
D-Day
Um 40 Minuten nach Mitternacht des 6. Juni begann der amerikanische Ansturm auf den Atlantikwall mit dem Absetzen der 82. US Luftlandedivision unter General Gavin bei St Mere Eglise. Kurz darauf sprang die 101. US Luftlandedivision ab. 17.000 Mann sollten Utah Beach, den einen der beiden US Landungsabschnitte, vor deutschen Reserven wie der 91. Fallschirmjägerdivision schützen und die 709. Infanteriedivision, die am Strand lag, von ihrem Nachschub abschneiden. Beim Anflug der Dakotas verhinderten Wolken das optimale Absetzen der Einheiten und viele landeten im Sumpf oder im Wasser der von den Deutschen überfluteten Wiesen. Die Verluste waren beträchtlich. Ein Ziel wurde jedoch wegen Zauderns eines deutschen Flak Kommandeurs im ersten Anlauf genommen. Die Männer des 505. Fallschirmregiments kamen in St Mere Eglise inmitten eines Flak Trosses hinunter, der nach kurzem Kampf das Weite sucht. Einen Logenplatz hatte einer der Fallschirmjäger, dessen Schirm sich am Kirchturm des Marktfleckens verfangen hatte.
Die Engländer unternahmen ebenso Luftlandeoperationen in der Nähe ihrer Landungsabschnitte. Diese wandten sich gegen Artilleriestützpunkte wie Brücken. Einer der Einsätze richtete sich gegen eine Zugbrücke über den Orne–Kanal, die den Decknamen „Pegasus Bridge“ erhielt und unter diesem auch berühmt wurde. Major John Howard von der britischen 6. Luftlandedivision landete in den ersten Minuten des 6. Juni mit drei Horsa Lastenseglern. Binnen zehn Minuten war die deutsche Brückenwache überwältigt. Eine andere spektakuläre Aktion hatte die Batterie in Merville zum Ziel. Die englische Aufklärung ging von Kalibern 15 cm aus und der Planungsstab beschloss, diese schwerwiegende Bedrohung ihrer Landungsstrände im Raum Ouistreham – Lion sur Mere auszuschalten. Oberstleutnant Otway erhielt den Auftrag mit einer Kompanie Kanadier diese Anlage bis 05.15 auszuschalten. Nach 05.15 sollte im Falle eines Scheiterns der Aktion die schwere Schiffsartillerie die Bunkeranlage zerstören. Dem Angriff der 750 Mann ging ein Bombenangriff voraus, der aber daneben ging. Anstelle der Batterie trafen die Bomben, darunter Spezialbomben von 2 Tonnen, das Dörfchen Gonneville und radierten es aus. Der Anflug der Lastensegler wurde ebenfalls gestört und letztendlich standen zu Angriffsbeginn Otway nur 150 Männer zur Verfügung. Der Rest war falsch abgesetzt worden, einige sogar 50 km von ihrem Ziel entfernt. Bei dem anschließenden Kampf, der 30 Minuten dauerte, waren die Verluste auf beiden Seiten hoch. Otway verlor 66 seiner Männer, die Deutschen 100 ihrer Soldaten. Nur 22 von ihnen überlebten die Schlacht. Tragisch war nur die Tatsache, dass die Opfer umsonst waren. Die angenommen Geschützkaliber erwiesen sich als falsch. Die Bunker enthielten nur 7,5 cm Feldgeschütze, die für den Beschuss von Seezielen ungeeignet waren.
Die 1. US Armee landete an den westlichen Strandabschnitten Utah und Omaha, die Briten und Kanadier an den östlichen Sword, Juno und Gold. Utah Beach genau gegenüber liegt der deutsche Stützpunkt W 5, unter dem Kommando von Ritterkreuzträger Leutnant Jahnke. Beim Morgengrauen geht ein massiver Bombenangriff auf diesen Stützpunkt nieder. Genauso wie überall entlang und hinter der an diesem Tag zu eröffnenden neuen Front. W 5 ist ein Trümmerhaufen, aber als um 04.15 Uhr die Schiffe vor der Küste auftauchen, wird dieser nochmals von Schiffsartillerie angegriffen. Sämtliche Geschütze fallen aus, Munitionsbunker fliegen in die Luft. Dann werden die ersten Bataillone an Land gesetzt und Schwimmpanzer bahnen sich ihren Weg an den Strand. Der letzte deutsche Widerstand in Form eines Einsatzes von Goliaths, kleinen ferngesteuerten Minipanzern, ist nur von kurzer Dauer. Gegen Mittag muss der Kampf eingestellt werden.
Deutsche Gegenwehr setzt erst verspätet und dann auch noch ohne Artillerie und Panzerunterstützung ein. Das 6. Fallschirmjägerregiment unter Oberstleutnant Friedrich von der Heydte griff aus Richtung Carentan in Richtung St Mere Eglise an. Das Infanterieregiment 1057 aus Westen, das Infanterieregiment 1058 aus Nordwesten und das Sturmbataillon Messerschmidt aus Norden. Doch ohne schwere Waffen geht es nicht. Diese werden von General von Schlieben, der vom Kriegsspiel in Rennes zurück ist, für den nächsten Tag bereitgestellt.
Im gleichen Gebiet liegen zwei Geschützbatterien. Die von Azeville mit vier 12,2 cm Kanonen und die von St. Marcouf/Crisbeque. Die letztere stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Landungsstreitkräfte dar. Vier 21 cm Langrohrgeschütze (davon zwei in Bunkern), sechs 7,5 cm Flak und ein 15 cm Geschütz stehen den 400 Mann unter der Führung von Oberleutnant Ohmsen zur Verfügung. Diese Batterie ist noch lange nicht fertig gestellt.. Es fehlt an allem: moderne Feuerleitgeräte, Stahlblenden für die Bunkeröffnungen, Munition. Und doch sollte diese Batterie trotz massiver Bombenangriffe, Attacken von US Fallschirmjägern und Schiffsgeschütz-Überfällen sechs lange Tage gegen einen übermächtigen Gegner ausharren. Die Batterie versenkte drei Zerstörer und konzentrierte das Feuer des Schlachtschiffes Nevada, sowie der Texas und Arkansas, die sie von Omaha Beach abziehen mussten. Ein direkter Treffer der Nevada geht in einen der 21 cm Bunker und zerstört das Geschütz. Ähnliches geschieht bei der Batterie Azeville, wo ein Schartentreffer ein Geschütz ausschaltet. Am Abend des 11. Juni erhalten Ohmsen und seine 78 überlebenden Marinesoldaten von Admiral Hennecke in Cherbourg den Befehl, auszubrechen. Sie schaffen es auch bis Cherbourg und Ohmsen erhält wegen außergewöhnlicher Tapferkeit das Ritterkreuz. Die erfolgreiche Landung an Utah Beach konnte er aber nicht verhindern. Nach dem Krieg wird Ohmsen Kapitänleutnant in der neuen Bundesmarine.










