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Napoléon Bonaparte (1769 - 1821)

Napoleon beim Übergang über den Großen St, Bernhard Pass
Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser der Franzosen und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder.







 

Napoleon Bonaparte
Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren des chinesischen Generals und Taktikers Sunzi studiert und befolgt, dessen Buch "Die Kunst des Krieges" erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch "Code Civil" gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts.
 

Napoleon Bonaparte
Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.
 

Der junge Napoleon
Am 15. August des Jahres 1769, Mariä Himmelfahrt, wurde der kleine Napoleone in Ajaccio (Korsika) kurz vor Mittag im Hause der Familie Buonaparte geboren. Den Namen Napoleone erhielt er nach einem Onkel Letizias, der gegen die Franzosen gekämpft hatte und erst kurz zuvor verstarb.
 

Napoleon Bonaparte als Schüler der Militärakademie
Nachdem sich Napoleons Vater den Adelsnachweis in Paris eingeholt hatte, trat Napoleon im Mai 1779 in die Kadettenschule in Brienne ein. An der Schule glänzte Napoleon vor allem in Mathematik, Geschichte und Geographie. Die Liebe zur See und zu Schiffen ließ in ihm mit 12 Jahren dann den Wunsch aufkommen, Seemann zu werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Kadettenschule wurde Napoleon im Sommer 1784 zur École Militaire zugelassen und kam dort, gemäß seinem Wunsch Seemann zu werden, in die Artillerieklasse.
 

Napoleon Bonaaparte als Leutnant der Artillerie
Schon mit 16 Jahren und fünf Tagen war Napoleon Offizier in der Armee des Königs. Sein Wunsch, zur Marine zu gehen, erfüllte sich jedoch nicht, da die Marine zu diesem Zeitpunkt keine Offiziere einstellte. Er meldete sich daher zur Artillerie und wählte sich ein Regiment bei Valence aus, nahe seiner Heimat Korsika. Im Januar 1786 nahm er seinen vollen Dienst als Unterleutnant auf.
 

Nach anfänglichen Sympathien für die korsische Separatistenbewegung brach er mit deren Führer Paoli, was die Familie Bonaparte zwang, Korsika zu verlassen. Napoleon stellte sich nun ganz in den Dienst der Französischen Revolution und wurde nach ersten militärstrategischen Erfolgen (1793 bei Toulon) zum Brigadegeneral befördert. Nach dem Sturz Robespierres kurzzeitig inhaftiert, setzte er seine politisch-militärische Karriere fort, als er 1795 gemeinsam mit Barras erfolgreich einen royalistischen Aufstand niederschlug. Auch im Italienfeldzug von 1796/97 war er erfolgreich. Nach 13 Monaten war der Feldzug beendet. Napoleon hatte einen Sieg errungen, wie er in den letzten 300 Jahren in Italien von Frankreich nicht mehr erzielt worden war. Mit einer Armee, die nie mehr als 44.000 Mann umfasste, schlug er einen insgesamt viermal so starken Gegner, gewann zwölf Schlachten, tötete oder verwundete 43.000 Österreicher und erbeutete 170 Fahnen und 1.100 Kanonen. Der Friedensvertrag mit Österreich wurde am 17. Oktober 1797 in Campo Formio unterzeichnet.
 

Napoleon Bonaparte im Krönungsornat
 1799 stürzte der populäre Revolutionsgeneral Bonaparte das durch Misswirtschaft diskreditierte Direktorium, um im Anschluss als Erster Konsul die Staatsgewalt zu übernehmen. Der vorübergehende Friede mit den gegnerischen Koalitionen gab ihm den innenpolitischen Handlungsspielraum für Reformen, die die Errungenschaften der Revolution sicherten und der Gesellschaft eine neue administrative, rechtliche und kulturelle Grundlage gaben. Am 02.12.1804 krönte sich Napoleon in Notre Dame selbst zum erblichen „Kaiser der Franzosen“ und sah sich damit im Innern Frankreichs am Höhepunkt seiner Machtentfaltung. Außenpolitisch gelang es ihm nach siegreichen Feldzügen gegen Österreich und Preußen, vorübergehend eine hegemoniale Stellung in Europa zu behaupten. Der Hauptrivale England ließ sich jedoch auch mit den Mitteln des Wirtschaftskriegs nicht bezwingen.
 

