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Nazi Gold: Der Merkers Schatz

Der Rhein ist überschritten
Am späten Abend des 22. März 1945 ind an den folgenden Tagen überschritt General Pattons Dritte Armee den Rhein und stieß in das Herz von Deutschland vor. Einheiten dieser Armee stießen von Frankfurt aus in Richtung Nordosten, der zukünftigen sowjetischen Besatzungszone und rückten auf Gotha vor. Kurz vor Mittag des 4. April eroberte das 3. Bataillon des 358. Infanterie Regiments, der 9. Infanterie Division das Dorf Merkers. An diesem und am nächsten Tag konsolidierten die Truppen der 9. Division die Gegend um Merkers und schlugen ihr Hauptquartier in Keiselbach auf.
 

Am 4. und 5. April vernahmen Mitarbeiter des CIC (Counter Intelligence Corps) so genannte Displaced Persons (darunter fielen Zwangsarbeiter, Internierte etc), die auf mögliche Goldtransporte der Berliner Reichsbank zum Wintershall AG Kalibergwerk in Kaiseroda kurz vor Ankunft der Amerikaner aufmerksam machten. Man sprach immer nur von Gerüchten und keiner der Aussagen bezogen sich auf eigene Beobachtungen. Doch am Mittag des 5. April interviewte ein Mitarbeiter des militärischen Geheimdienstteams 404-G, der dem 358. Infanterie Regiment zugeordnet war, in Bald Salzungen, etwa 10 km von Merkers entfernt, französische Zivilisten, die in der Mine Merkers gearbeitet hatten. Sie erzählten ihm, dass sie von Goldeinlagerungen in Merkers gehört hätten. Diese Information wurde der G-2 Geheimdienstabteilung der 9. Division weitergeleitet und Befehle wurden erteilt, allen Zivilisten der Umgebung Zugang zum Bergwerk zu verwehren.
 

Merkers
Früh am nächsten Morgen bemerkten zwei Militärpolizisten, die die Strasse von Keiselbach nach Merkers bewachten, dass sich zwei Frauen ihnen näherten. Sie stellten sich als französischen Zwangsarbeiterinnen heraus. Eine der beiden war schwanger und sagte, die andere Frau wäre ihre Begleitung auf dem Wege zu einer Hebamme in Keiselbach. Nachdem die beiden beim XII. Corps Provost Marshal Office nochmals befragt worden waren, wurden sie zurück nach Merkers gebracht.  Als sie in den Ort hinein fuhren, fragte der Fahrer die beiden Frauen, was denn das für eine Mine wäre. Diese erwiderten, dass es sich dabei um die Mine handelte, in der vor einigen Wochen der deutsche Goldschatz, sowie unzählige Kunstgegenstände eingelagert worden wären und stellten weiterhin fest, dass Einheimische und Zwangsarbeiter das aus- und einladen der Schätze erledigen mussten.
 

Am 6. April gegen Mittag erreichte die Geschichte der beiden Frauen Lt. Col. William A. Russell, den G-5 Offizier der 9. Division. Russell, verantwortlich für zivile Angelegenheiten, machte sich zur Mine auf, interviewte die Frauen und ließ sich die Geschichte bestätigen. Sie erzählten ihm, dass auch Kunstwerke in der Mine lagerten und dass bei dem Vorgang der Einlagerung der Kurator des Deutschen Staatsmuseums in Berlin, Dr. Paul Ortwin Rave, zusammen mit dem stellvertretenden Direktor der Berliner Nationalgalerie, zum Schutz der Kunstgegenstände anwesend war. Russell konfrontierte daraufhin Angehörige der Werksleitung mit dieser Aussage, die wiederum bestätigten, dass Gold und Wertgegenstände nicht nur in Merkers, sondern auch in anderen Bergwerken eingelagert worden wären. Russell befragte auch Werner Veick, den Hauptkassierer der Abteilung Fremder Währungen bei der Reichsbank, und Rave, die beide sich noch bei Merkers aufhielten. Rave gab dann Russell gegenüber zu, bei dem Transport anwesend gewesen zu sein. Veick deutete an, dass das in der Mine eingelagerte Gold die gesamten Goldreserven der Reichsbank gewesen wären.
 

Mit diesen Beweisen verlangte Russell, dass das 712. US Panzerbataillon sofort die Mineneingänge bewachen sollte. Auch Mitglieder der Militärpolizei der 90. Division wurden zur Bewachung abkommandiert und Vorbereitungen wurden getroffen, die Einfahrt in die Mine am nächsten Tag möglich zu machen, um die Mine gründlich zu inspizieren. Nachdem Nachmittags bekannt wurde, dass es mindestens fünf Eingänge zum Bergwerk gab, und dass deswegen die Bewachung durch das Panzerbataillon nicht ausrecihen würde, forderte Russell Verstärkung an.
 

