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Roby Roy

Portraitgravur von Rob Roy, ca 1820
Robert Roy MacGregor, (1671 - 1734) üblicherweise bekannt als Rob Roy, war abwechselnd Soldat, Geschäftsmann, Burgherr und Geächteter. Aber vor allem war er ein Volksheld, ein später Robin Hood, dessen Transformation zu einer überlebensgroßen Figur mit Daniel Defoe´s fiktiven Biographie „Highland Rogue“ wurde. Das Buch wurde zu Lebzeiten Rob Roy´s veröffentlicht, und führte zu einem königlichen Generalpardon im Jahre 1726, das ihm gestattete, seine letzten ruhigen Jahre buchstäblich als lebende Legende zu verbringen.
 

Loch Katrine
Rob MacGregor wurde im Februar 1671 in Glengyle am Kopf von Loch Katrine in the Trossachs geboren. Er war der dritte Sohn des Clan Chefs Donald Glas MacGregor of Glengyle. Seine Mutter Mary war eine Campbell, und von ihr hatte er auch seine roten Haare geerbt, die ihm den Spitznamen Rob Ruadh (gälisch für rot), das später zu Rob Roy anglisiert wurde, einbrachte.
 

Killiecrankie Pass um 1900
Die MacGregors unterstützen die Jacobiten im 1.Jakobitenaufstand, der von Viscount Dundee im Juli 1689 angeführt wurde. Beide, Rob Roy damals 18, und sein Vater nahmen an der Schlacht von Killiecrankie teil, die die Jakobiten trotz des Todes ihres Anführers gewonnen haben.
 

Der Name MacGregor war verächtet

König James I. & VI.
Rob Roy, hatte den Namen seiner Mutter Campbell angenommen, weil der Name MacGregor seit 1603 als Vergeltungsmaßnahme geächtet war. Der Clan hatte damals an dem Überfall auf Glenfruin teilgenommen. Der Hintergrund war folgender: Die Colquhouns waren einer der Clans, die die MacGregors im 16. und 17. Jahrhundert verfolgten. 1602, nach einer Zusammenkunft der beiden Clans, hofften die Colquhouns, die MacGregors in Glenfruin in eine Falle locken zu können, doch ihr Vorhaben wurde verraten, so dass ihnen Alastair MacGregor of Glenstrae zuvorkommen konnte. Nach einer blutigen Schlacht wurden die Colquhouns vernichtend geschlagen und Ihr Oberhaupt getötet. Aus Rache denunzierten sie die MacGregors bei König James VI., so dass sie fast zwei Jahrhunderte lang verfolgt wurden.
 

Robert Louis Stevenson
Rob Roy eröffnete ein Geschäft, das Vieh zum Markt nach Crieff trieb. Ein einträgliches Geschäft und sein wachsendes Vermögen machte ihn zum Gutsherrn in Inversnaid, an der Ostseite von Loch Lomond. Im Januar 1693 heiratete er seine Cousine Mary Helen MacGregor of Comar und sie bekamen vier Söhne: James Mor, Ranald, Coll, und Robin Oig, der selbst zu ewigem Literaturruhm als Cameo in Robert Louis Stevenson's Buch "Kidnapped" kam.
 

1711 borgte sich Rob Roy £1.000 vom Duke of Montrose, einem Großgrundbesitzer von Mugdock Castle near Milngavie im Norden von Glasgow, um Vieh einzukaufen. Doch sein Oberviehtreiber, der das Vieh erwarb, verkaufte es wieder und verschwand mit dem Geld. Als er nach der Suche nach seinem diebischen Viehhirten nach Hause zurückkam, musste er feststellen, dass er bankrott und geächtet war und dass der Duke of Montrose sein Land beschlagnahmt und die Familie vertrieben hatte.
 