Napoléons Abschied von der Truppe in Fontainebleau (1814)
Nach dem Bruch des Einvernehmens mit Zar Alexander I. entschloss sich Napoleon zum Krieg gegen Russland, wo er jedoch 1812 eine bittere Niederlage erlitt. Auch Preußen und Österreich wandten sich nun gegen die französischen Truppen; die militärische Herrschaft Napoleons über Europa brach mit der Niederlage in der „Völkerschlacht bei Leipzig“ im Oktober 1813 endgültig zusammen. Napoleon wurde 1814 in Paris zur Abdankung gezwungen und auf die Insel Elba verbannt.
 

Napoleon Bonaparte
Ermutigt durch die Spannungen unter den europäischen Staaten und durch die reservierte Haltung der Franzosen gegenüber der bourbonischen Restauration, verließ Napoleon im März 1815 sein Exil, um seine Macht zurückzuerobern. Die „Herrschaft der Hundert Tage“ fand jedoch in der Schlacht bei Waterloo durch preußisch-englische Koalitionstruppen ihr baldiges Ende. Napoleon wurde nun von England auf die südatlantische Insel St. Helena verbannt, wo er am 05.05.1821 starb.
 

Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington

Arthur Wellesley, Herzog von Wellington
Zwei große Generäle wurden im Jahre 1769 geboren. Der eine war Napoleon Bonaparte, der andere war Arthur Wellesley, der spätere 1.  Herzog von Wellington, der ihn besiegen sollte. Am 1. Mai 1769 wird Arthur Wesley, später in Wellesley geändert, als vierter Sohn irischer Adeliger in Dublin geboren.
 

Als Kind kränklich und wenig ehrgeizig, aber musikalisch begabt (er spielte gerne und oft Violine), stand er ganz im Schatten seiner beiden älteren Brüder. Nach dem Besuch des Eton College (1781 - 1785), sandten ihn seine Eltern zunächst zum 73. Infanterie-Regiment, in das er am 7. März 1787 eintrat, damit wenigstens ein „passabler“ Soldat aus ihm würde. Danach besuchte er die Militärakademie in Angers (Frankreich). Zur gleichen Zeit studierte ein anderer, im selben Jahr geborener Kadett an der Militärakademie in Brienne: Napoléon Bonaparte.
 

Wellington
Nachdem er 1788 zum Leutnant befördert wurde, wird er zunächst zur Kavallerie, dann zu den 12. und 18. leichten Dragonern versetzt und schließlich 1793 als Oberstleutnant den 33rd Foot zugeordnet. Während der ganzen Zeit war er sowohl Adjutant des Vizekönigs von Irland als auch (1790–1797) Abgeordneter seines Familiensitzes, Trim im irischen Parlament (Irish House of Commons in Dublin, das 1800 aufgelöst wurde, als Irland unter Kriegsrecht gestellt wurde.
 

Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington
1796 wurde Wellesley zum Oberst befördert und ging mit seinem Regiment nach Indien, wo im Jahr darauf sein älterer Bruder Richard Generalgouverneur werden sollte. Als 1799 der Krieg gegen den Sultan von Mysore, Tipu Sahib, ausbrach, kommandierte er seine erste eigene Division und führte einige sehr erfolgreiche Feldzüge gegen die Marathen-Fürsten. Er wurde Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Indien und zwang ganz Südindien unter die Herrschaft der englischen Krone. 1805 kehrte er als dekorierter und zum Ritter geschlagener (1804) Major General Sir Arthur Wellesley, gemeinsam mit Richard, dessen Amtszeit als Generalgouverneur ebenfalls abgelaufen war, nach England zurück.
 

Wellington beim Gasthof von Waterloo (Robert Hillingford)
Dreimal (1807,1809,1811) versuchten die Franzosen Portugal zu erobern und dreimal wurde dies von Wellington verwehrt. Dadurch wurde er auch Oberkommandierender der spanischen Streitkräfte und kann im Frühjahr 1813 die Iberische Halbinsel gänzlich erobern. Im Sommer 1813 rückte er, inzwischen zum Feldmarschall befördert, mit seiner Armee in Frankreich ein.
 

1814 wird er in den Stand eines Herzogs erhoben und zum First Duke of Wellington ernannt. Er requiriert als britischer Botschafter in Paris ein Haus der Familie Bonaparte, übernimmt Napoleons Koch, Uhren und Waffen - aber auch zwei Mätressen des Korsen.
 