Am gleichen Abend rief Major General Herbert L. Earnest, Kommandeur der 9. Division, das 357. Infanterieregiment in Leimbach an und befahl, das 1. Bataillon umgehen nach Merkers in Marsch zu setzen, um die Militärpolizei abzulösen und um das 712. Panzerbataillon zu verstärken.
 

General Patton
Russel informierte auch am gleichen Nachmittag dem G-5 Offizier des XII. Corps über die Vorgänge im Bergwerk und dadurch erfuhr auch der Korpskommandeur Major General Manton S. Eddy von den Entwicklungen. Dieser setzte sofort Patton über die deutschen Goldreserven ins Bild. Patton befahl ihm daraufhin strenges Stillschweigen, bis diese Information sich in Realität gewandelt hätte.
 

Als der Abend endete, mussten die Erwartungen, was man denn am nächsten Tag finden würde, groß gewesen sein. Alle, die davon wussten waren sich darüber im klaren, dass sie vielleicht auf etwas wichtiges gestoßen sein konnten, etwas, was militärische und politische Verantwortliche zu finden hofften, nämlich die Goldreserven. Die Alliierten wussten durch Geheimdienst- und diplomatische Quellen, dass die Naziführer hunderte von Millionen Dollar in Gold aus vielen Zentralbanken überfallener Länder geraubt hatten und dass trotz der Begleichung vieler Rechnungen für Lieferungen aus neutralen Ländern mit Gold, sich noch eine erheblich Menge zu finden ließe. Tatsache ist, wären diese Währungsreserven früher in die Hände der Alliierten gefallen, dass sich der Krieg dadurch verkürzt hätte, da so weniger kriegswichtige Güter hätten produziert werden können.
 

Reichsbank Goldbarren
Meist während es gesamten Krieges verblieben die Goldreserven des Reiches in den Tresoren von Berlin. Doch 1943 wurden zahlreiche Barren zu den verschiedenen Niederlassungen der Reichsbank transportiert. Als gegen Ende 1944 und Anfang 1945 sich die Luftangriffe auf Berlin steigerten und die Alliierten von Ost und West auf die Hauptstadt zumarschierten, wurde noch mehr Gold an die Niederlassungen in Süd- und Zentraldeutschland geliefert. Auch wurden große Mengen Reichsmark an verschiedene Niederlassungen verteilt.
 

Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Walter Funk
Die Verteilung der Reichsbankschätze war im Februar 1945 in vollem Gange. Am 3. Februar warfen 937 B-17 Bomber der 8. US Luftflotte fast 23.000 Tonnen Bomben auf Berlin, die unter anderem die Zentralbank, sowie ihre Notenpressen, zerstörten. Nach diesem schweren Angriff befahl der deutsche Reichsminister für Wirtschaft und Reichsbankpräsident Walter Funk die meisten Goldreserven in Höhe von $ 238 Millionen und riesige Reichsmarkbestände in die Mine von Merkers, ungefähr 350 km südlich von Berlin, auszulagern. Raum in dieser Kalimine, sowie in andern Salzminen wurde von der Regierung schon rechtzeitig requiriert, da sie sicherstellen wollte, dass trotz Luftangriffe Material gelagert werden konnte, um die Produktion aufrecht zu erhalten.
 

Am 11. Februar waren die meisten Goldreserven, inklusive des Goldes, das wieder von den Zweigstellen nach Berlin zurückgekehrt und zum Transport nach Merkers bereit. Währungsreserven in Höhe von einer Milliarde Reichsmark, gebündelt in 1.000 Säcken, sowie eine erhebliche Summe an ausländischen Währungen , wurden per Bahn nach Merkers transportiert. Als der Zug dort angekommen war, wurde der Schatz in ein besonderes Gewölbe, als Nummer 8 gekennzeichnet, der Mine von Merkers eingelagert.
 

Zusätzlich zu dieser Ladung wurde Anfang Februar entschieden, eine weitere substantielle Menge Währung an die Reichsbank Zweigstelle in Erfurt zu versenden. Diese Schätze wurden, zusammen mit zehn Angehörigen der Reichsbank, zum verpacken nach Erfurt geschickt. Unter ihnen waren Veick und Otto Reimer, der der Chefkassierer der Reichsmark Abteilung. Je nach Bedarf wurden nur Reserven von Merkers aus zu den jeweiligen Zweigstellen und nach Berlin verschickt. Das gleiche galt auch für die verschiedenen Währungen.
 