Rache an Duke of Montrose

John Campbell, 2. Herzog von Argyll
Rob Roy versuchte Rache and dem Duke of Montrose zu nehmen, in dem er sein Vieh stahl und Überfälle tätigte. Einer der Überfallenen war der Verwalter von Montrose, dem er £ 3,000 an Pacht abnahm. Im Laufe der Zeit weitete er seine Überfälle auch auf andere Großgrundbesitzer aus, wenn sie ihm kein Schutzgeld gegen Viehdiebe zahlen wollten. Mittlerweile war auch der Duke of Argyll auf Rob Roy aufmerksam geworden, einem erklärten Feind von Montrose. Argyll wurde so zu einer Art Schutzpatron für Rob Roy.
 

Während des Jakobitenaufstandes von 1715 zog er die MacGregors in Aberdeenshire groß und beteiligte sich auch als Führer (Scout) im November 1715 für die Jakobiter auf ihrem Marsch von Perth nach Stirling. Diese Aktivitäten gipfelten in der Schlacht von Sheriffmuir, wo es der viel kleineren Regierungsarmee des Duke of Argyll gelang, den Jakobiten den Weg in die Lowlands zu verwehren.Rob Roy´s Loyalität wurde hier auf eine harte Probe gestellt. Zum einen für die Jakobiten und zum anderen für seine Allianz mit dem Duke of Argyll. Es erweckte den Anschein, als wäre er bei der Schlacht nur Zuschauer gewesen, doch gab es ebenso gut Hinweise, dass er verdeckt für den Duke gearbeitet hatte. Doch beweisen konnte man ihm das nie.
 

Die Schlacht von Glen Shiel
Für seinen Teil an dem Aufstand wurde Rob Roy mit einem Steckbrief und ausgesetztem Kopfgeld “belohnt”. Zur Sicherheit schlug er sein Hauptquartier in der Nähe des Duke of Argyll in Inveraray auf. Er unterstütze weiterhin die Jakobiten und nahm auch an der Rebellion von 1719 teil, die in der Niederlage der Jakobiten in der Schlacht von Glen Shiel gipfelte.
 

Als Buchheld begnadigt

Sein Ruf wuchs mit jeder Geschichte, die über ihn erzählt wurde. Er wurde mehrfach gefangen genommen, konnte aber jedes Mal entkommen. Dann erschien 1723 „Highland Rogue“ und vier Jahre später wurde Rob Roy auf öffentlichen Druck hin begnadigt.
 

Grab von Rob Roy
Rob Roy MacGregor starb am 28. December 1734 in Balquhidder Glen und wurde auf dem Kirchhof der Alten Kirche von Balquhidder beerdigt. Die Originalgrabmarkierungen von Rob Roy, seiner Frau und seinen vier Söhnen wurden 1981 durch eine Umgrenzung und einem Grabstein verziert. Auf ihm steht: „MacGregor Despite Them" und ein falsches Lebensalter. Er wurde nicht 70, sonder 63 Jahre alt.
 

Liam Neeson ist Rob Roy

Walter Scott
Die Legende von Robert Roy MacGregor war zugleich die Inspiration für Sir Walter Scotts Roman Rob Roy. Die bekannteste und beste Verfilmung von Rob Roy ist mit Liam Neeson in der Hauptrolle besetzt.








 

Rob Roy´s Haus
Glengyle House am Ufer von Loch Katrine, in dem Rob Roy geboren wurde, wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Seit den 1930er war das denkmalgeschützte Gebäude in ständigem Besitz der Wasserbehörden. Das Haus wurde im November 2004 gegen die Einwände der Scottish National Party versteigert.
 

William "Captain" Kidd

Kidd auf der Adventure Galley in New York. Gemälde von Howard Pyles
William Kidd wurde im Jahre 1645 als Sohn eines schottischen Pfarrers aus Greenock geboren. Als junger Mann wählte er den Beruf des Seemans und verbrachte die nächsten 30 Jahre auf unzähligen Schiffen. 1689 brach wieder Krieg zwischen England und Frankreich aus.Ert kaperte ein französisches Schiff und segelte zur britischen Überseekolonie von Nevis. Dort angekommen, wurde das Schiff nach dem neuen König William III. in Blessed William umbenannt Da die Kolonie ohne nennenswerten Schutz der Royal Navy war, wurde Kidd´s Mannschaft als Schutz angeheuert. Im Ausgleich für den Schutz gewährte der britische Inselgouverneur Codrington den Piraten einen Freibrief zur Freibeuterei gegen die Franzosen.
 