1815 vertritt Wellesley, nun Herzog Wellington genannt, als britischer Hauptbevollmächtigter die Interessen Englands beim Wiener Kongress. Doch seine politische Tätigkeit währt nicht lange, denn am ersten März 1815 gelingt Napoleon die Flucht von Elba. In nur 14 Tagen marschiert der kleine Korse bis Paris und nimmt die Hauptstadt, ohne dass ein Schuss fällt. Europa reagiert prompt. Am 25. März erhält Wellington die Befehlsgewalt über ein Heer aus Engländern, Belgiern und Niederländern. Gemeinsam mit preußischen Verbänden unter von Blücher schlägt er die französischen Truppen in der Schlacht bei Waterloo, "eine knappe Sache", wie er später sagt.
 

Beerdigung des Herzogs von Wellington
Napoleon muss schließlich abdanken und wird auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt. Wellington kehrt 1818 als Held nach England zurück und arbeitet fortan in verschiedenen politischen Positionen. Von 1828 bis 1830 bekleidet er das Amt des Premierministers, jedoch mit nur mäßigem Erfolg. Von 1834 bis 1835 ist er Außenminister. Von 1842 an ist Wellington bis zu seinem Tod Oberbefehlshaber der britischen Armee. Am 14. September 1852 stirbt der First Duke of Wellington in seinem Haus Walmer Castle in der englischen Grafschaft Kent. Im bis dahin größten Staatsbegräbnis Großbritanniens wird er in der St. Pauls Kathedrale beigesetzt.
 

Gerhard Leberecht von Blücher (1742 – 1819)

Feldmarschall Blücher von J. C. Bock
Gerhard Leberecht von Blücher wurde am16. Dezember 1742 als Sohn eines aus mecklenburgischem Ur-Adel stammenden Offiziers und Gutsbesitzers in Toitenwinkel bei Rostock geboren. 1757 trat er als 15-jähriger Husarenleutnant in den schwedischen Militärdienst ein, wurde während des Siebenjährigen Krieges 1760 am Kavelpass bei Friedland, dem Grenzübergang nach Pommern, von preußischen Husaren des Regiments von Belling (Nr. 8) gefangen und wechselte in preußische Dienste. 1770 nahm Blücher am Feldzug gegen Polen teil und fiel dort unrühmlich auf, weil er einen Priester gefoltert haben soll, um ein Geständnis zu erzwingen. Als Friedrich der Große 1786 starb, folgte Blüchers Wiedereintritt in preußische Dienste. Er wurde zum Major befördert, kehrte zu seinem alten Regiment zurück und führte dort eine Schwadron. Seine von da an planmäßig verlaufende und durch seine Tapferkeit im Siebenjährigen Krieg noch beschleunigte Karriere als Reiteroffizier wurde 1773 unterbrochen, als er sich lautstark über eine vermeintliche Auslassung bei der Beförderung beschwerte und entlassen wurde. Erst unter Friedrich Wilhelm II. wurde er 1787 als Major wieder reaktiviert. In der Zwischenzeit hatte er sein Gut bewirtschaftet und war außerdem Deputierter in der Landschaftsdirektion von Pommern gewesen. 1789 erhielt er den Orden Pour le Merite, 1794 den Roten Adlerorden.
 