Reichsführer SS, Heinrich Himmler
Das SS -Wirtschaftsamt, das für die KZ verantwortlich war, wollte auch ihre geraubten Schätze, die in Verwahrung der Reichsbank waren, in Merkers zur Aufbewahrung unterbringen. Vom 26. August 1942 bis zum 27. Januar 1945 gingen 76 Sendungen mit geraubten Wertsachen von KZ Opfern von der SS an die Reichsbank. Diese geraubten Werte wurden unter dem Namen Melmer geführt, der für den SS-Hauptsturmführer Bruno Melmer stand, der für diese Transporte verantwortlich war. Goldschmuck wurde ins Ausland verkauft, Gold von großer Feinheit wurde entweder an die preußische Münze oder an die Degussa verkauft, einer großen deutschen Firma, die sich auf Verfeinerung von wertvollen Metallen spezialisiert hatte. Wertpapiere, ausländische Währungen und ähnliches wurden von der Reichsbank übernommen. Viele der unzähligen Schmuckstücke wurden durch die Berliner städtische Pfandleihe zu Geld gemacht. Sobald eine Transaktion abgeschlossen war, wurde sie unter dem Namen „Max Heiliger“ verbucht, einem Codewort für Heinrich Himmler und seiner SS. Anfang 1945 war das meiste der Beute bereits verarbeitet, aber immer noch waren große Bestände bei der Reichsbank in Verwahrung.
 

Das konfiszierte Eigentum, das im März 1945 zur Einlagerung bereit stand, war ein Sammelsurium aus verschiedenen Gold- und Silberstücken, das von Zahngold über Zigarettendosen, Diamanten, Gold- und Silbermünzen, ausländischen Währungen, sowie Silber und Goldbarren reichte. Gold- und Silberbarren wurden in 18 Säcken verstaut, der Rest der Beute wurde in 189 Koffern und Kisten verstaut. All das ging per Bahn am 18. März nach Merkers. Die Fracht stand unter der Kontrolle von Albert Thoms, Chef der Reichsbank Abteilung für wertvolle Metalle. Als diese SS-Beute ankam, wurde sie in Raum Nr. 8 zusammen mit den Gold und Währungsreserven versteckt.
 

Kaiser Friedrich Museum, Berlin
Um die Kunstschätze des Reiches zu schützen, hatte der Reichsminister für Bildung im März entschieden, sie in die Minen zur Verwahrung zu verlegen. Die erste Sendung, 45 Kisten Kunst aus dem Kaiser-Friedrichs-Museum, wurde nach Ransbach, etwa 15 km von Merkers entfernt, verschifft und kam am 16. März an. Rave, der den Transport begleitet hatte, befand, dass dieses Bergwerk für Kunstschätze untauglich war und leitete sie nach Merkers um. Zwischen dem 20. und 31. März transportierten die Deutsche ein Viertel aller Gegenstände aus 14 preußischen Museen nach Merkers. Rave wurde befohlen vor Ort zu bleiben und die Schätze zu bewachen.
 

Als die 3. Armee in Richtung Merkers vorrückte, beschlossen die Verantwortlichen der Reichsbank, sämtliche Bestände nach Berlin zurück zu holen, doch sie wurden wegen des schnellen amerikanischen Vormarsches und der Lähmung des deutschen Eisenbahnnetzes daran gehindert. Am 1. April hatten die Offiziellen in Berlin alle Hoffnung fahren lassen, das Gold nach Berlin zu holen und beschränkten sich auf die Reichsmark, die im ganzen Reich knapp geworden war. Am 2. April erhielten die Reichsbank Offiziellen in Erfurt den Befehl, die Reichsmark Vorräte in Merkers auf die Zweigstellen im Reich zu verteilen und die drei
Bankangestellten Thoms, Reimer, und Direktor Frommknicht kamen nach Erfurt, um bei dieser Verteilungsaufgabe zu helfen. Sie luden ungefähr 200 Millionen Reichsmark und etwa 50 Pakete Fremdwährung auf zwei 2,5 t Lastwagen und fuhren mit dem Geld, das für Magdeburg und Halle bestimmt war und mit den anderen Währungen nach Berlin.
 

Dann wurde mit der Hilfe von 20 polnischen Zwangsarbeitern der Rest der Währungen aus der Mine geholt. Eine große Menge wurde nach Bad Salzungen gebracht, und auf einen Eisenbahnwaggon umgeladen. Um 19.00, als sie hörten, dass die Amerikaner sich rasch näherten, hörten sie mit dieser Arbeit auf. Auf dem Weg zu ihrem Hotel erfuhren sie, dass eine Bahnbrücke, die sie hätten benutzen müssen, in die Luft geflogen wäre. Daraufhin brachten sie die Gelder wieder nach Merkers zurück und verstauten die Säcke wieder an ihrem alten Bestimmungsort. Da keine Arbeiter zur Verfügung standen, mussten sie bis zum nächsten Morgen warten.
 