William Kidd
Mit 47 Jahren und dem neu erworbenen Prestige ließ er sich 1691 in New York nieder. Zu dieser Zeit war Kidd ein respektierter, ehrlicher Mann und hart arbeitender Kapitän. Viele prominente Kolonialisten seiner Zeit gehörten zu seinen Freunden, darunter drei Gouverneure.
 

Kapern auf Befehl

Richard Coote, Earl of Bellomont
Im Herbst 1691 kaperte er auf Befehl der Provinz von New York, Massachusetts einen feindlichen Freibeuter an der Neuengland Küste. Kurz danach erhielt Kidd eine Gutschrift über £ 150.- für eine erfolgreiche Kaperfahrt in der Karibik. Ein Jahr später stahl „Captain" Culliford Kidd´s Schiff als er in Antigua an Land ging. 1695 ersetzte William III. den korrupten Gouverneur Benjamin Fletcher, der als bestechlich galt und hunderte von Dollar dafür bekam, dass er Piratenhandel duldete, durch Richard Coote, Earl of Bellomont.
 

Lizenz zur Kaperfahrt
Am 11. Dezember des gleichen Jahres bat Coote, der nun Gouverneur von New York und Massachusetts war, den „lieben und vetrauenswürdigen Captain Kidd“ doch bitte neben Thomas Tew, John Ireland, Thomas Wake, William Maze, und alle anderen Piraten anzugreifen, natürlich auch alle französischen Schiffe anzugreifen. Das ging der Reise voraus, die ihn und seinen Ruf als Pirat und sein Image in Geschichte und Folklore gleichermaßen zementierte.
 

4/5 der Kosten der Operation wurden vom Adel bezahlt, die zu den mächtigsten Männern Englands zählten: Der Earl of Orford, Der Baron of Romney, der Duke of Shrewsbury und Sir John Somers. Laut Author Henry Gilbert und seinem Werk  “The Book of Pirates” soll selbst William III. unter den Helfern gewesen sein. Tatsache ist, dass der König von jedem Beutezug einen Zehnten bekam. Kidd und sein Bekannter Colonel Robert Livingston, der die Operation ausarbeitete, zahlten die Differenz. Kidd musste dafür sein Schiff, die Antigua, verkaufen.
 

Rudern gegen die Flaute

Adventure Galley
Das neue Schiff, die Adventure Galley, war für die neue Aufgabe Piraten zu jagen hervorragend geeignet. Sie wog über 284 Tonnen, hatte 34 Kanonen, Ruder und 150 Besatzung. Die Ruder waren von besonderem Vorteil, wenn in der Schlacht eine Flaute einsetzte, und die Schiffe bewegungsunfähig waren. Kidd war stolz darauf, die Besatzung persönlich ausgesucht zu haben, in dem er nur die besten und loyalsten Offiziere nahm. Leider wurde er, nachdem gerade die Segel gesetzt waren, von der HMS Duchess gestoppt, die vielel seiner Crew, trotz wütenden Protestes, für den Kriegsdienst einzog. Um den Verlust an Offizieren auszugleichen, schickte man ihm Ersatz, von dem er wusste, dass sie in der Mehrzahl Schwerverbrecher, zum Teil sogar Piraten gewesen waren.
 

