
Dresden im Feuersturm
Während des gesamten Krieges fühlten sich die Bewohner der Stadt sicher vor Bombenangriffen. Zunächst war es die schiere Entfernung, die eine Bombardierung verhinderte. Später wiegten sich die Dresdner in dem trügerischen Glauben sicher, dass wohl niemand solch eine kulturell wichtige Stadt in Schutt und Asche legen würde. Dabei hätten sie sich nur das Schicksal von Lübeck vor Augen halten müssen, um der Realität ins Auge sehen zu können. Denn der Chef der britischen Bomberverbände, Air Marshal Arthur „Bomber“ Harris, nahm auf solche Sentimentalitäten keine Rücksicht.
Das Geschlecht der Wettiner machte Dresden zu ihrer Residenz (1485 – 1918) und insbesondere August II, genannt Der Starke, und nach ihm August III investierten Zeit, Liebe und Geld in die Stadterweiterung. Kern der (Alt)-Stadt war und ist das ehemalige Residenzschloss der Wettiner, eine Vierflügel Anlage, die in den späteren Jahren immer wieder erweitert wurde. Daneben steht auf dem Schlossplatz die katholische Hofkirche. Beide Gebäude wurden bei dem großen Angriff zerstört, sind heute aber in voller Pracht wieder aufgebaut worden. Südlich vom Schloss liegt das Taschenbergpalais, das heute als Tophotel wieder aus den Trümmern entstanden ist.
An Schloss und Hofkirche reihen sich der Theaterplatz mit der Altstädter Wache und die Semperoper ein. Südlich davon begrenzt der „Zwinger“ das Ensemble. Am Elbufer erstrecken sich die Brühlschen Terrassen mit der Hochschule für Bildende Künste. Daneben steht die Frauenkirche, die zum Symbol des zerstörten Dresdens geworden war. Heute ist sie zum Teil mit Originalsteinen wieder aufgebaut worden. Das Turmkreuz wurde von einem englischen Künstler kreiert und von englischen Spenden finanziert. Das Johanneum, als Stallhof errichtet, ist durch den „Langen Gang“ mit dem Schloss verbunden. Die Außenseite des langen Ganges ziert auf 102 m Länge der „Fürstenzug“ , der die Herrscher des Hauses Wettin darstellt.
Am 13. Februar 1945 begann das Unternehmen „Donnerschlag“, die Bombardierung der Stadt durch englische und amerikanische Verbände. In der Nacht warfen 722 Lancaster der RAF über 1. 477,7 t Spreng- und Minenbomben, sowie 1 181,8 t Brandbomben ab. Tags drauf warfen 311 Fliegende Festungen der USAF bei sechs Angriffen 3. 767 t Sprengbomben und weitere 643 Brandbomben ab. Das Resultat war eine 12 km Zone des Todes und totaler Zerstörung. Die Zahl der Opfer schätzt man heute auf 25. 000
In den letzten 15 Jahren ist eine ungeheure Finanzleistung in die Stadt gepumpt worden. Das, was bis heute wieder aus Ruinen auferstanden ist, hätte sich niemand direkt nach der Wende, geschweige denn 1945, vorstellen können. Dresden ist heute wieder eine der attraktivsten Städte Deutschlands und das Hitech Zentrum im Osten des Landes. VW errichtete hier die "gläserne Fabrik".in der Manufaktur werden Phaetons und Aston Martins gefertigt.
Dresden ist aus Tradition auch die Heimat des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr. Die Chronik beginnt im Jahre 1559, als der Grundstein zum „Churfürstlich Sächsische Haubt-Zeughauß zu Dreßden“ in Schlossnähe gesetzt wird. 1563 ist der Bau, der der Zuschaustellung von Kriegstrophäen gilt, vollendet. 1873 wird ein neues Arsenal im Norden, außerhalb von Dresden errichtet. Kasernen und andere militärische Gebäude prägen die neue Albertstadt. 1914 wird durch Zusammenlegung des Arsenals und der Armeesammlung das „Königlich Sächsische Armeemuseum“ geschaffen. 1940 übernimmt die Wehrmacht die Sammlung und nennt sie zunächst „Heeresmuseum Dresden“, später ab 1942 „Armeemuseum Dresden“. Nach der Niederlage verbieten die Alliierten militärische Museen in Deutschland und die Russen bedienen sich aus den geplünderten Restbeständen.
Erst 1957 kehren Teile der Sammlung nach Deutschland zurück, wo sie in Potsdam das neue „Deutsche Armeemuseum“ schmücken.
1991 wird das „Militärhistorische Museum“ von der Bundeswehr übernommen. Zehn Jahre später beschäftigt sich eine Expertenkommission mit der Konzeption für den Um- und Ausbau des Museums. Ein Jahr später erhält Daniel Libeskind nach einer internationalen Ausschreibung den Auftrag. Libeskind gilt als einer der brillianten zeitgenössischen Architekten, der unter anderem auch für den Wiederaufbau des World Trade Centers verantwortlich zeichnet.
Die Exponate, die schon heute beeindrucken, zeichnen ein großes Spektrum deutscher Militärgeschichte. Von der „Faulen Magd“ zum Leopard II Panzer, vom 15. Jahrhundert in die Istzeit. Eine spannende Entwicklung, die es sich lohnt, näher in Augenschein zu nehmen.