Am nächsten frühen Morden des 4. April begannen die Polen, die wussten, dass sich die Amerikaner schnell näherten, damit, die Säcke wieder in den Schacht zu transportieren. Da Frommknicht den Schlüssel zum Gewölbe hatte und er und Thoms das Weite gesucht hatten, mussten die verschiedenen Währungen in ihren Säcken am Fuße des Schachtes zurückgelassen werden. Währenddessen erschienen einige US Soldaten auf der Szene, sahen die Arbeiten, aber dachten, es wären normale Bergwerkarbeiten. Veick und Reimer, zusammen mit ihren polnischen Arbeitern, begannen nun wieder die Säcke nach unten zu transportieren. Inzwischen waren Frommknicht und Thoms, nachdem sie einige Papiere verbrannt hatten, zu Fuß auf dem Weg nach Erfurt. Als sie unterwegs von US Lastwagen überholt wurden und vor Angst in den Wald liefen, gelang Frommknicht die Flucht, Thoms jedoch wurde gefasst. Binnen einer Woche war er zum Verhör wieder in Merkers.
 

Am Morgen des 7. April verhörten US Militärangehörige Zivilisten, um weitere Einzelheiten bezüglich der Reichslager zu bekommen. Zur gleichen Zeit wurden von den Amerikanern weitere Zugänge zur Mine bei Leimbach, Ransbach, und Springen gefunden. Wachen wurden aufgestellt und wenig später beorderte General Earnest eine Kompanie des 1. Bataillons, des 357. Infanterieregiments an den Haupteingang der Mine. Diese wurden später von Panzern des 712. Panzerbataillons versärkt. Weitere Jagspanzer des 773. Panzerjagsregiments und Jeeps mit Machinengewehren zur Flugabwehr kamen hinzu. Weitere Infanteriekompanien wurden zu den Eingängen in Kaiseroda and Dietlas geschickt. Gegen 11.00 wurde noch ein Eingang zur Mine in Statinsfeld vom 1. Bataillon gefunden. Daraufhin wurde eine Panzerjagdkompanie zur Bewachung des Eingangs abkommandiert.
 

Um 10.00 gingen Russell, der stellvertretende Divisionskommandant und zwei weitere Offiziere der 9. Division, der Korpsfotographen, Rave und Bergwerksangestellte in die Mine. Der Aufzug brachte sie zum Fuße des Hauptschachtes, rund 700 m tief hinunter. Im Hauptstollen fanden sie 550 Säcke mit Reichsmark. Als sie den Hauptstollen weitergingen kamen sie zum Gewölbe. Dieses war durch eine 1 m dicke Ziegelmauer abgetrennt und umfasste eine 30 m breite Halle. Im Zentrum der Wand war eine große Stahltür, ähnlich wie eine Banktresortür komplett mit Zahlenkombinationsschloss und Timer eingelassen. Versuche, die Tür zu öffnen, scheiterten. An diesem Nachmittag erklärte Veickk Russel, dass das gesamte Gold hinter dieser Tür läge. Davon hörte General Eddy, der wiederum Patton informierte, dass eine große Menge Reichsmark gefunden worden wäre, jedoch das Gold, falls es existierte, hinter der Tür wäre. Patton wies Eddy an, die Tür gewaltsam zu öffnen. General Eddy rief Pioniere, die Vorbereitungen trafen, sich am nächsten Morgen durch eine Explosion Zugang zu verschaffen.
 

Währenddessen setzte die 90. Division ihren Vormarsch fort und rief alle ihre Einheiten wieder zurück. Gegen 17.00 wurde das 357. Infanterieregiment, mit Ausnahme des 1. Bataillons, zurückgerufen. Das 3. Bataillon nahm ebenfalls wieder am Vormarsch teil und deren Aufgaben mussten vom 1. Bataillon übernommen werden.
 

Die Schatzkammer von Merkers
Am frühen Morgen des 8. April gingen Russell, ein PR Offizier, Reporter und Angehörige des 282. Engineer Combat Battalion in die Mine. Wenige Stunden später stieß General Eddy, sein Stabschef und ein G-5 Offizier dazu. Einer der Pioniere, der die Mauer untersuchte, erklärte, dass es ein leichtes wäre, die Mauer zu durchbrechen. Mit einer halben Stange Dynamit gelang dies auch. Danach betraten die Amerikaner das Gewölbe, oder auch Raum 8, der schätzungsweise 25 m breit, 50 m lang und 4 m hoch , gut beleuchtet, aber nicht belüftet war. Kleinbahngeleise liefen durch die Kaverne und beiderseits der Geleise, bis ans andere Ende, waren siebentausend Beutel, kniehoch in zwanzig Reihen im Abstand von bis zu einem Meter voneinander entfernt. Alle Beutel und Säcke waren markiert, die Säcke mit dem Gold versiegelt. In Ballen verpackte Scheine waren in einer Reihe entlang der Gewölbemauer gestopft, zusammen mit Gold Waagen und anderem Reichsbankinstrumenten und Geräten.  Am hinteren Ende des Gewölbes, auf einer Fläche von etwa 8 x 10 m standen 18 Beutel, 189 Koffer, Kisten und Schrankkoffer. Jeder dieser Behälter hatte einen Laufzettel, der den Inhalt und den Namen des Besitzers, „Melmer“, anzeigte. Es war klar, dass es sich hier um SS-Beute handelte. Binnen weniger Tage wurde dies bestaätigt, und in zehn Tagen hatten die Amerikaner das Ausmaß der Beute und die Bedeutung des Namens „Melmer“ geklärt.
 