Im September 1696 verließ Kidd endlich den Hafen. Doch das Pech blieb ihm treu. Bald wurde ein Drittel der Crew von Cholera hinweggerafft und das Schiff entpuppte sich als Sieb. Nachdem er legal auf dem ersten Teil der Reise ein französisches Schiff genommen hatte, segelte er an die Ostküste von Madagaskar, ohne jedoch auf Piraten zu stoßen. Daraufhin begab er sich an die Malabar Küste. Zu dem Zeitpunkt griff er nicht ein einziges Schiff an. Kidd wurde unruhig, da sein ambitioniertes Unternehmen sehr kostenintensiv war. Selbst ein Holländer und ein Freibeuter aus New York blieben ungeschoren. Einige seiner Crew nutzen einen Landgang und kehrten nie mehr zurück. Andere, die noch blieben, drohten mit Meuterei.
 

Am 30. Oktober 1697 entwickelte sich ein Disput zwischen Kidd und seinem Kanonier William Moore, der einer der Hauptmeuterer war. Als Moore an Deck eine Sichel schärfte, nannte ihn Kidd einen „lausigen Hund“. Moore erwiderte: „Wenn ich ein lausiger Hund bin, dann hast du mich dazu gemacht. Du hast mich und die anderen ruiniert“. Nach einem hitzigen Wortwechsel warf Kidd eine schwere Pütz an den Kopf von Moore, der mit einer Schädelfraktur auf Deck fiel und am nächsten Tag starb.
 

Die East India Company war der erste Global Player im Welthandel
Solche Akte von Barbarei wurden von Deserteuren, die entkommen konnten, berichtet. Man erzählte sich Geschichten von an Armen aufgehängten Männern und Matrosen, die mit Entermessern verprügelt wurden. Ein englischer Marineoffizier war der erste, der Kidd einen Piraten nannte und die englische East India Company trug ihr übriges hinzu, die Geschichten vom „schrecklichen Piraten“ Kidd zu verbreiten.
 

Wenig Beute

In den nächsten Wochen erzählte sein aus der Erinnerung eines ehemaligen Matrosen erstelltes Logbuch von diesem Reiseverlauf:

Dezember 1696, Vorbeifahrt an Kapstadt und Umrundung des Kap der guten Hoffnung. Kielholung der Adventue Galley auf der Insel Mehila. 50 Mann starben an Skorbut.

27. April 1697, Aufbruch zum Roten Meer.

Juli 1697, Ankerung vor der Insel Perim. Warten auf das erste zu plündernde Handelsschiff. Misslungene Überfälle auf Handelsschiffe bei der arabischen Stadt Mokka. Flucht zur Malabar-Küste, Indien.

August 1697, Überfall auf eine kleine, wehrlosen maurischen Bark. November 1697, Kaperung der Maiden. Mitnahme als Prise.

Dezember 1697, Überfall auf eine kleine maurische Ketsch und Kaperung eines kleinen Handelsschiffes vor der Malabar-Küste, Eigner: die East India Company
 

Schatzschiff Quedagh Merchant

Am 30. Januar 1698 hisste er die französische Flagge und eroberte seine größte Prise, ein 400 Tonnen großes armenisches Schiff, die Quedagh Merchant, die mit Satin, Musselin, Gold, Silber und einer unglaublichen Vielfalt an Ostindischer Seide von unschätzbarem Wert beladen war. Der Kapitän des Frachters war ein Engländer namens Wright, der unter dem Schutz der französischen Regierung segelte. Wegen des englischen Kapitäns versuchte Kidd seine Crew davon zu überzeugen, das Schiff wieder Wright zurückzugeben, doch die weigerte sich, da sie wussten, dass Kidd französische Schiffe angreifen durfte.
 

Die Royal Captain, Stolz der East India Company
Daraufhin änderte Kidd seine Meinung und tat kund, dass die Prise durchaus einem englischen Freibeuter zu stünde. Die Ladung war mehr als 1.000.000 britische Pfund Sterling wert und der Anteil jedes Piraten an dieser Beute betrug mehr als 4000 Pfund Sterling und zusätzlich 42 kleine Diamanten. Als jedoch die Meldung über die Kaperung sowie die Horrornachrichten über Folter und Mord England erreichten, erklärte die British East India Company Kidd offiziell zum Piraten. Verschiedene Marine Kommandeure wurden beauftragt, Kidd und seine Männer wegen ihrer „berüchtigten Piratenuntaten“ zu jagen und einzusperren. Währenddessen glaubte Kidd immer noch sich auf dem Boden der offiziellen Vereinbarung zu befinden und er dementsprechend legal agierte.
 

