französischen Gericht wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Brest zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Auf Grund der internationalen Proteste entließ man aber  Ramcke bereits am 21. März 1951 vorzeitig.