Um den Inhalt zu untersuchen, wurden einige der Siegel gebrochen und eine teilweise Inventur gemacht. Die deutete an, dass dort 8.198 Stangen Goldmünzen, 55 Kisten gestapelter Golmünzen, hunderte Beutel mit Goldgegenständen, 2.380 Beutel und über 1.300 Kisten mit Reichsmark (2,67 Milliarden), 1.300 Beutel mit Goldreichsmark, britischen und französischen Goldmünzen, 711 Beutel mit amerikanischen 20 Dollar Goldstücken, hunderte Säcke mit Gold und Silbermünzen, hunderter Beutel mit Fremdwährung, neun Beutel mit anderen wertvollen Münzen, 20 Silberbarren, 40 Behälter gefüllt mit Silberbarren, 63 Kisten und 55 Beutel mit Silberplatten, eine Beutel mit sechs Platinbarren und zu guter letzt 110 Beutel mit Gegenständen diverser Länder.
 

General Omar Bradley
Während der Schatz am 8. April untersucht wurde, fanden Truppen in anderen Stollen eine enorme Anzahl an Kunstgegenständen. Später an diesem Tag trafen Captain Robert Posey, ein Offizier speziell für Museen, Kunst und Archive (MFAA) und ein G-5 Offizier der 3. Armee, Major Perera, ein, um Kunstschätze, Gold und Währungen zu inspizieren. Perera befragte Veick über die Umstände, die den Transport der Schätze nach Merker betrafen und erhielt vom XII. Corps eine Inventurliste. Dann fuhren Perera und Posey zum US Hauptquartier nach Frankfurt , wo sie gegen 22.00 eintrafen. Kurz danach erstatteten sie dem G-5 Offizier der 12. Army Group, Lieutenant Colonel Tupper Barrett, Bericht.
 

Lt. Colonel Bernhard Bernstein
Am 8. April erfuhr Patton, dass neben dem Papiergeld, das am Tag zuvor gefunden wurde, nun auch eine riesige Menge an Gold aufgetaucht war und dass die Presse ebenfalls von Merkers Wind bekommen hatte und Artikel über den Goldfund veröffentlichte. Patton rief General Omar N. Bradley, den Oberbefehlshaber des 12. US Army Corps an, und sagte ihm, dass wegen der Größe des Fundes und der Tatsache, dass bereits die Presse darüber berichtete. Es nun eine politische Angelegenheit geworden wäre und forderte, dass das Supreme Headquarters, Allied Expeditionary Force (SHAEF), kommandiert von General Dwight D. Eisenhower, gebeten werden sollte, den Fall Merkers zu übernehmen.

Colonel Bernard D. Bernstein, Vizechef der Finanzabteilung der G-5 Division von SHAEF übernahm ab sofort. Am späten Vormittag des 8. April las Bernstein in der Paris-Ausgabe die Titelgeschichte der New York Herald Tribune über den Fund des Merkersschatzes.
 

Lt.-General Lucius Clay mit General Dwight D. Eisenhower
Am Morgen des 9. April traf Bernstein in General Crawfords Büro mit Crawford, Major General Lucius Clay, der soeben zum Militärgouverneur Deutschlands von Eisenhower ernannt worden war und Lieutenant Colonel Carl L. Morris, G-4 SHAEF zusammen. Crawford führte aus, dass Eisenhower angeordnet hätte, dass Bernstein und Morris nach Merkers gingen, um den Schatz zu einem Ort im Hinterland zu schaffen hätten, um zum einen Kampftruppen freizustellen und zum anderen einen exakten Überblick über den Fund zu machen. Somit wäre Bernstein verantwortlich für die Übernahme des Schatzes und Morris für den Transport. Weiterhin teilte Crawford mit, dass sie beide an Major General Hobart Gay, dem Stabschef der 3. Armee zu berichten und Befehle zu erhalten hätten. Crawford schlug als neuen Lagerplatz die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz vor. Man diskutierte auch Frankfurt als möglichen Lagerplatz, da die Stadt demnächst das Hauptquartier von Eisenhower´s Stab und des U.S. Kontrollrates sein würde. Letztendlich wäre es aber ihnen überlassen, welchen Standort sie für den Schatz wählen würden.
 