Am 1. April 1698 erreichte Kidd Madagascar. Dort traf er den ersten Piraten seiner Reise Robert Culliford mit seiner Fregatte Mocha. Culliford war übrigens der gleiche Mann, der Kidd vor Jahren sein Schiff gestohlen hatte. Kidd befahl seinen Männern, die Mocha zu entern. Die weigerten sich jedoch und die Mehrzahl schloss sich Culliford an. Nur 13 Männer blieben bei Kidd treu.
 

Bevor er nach New York zurückkehrte stellte er fest, dass er als Pirat steckbrieflich gesucht wurde und mehrere Kriegsschiffe die See nach ihm absuchten. Als er in New York eintraf, suchte er den Gouverneur auf, der sich jedoch in Boston aufhielt. Kidd´s Anwalt verhandelte mit ihm und bekam eine Zusage, ihn in New York zu treffen. Dennoch wurden er und seine Crew am 6. Juli 1699 verhaftet und im Stone Gefängnis eingesperrt; die meiste Zeit verbrachte er in Einzelhaft.
 

Mordanklage

Brief an William Kidd
Nach einem Jahr wurde er nach England gebracht, am 8. Mai 1700 vor dem High Court der Admiralität vor Gericht gestellt und wegen Mordes an William Moore und der Piraterie angeklagt. Während er auf seine Verhandlung im berüchtigten Newgate Gefängnis wartete, schrieb er mehrere Briefe an königliche Hoheiten, darunter an William III. und Mary II., in denen er um Gnade bat. Newgate war, selbst nach den Maßstäben des 18. Jahhundert, ein Ort des Horrors. In dem Gebäude an der Ecke Holborne und Newgate Street waren all diejenigen untergebracht, die auf ihre Aburteilung und Hinrichtung am Galgen von Tynburn warteten. Die Enge, der Gestank und die Schreie derjenigen, die zum Galgen geführt wurden, trieben viele in den Wahnsinn.
 

Kidd wurde am 27, März 1701 zum ersten Mal vor dem Parlament verhört. Eine zweite Unterfragung erfolgte am 31. März und am 8.März begann der Prozeß, dessen Ausgang vor Beginn der Verhandlung bereits feststand. Seine Dokumente, die bewiesen, dass die beiden Schiffe, die er gekapert hatte, französische Schiffe waren, waren verschwunden. Diese Dokumente, mit vielen anderen in Regierungsarchiven verlegt, tauchten im frühen 20. Jahrhundert wieder auf und stellten Kidd´s Schuld in Frage. Als er zum Tode durch den Strang verurteilt wurde, rief er: „Mein Gott das ist ein sehr hartes Urteil. Ich für meinen Teil trage am wenigsten Schuld von allen, doch haben andere Meineide gegen mich geschworen.“
 

Lange Rede vor dem Tod

Am Tage der Hinrichtung wurde Kidd von dem Kaplan Paul Lorrain in seiner Zelle abgeholt. Lorrain beschrieb das Bild, das sich ihm bot, als er Kidd antraf: „Ich fand Kidd zu meinem unaussprechlichen Kummer vom Alkohol so erregt und verwirrt und in einem so jämmerlichen Zustand, dass er keineswegs zu dem großen Werk fähig war, das zu tun er jetzt letztmalig Gelegenheit hatte.“ Doch Kidd war stark genug, eine lange Rede an die Menge zu halten, in der er bedauerte, sich nicht von seiner Familie habe verabschieden können. Auch ermahnte er alle Seeleute und besonders die Kapitäne, sein elendes Schicksal als abschreckendes Beispiel zu nehmen.
 