Blüchers Rheinübergang bei Kaub von Wilhelm Camphausen
Blücher nahm am ersten Koalitionskrieg teil und wurde 1803 Militärgouverneur in Münster, wo er außerdem Obermeister der dortigen Freimaurer war. 1805 vertrat er in einer Denkschrift die Idee einer allgemeinen Wehrpflicht für Preußen. 1806 nahm Blücher an den Schlachten bei Jena und Auerstedt teil. 1807 erhielt er den Schwarzen Adlerorden. Bei der Niederlage blieb der inzwischen zum Generalleutnant aufgestiegene Blücher der einzige höhere Kommandeur, der sich wirklich bewährt hatte und wurde so einer der Hoffnungsträger für die ersehnte Befreiung von der französischen Herrschaft. Blücher litt regelrecht physisch an der Lage seines Landes und unterstützte als Generalgouverneur für Pommern die Heeresreform. Aus Enttäuschung über die Zurückhaltung Preußens bei der Erhebung Österreichs, reichte er seinen Rücktritt ein, die der König mit einer weiteren Beförderung beantwortete. 1813 wurde er zum Befehlshaber der Schlesischen Armee ernannt, mit Gerhard von Scharnhorst als Stabschef und Neidhardt von Gneisenau als Generalquartiermeister. In der Schlacht an der Katzbach am 26. August vernichtete er das Heer Marschall MacDonalds. Seine Armee gab den Ereignissen einen entscheidenden Anstoß, als sie in der Neujahrsnacht den Rhein überquerte, um auf eine endgültige Niederwerfung Napoleons hinzuwirken. In Absprache mit Wellington, dessen Truppen vollkommen erschöpft waren, rückte Blücher in Eilmärschen anschließend alleine mit seinen Truppen auf Paris vor und besetzte es am 7. Juli 1815. Blücher, so berichtet eine Anekdote, soll am 30.März 1814, als er vom Montmartre herab auf das besiegte Paris blickte, gesagt haben: "Luise (Königin von Preußen (1776 - 1810) ist gerächt!"
 

Blücher war im Volk legendär, selbst Ernst Moritz Arndt widmete ihm ein patriotisches Lied. Bei den Soldaten wurde er nur "Marschall Vorwärts" genannt, da es ihm gelang, durch schnelle und gezielte Angriffe immer die Initiative auf dem Schlachtfeld zu behalten und dem Gegner seine Strategie aufzuzwingen. Er starb 1819 auf seinem schlesischen Gut Krieblowitz.

Auf Blüchers Denkmal in Rostock findet sich ein von der Bürgerschaft erbetener Vers von Goethe. Dieser ist bemerkenswert, da Goethe den chauvinistischen Leidenschaften der „Freiheitskriege“ sehr reserviert gegenüber stand, Napoleon bewunderte und, ohne sich untreu zu werden, dennoch würdigende Worte zu finden wusste:

In Harren und Krieg,
In Sturz und Sieg
Bewußt und groß,
So riß er uns vom Feinde los.
 

Feldmarschall Gebhard Leberecht Blücher
Das Lied vom Feldmarschall

Was blasen die Trompeten? Husaren, heraus!
Es reitet der Feldmarschall im fliegenden Braus,
Er reitet so freudig sein mutiges Pferd,
Er schwinget so schneidig sein blitzendes Schwert.

O schauet, wie ihm leuchten die Augen so klar!
O schauet, wie ihm wallet sein schneeweißes Haar!
So frisch blüht sein Alter, wie greisender Wein,
Drum kann er Verwalter des Schlachtfeldes sein.

Der Mann ist er gewesen, als alles versank,
Der mutig auf gen Himmel den Degen noch schwang,
Da schwur er beim Eisen gar zornig und hart,
Den Welschen zu weisen die preußische Art.

Den Schwur hat er gehalten. Als Kriegsruf erklang,
Hei! Wie der weiße Jüngling in Sattel sich schwang!
Da ist er's gewesen, der Kehraus gemacht,
Mit eisernem Besen das Land rein gemacht.

Bei Lützen auf der Aue er hielt solchen Strauß,
Daß vielen tausend Welschen der Atem ging aus,
Viel tausende liefen dort hasigen Lauf,
Zehntausend entschliefen, die nie wachen auf.

Am Wasser der Katzbach er's auch hat bewährt,
Da hat er den Franzosen das Schwimmen gelehrt:
Fahrt wohl, ihr Franzosen, zur Ostsee hinab!
Und nehmt, Ohnehosen, den Walfisch zum Grab!.

Bei Wartburg an der Elbe wie fuhr er hindurch!
Da schirmte die Franzosen nicht Schanze noch Burg,
Da mußten sie springen wie Hasen übers Feld,
Und hell ließ erklingen sein Hussa! der Held.

Bei Leipzig auf dem Plane, o herrliche Schlacht!
Da brach er den Franzosen das Glück und die Macht!
Da lagen sie sicher nach blutigem Fall,
Da ward der Herr Blücher ein Feldmarschall.

Drum blaset, ihr Trompeten! Husaren, heraus!
Du reite, Herr Feldmarschall, wie Winde im Braus!
Dem Siege entgegen zum Rhein, übern Rhein,
Du tapferer Degen, in Frankreich hinein!
Ernst Moritz Arndt
(26.12.1769 - 29.1.1860)

geschrieben 1813