Anschließend brachen Bernstein, Morris, Barrett, Perera, und Lieutenant. J. S. Feary, G-5, 12. Army Group, zu einer Inspektion des Reichsbank Gebäudes auf,m um festzustellen inwiefern sich das Gebäude zur Aufbewahrung des Schatzes eignen würde. Dann fuhren sie weiter zur Festung Ehrenbreitstein. Dort stellten sie fest, dass die Festung bereits mit Archiven und Kunstgegenständen überfüllt war und dass kein Platz für die Aufnahme des Schatzes von Merkers vorhanden war. Bernstein war davon überzeugt, dass die Reichsbank in Frankfurt der beste Platz für die Aktion sein würde.
 

Bernstein und Bartlett kamen am 10. April gegen 17.00 beim beim 357. Infanterieregiment in Merkers. Zuerst sahen sie sich das Gewölbe mit dem Gold, den verschiedenen Währungen und Kunstgegenständen an. An diesem Abend befragte Bernstein auch Veick und Reimer über die Schätze und die dazugehörigen Dokumente und Archive. Veick gab ihm eine Fülle von Informationen bezüglich des Transportes nach Merkers und der Währungstransaktionen von März bis zu den ersten Märztagen. Er sagte, dass er nicht viel über das Gold wisse, aber dass Thoms dies genau wisse. „Der weiß alles“, sagte Veick. Reimer sagte ebenfalls aus, dass sich „die Dokumente bei Thoms befänden“.
 

An diesem Abend fuhr Bernstein in Pattons Hauptquartier. Patton teilte ich mit, dass er sehr froh wäre, dass Eisenhower die Verantwortung für das Gold übernommen habe. Bernstein erklärte ihm, dass er den Merkers Schatz so schnell wie möglich nach Frankfurt überführen wollte, da bedingt durch die Übereinkunft der Großen Drei in Yalta das Gebiet um Merkers der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet werden sollte und das deshalb der Schatz so schnell wie möglich zu verschwinden habe. Patton, der keine Ahnung von den Nachkriegsvereinbarungen hatte, erwiderte verblüfft, dass er ihm jede Unterstützung für dieses Unternehmen leisten würde.
 

Am Abend des 11. April empfing Bernstein auch eine Nachricht von Patton, der ihm befahl ihn am nächsten Morgen um 09.00 am Haupteingang des Bergwerkes zu treffen. Bernstein ließ sofort die Technik der Mine überprüfen und stellte sicher, dass deutsche Zivilisten für eine mögliche Befragung zur Verfügung standen.
 

General Omar Bradley
Am nächsten Morgen, den 12. April, war Bernstein schon erheblich früher als angeordnet im Werk. Es wurde 09.00, aber niemand erschien. Durch einen Telefonanruf erfuhr er, dass Patton imm er noch in seinem Hauptquartier in Bad Hersfeld war, und mit Eisenhower und Bradley konferierte. Erst gegen 10.30 trafen Patton, Eisenhower, Bradley, zusammen mit General Eddy und weiteren Mitgliedern seines Stabes in Merkers ein. Dort schloss sich ihnen auch Brigadier General Otto P. Weyland, Kommandeur des XIX. Tactical Air Command der 9. U.S. Air Force, an. Sofort fuhren Bernstein und seine Gäste, begleitet von einigen Deutschen in die Mine ein.
 

Eisenhower bei der 8. US Division
Als der Aufzug mit zunehmender Geschwindigkeit den Schacht hinunterfuhr, machte sich Bernstein um seine Besucher Sorgen. Das tat auch Patton, der mit einem Blick auf das Kabel, das den Schacht hielt, sagte: „Falls das Seil reißt, werden Beförderungen in der U.S. Armee rasant ansteigen.“ Eisenhower erwiderte: „Es reicht George, keine Witze mehr, bis wir unten sind.“
 

Eisenhower und Bradley untersuchen Nazi Silber
Die Generäle betraten Raum 8 und blickten sich mit großem Erstaunen um. Dann inspizierten sie die SS-Beute. Eisenhower, von dem was er gesehen hatte, sichtlich beeindruckt, schrieb später: „Eine große Menge an Gold und Silberplatten, die offensichtlich von privaten Vermögen in Europa geraubt waren, waren in Koffer, Kisten und großen Schrankkoffern gestopft. Alle waren mit dem Hammer platt geschlagen worden, um besser verstaut werden zu können. Offensichtlich sollten sie später zu Barren eingeschmolzen werden.“ Auch Patton brachte später seine Gedanken zu Papier: „Ich sah eine Reihe von Koffern, die voll mit Schmuck waren; darunter silberne und goldene Zigarettendosen, Armbanduhren, Löffel, Gabel, Vasen, Zahngold, falsche Zähne und mehr, die durch Banditenmethoden in ihren (SS) Besitz gekommen waren.“ Eisenhower war begierig mehr über die Beute zu erfahren. Bernstein erklärte ihm, dass einige Teile des Schatzes von Opfern der Konzentrationslager stamme, wie die Werte nach Merkers transportiert wurden, und wie hoch ihr Wert sei. Er teilte ihm ebenso mit, dass er beabsichtigte, eine komplette Bestandsaufnahme zu machen und sie anschließend nach Frankfurt zu transportieren. Eisenhower und alle anderen Generäle stimmten seinem Plan zu.
 