Als Kidd vom Gerüst gestoßen wurde, riss der Strick, das Gerüst brach zusammen und er fiel noch bei Bewusstsein zu Boden. Lorrain nutze die Gelegenheit, um ihn nochmals zu einem Geständnis zu bewegen. Bei dem zweiten Versuch musste Kidd von einer Leiter gestoßen werden.
 

Tod von William Kidd
Damit aber war dem Gesetz noch nicht genüge getan. Die Leichen von Piraten wurden immer zur Schau ausgestellt und auch William Kidd machte da keine Ausnahme. Um die Leiche so lange wie möglich zu erhalten, wurde sie zur Konservierung mit einem Mantel aus Teer bestrichen. Anschließend wurde die Leiche in ein spezielles Geschirr aus Reifen und Ketten eingepasst, dass so Kopf, Körper und Beine zusammenhielt. Solch ein Geschirr kann man noch heute im Rathaus von Rye (Sussex) sehen. Dann wurde er an einem Galgen in Tilbury Point am Unterlauf der Themse aufgehängt.
 

Seine Mitangeklagten Richard Barleycorn, Robert Lamley, William Jenkins, Gabriel Loffe, Able Owens, und Hugh Parrot wurden ebenfalls für schuldig erklärt, aber noch vor Kidds Exekution begnadigt.
 

Edgar Allan Poe
Der Glaube, dass Kidd einen riesigen Schatz hinterlassen hatte, trug zu seiner wachsenden Legende bei. Dieser Glaube schlug sich auch in der Literatur nieder. Beispiele dafür sind Edgar Allan Poe's “The Gold Bug” und Robert Louis Stevenson's “Treasure Island”. Er war auch der Anstoß für eine nie endende Jagd nach dem Schatz. Vermutet wurde er unter anderem auf Oak Island in Neuschottland, in Suffolk County, Long Island in New York wo sich Gardiner's Insel befindet, Charles Island in Milford, Connecticut, und auf den Thimble Islands in Connecticut.
 

Windmühle von Gardiners Island
Tatsächlich hatte Captain Kidd eine kleine Schatztruhe auf Gardiner's Island auf einem Gelände, das als Cherry Tree Field bekannt war, doch wurde diese Kiste von Gouverneur Bellomont ausgegraben und nach England geschickt, um als Beweisstück im Prozeß zu dienen.
 

Geheimnsivolle Schätze

Wiiliam Kidd´s Schatzkarte
Kidd besuchte auch 1699 Block Island wo er durch Mercy (Sands) Raymond, der Tochter des Seemanns James Sands verproviantiert wurde. In der Geschichte heißt es, dass Kidd sich ihr gegenüber für die Hilfe dankbar zeigen wollte und forderte sie auf ihre Schütze hochzuhalten, in die er soviel Gold und Juwelen schüttete, bis sie voll war. Nachdem ihr Mann Joshua Raymond gestorben war, zog Mrs. Raymond mit ihrer Familie nach New London, Connecticut (das spätere Montville), wo sie viel Land kaufte. Von der Richmond Familie wurde seitdem erzählt, sie wäre „durch eine Schürze reich geworden.“
 

Kidd's Abschiedslied

Oak Island


My name was Captain Kidd, when I sail'd, when I sail'd,
And so wickedly I did, God's laws I did forbid,
When I sail'd, when I sail'd.
I roam'd from sound to sound, And many a ship I found,
And then I sunk or burn'd, When I sail'd.                                             murder'd William Moore, And laid him in his gore,
Not many leagues from shore, When I sail'd.
Farewell to young and old, All jolly seamen bold,
You're welcome to my gold, For I must die, I must die.                      Farewell to Lunnon town, The pretty girls all round,
No pardon can be found, and I must die, I must die,
Farewell, for I must die. Then to eternity, in hideous misery,
I must lie, I must lie.