Bernstein zeigte ihnen auch die Kunstschätze, die Druckplatten der Reichsbank und die Reichsmark selbst. Während sie sich die Gegenstände anschauten, bemerkte ein deutscher Offizieller, dass dies die letzten Reserven wären und damit dringend die deutsche Armee bezahlt werden müsste. Bradley erwiderte daraufhin, dass „er bezweifelte, dass die deutsche Armee weiter ihren Sold benötigte.“ Gegen Ende der Tour bemerkte Bradley zu Patton: „Wären wir Freibeuter, wären wir jetzt die reichsten Männer der Welt.“ Patton grinste nur. Damit war die einstündige Besichtigung beendet und die Gruppe, die von zahlreichen Journalisten und Photographen begleitet wurde, fuhr wieder zur Oberfläche.
 

Eisenhower betrachtet Gemälde
Später am Abend saßen Bradley, Eisenhower, und Patton gemeinsam beim Abendessen. Dabei erzählte Patton, wie er zum ersten Mal von Merkers gehört hatte und eine Zensur über den Fund erteilte. „Aber warum soll das ein Geheimnis bleiben, George? “, fragte Bradley. “Was sollten wir mit all dem Geld machn?” Patton erwiderte, dass die Meinung seiner Soldaten zweigeteilt wäre. Die einen meinten, man solle Medaillen aus dem Gold machen und jedem „sonuvabitch in der 3. Armee eine geben“. Die anderen meinten, die 3. Armee sollte die Beute bis zum Friedensschluss verstecken und anschließend neue Waffen zu kaufen. Eisenhower der lachend auf Bradley schaute, meinte daraufhin: „Er hat immer auf alles eine Antwort.“ Der Abend endete nicht so fröhlich, wie er begonnen hatte. Gegen Mitternacht erfuhren die drei, dass Roosevelt gestorben war.
 

Eisenhower und Bradley vor verpackten Geldnoten
Am 12. April wurden unter der Aufsicht von Moore vier Teams zusammengestellt, um eine Inventur basierend auf den Zettel, die an den Säcken hingen, zu erstellen. Zwei Teams arbeiteten an den Gold Münzbarren und Münzen, die beiden anderen an der SS-Beute. Während diese Gruppe an der Inventur arbeitete, bereiteten Pioniere den Abtransport vor. Am Morgen des 14. April, um 07.00, fuhren 32 LKW vor, die von Colonel Walker, Kommandeur des 474. Infanterie Regiments, der den Transport bewachen sollte.
 

Rubens Gemälde "Grazien im Garten des Hesperides"
Die eigentliche Arbeit began um 09.00. Zwei Jeeps mit Anhänger, sowie zehn Soldaten des 357. Infanterie Regiments, Arbeitssoldaten, Mediziner und Bernsteins Leute wurden per Aufzug in die Mine hinuntergefahren. Ihre Aufgabe war es, die Gegenstände aus dem Gewölbe zu holen, zu registrieren und zum Fuße des Schachtes zu fahren. Jeder dieser Schritte wurde mit Argusausgen überwacht. Zwei Mannchaften, jede 50 Mann stark, arbeitete in abwechselnden Schichten. Zwei der Merkers Schächte wurden für diese Aufgabe genutzt. Schacht Nr. 1 diente zum Abtransport der Währungssäcke und Kunstgegenstände, Schacht Nr. 2 zum Transport des Goldes. Oben angekommen, wurde alles erneut einer Inventur unterzogen. Insgesamt kamen folgende Mengen an die Oberfläche:
 

Nazi Gold
3,682 Säcke und Kartons mit Reichsmark, 80 Säcke mit Fremdwährungen, 4,173 Säcke mit 8,307 Goldbarren, 55 Kisten mit Goldmünzbarren, 3,326 Säcke mit Goldmünzen, 63 Säcke mit Silber, 1 Sack Platinbarren, 8 Säcke mit Goldringen, 207 Säcke und Container mit SS-Beute.
 

G.I.s bewundern Manet Gemälde
Als dieser Vorgang abgeschlossen war, wurde alles auf die LKW verladen. Da man ohne Unterlass gearbeitet hatte, war man gegen 06.00 am nächsten Morgen fertig. Am Abend am 14. April begann eine spezielle Luftüberwachung, die bis zum Ende des Transportes andauerte.
 

Pfc Tony Baea und ein Rubens Gemälde
Am gleichenTag fand Bernstein noch die Zeit einen Operationsplan zu verfassen, der vorschlug, die Suche nach weiteren Gold und Sachverstecken der Nazis zu intensivieren. Darin schrieb er, dass „der Merkers Schatz frühere Geheimdienstmeldungen bestätigte, und abgefangene deutsche Kommunikation weiterhin bewiesen, dass „die Deutschen versuchten, mit Hilfe fremder Währungen und Kunstgegenständen auch in Zukunft sowohl in Deutschland als auch im Ausland Nazieinfluss zu fördern und zu finanzieren. Um weiteren Transfer in die Schweiz, nach Schweden oder in sicherere Orte im Süden des Reiches zu verhindern, müssten die anderen Verstecke gefunden werden.“
 

Reichsbankgebäude in der Frankfurter "Bankenklamm"
Am 15. April setzte sich der Konvoy mit dem Codenamen Task Force Whitney um 08.30 nach Frankfurt in Bewegung. Eskortiert wurde er von fünf Zügen des 474. Infanterieregiments, Elementen des 785. und 503. Military Police Battalions, zwei Maschinengewehr Zügen, einer Flakabteilung mit zehn mobilen Geschützen,, vier Abschlepp LKW, einer Ambulanz, und einer Luftunterstützung von Aufklärern und P-51 Mustang Jägern. Der Konvoy erreichte Frankfurt gegen 14.00 und das Entladen begann um 15.45. Zwei Infanteriekompanien hatten derweil das Gelände um die Reichsbank abgesperrt. Um 01.00am 16. April war die Operation beendet. Bernstein kehrte noch in der Nacht nach Merkers zurück, um den Abtransport der Kunstgegenstände vorzubereiten.
 

Kunst in der Merkers Mine
Als die Goldlaster auf dem Wege nach Frankfurt waren, begann ein Zug des 1. Batallions, des357.Infanterieregiments die nicht verpackten Gegenstände an die Oberfläche zu holen. Dort wurden sie in ein Gebäude der Mine getragen und in Schafsfell Armeemäntel gelegt, die man in einer Nachbarmine gefunden hatte. Dann warteten sie auf die LKW, die sie abholen sollten.
 

Von Nazis geraubte Kunstgegenstände
Am 17. April verließ der Schatztransport um 08:30 mit dem Codenamen Task Force Hansen Merkers. Er unterlag ähnlicher Bewachung wie zuvor. Sechsundzwanzig 2-Tonner LKW waren mit Kunstgegenständen beladen, zwei transportierten deutsche Kriegsgefangene und zwei waren leer, um sie im Falle einer Panne einsetzen zu können. Der Konvoy kam in Frankfurt um 14.45 an und eine Stunde später wurde die Fuhre ausgeladen.
 

An diesem Nachmittag fand die letzte Inventur der Gold-, Silber und anderer Währungen. Diese Inventur war gegen 22.00 beendet und am nächsten Tag, 18. April, teilte Eisenhower dem War Department in Washington den ungefähren Wert der Beute mit. Darin hieß es, dass der Wert der Gold-Silber und anderern Währungen bei über $520 Millionen läge. Bezüglich der geraubten SS-Gegenstände wurde vorgeschlagen, sie den relevanten Stellen zu übergeben, damit diese sie in den bevorstehenden Kriegsverbrecherprozessen als Beweismittel aufführen konnten.
 

Mitte August hatten Experten des U.S. Schatzamtes und der Bank of England den tatsächlichen Wert des Merkers Schatzes festgestellt. Der Wer des Goldes belief sich nun auf $262,213,000. Das Silber hatte einen Wert in Höhe von $270,469 . Der Wert des Platin, sowie weiterer acht Säcke mit seltenen Goldmünzen und die SS-Beute konnten noch nicht festgestellt werden.
 

Während des Sommers von 1945 wurden die Währungen, die in Merkers und anderswo gefunden wurden, ihren rechtmäßigen Ländern wieder zurückgegeben. Gleichzeitig begann auch die Rückführung der in Merkers gefundenen Kunstgegenstände. Das dort gefundene Gold wurde 1946 der Inter-Allied Reparation Agency (Agentur für Reparationen) übergeben, die es dann wiederum es derTripartite Commission for the Restitution of Monetary Gold (TGC) weiterleiteten. (Anmerkung: die drei Westmächte (USA, Großbritannien und Frankreich) führten ab 1946 die Verhandlungen um die Rückerstattung mit den Neutralen. Diese zuständige ‘Institution’ nannte sich TGC. Sie wurde im September 1946 im Rahmen der Pariser Reparations-Konferenz gegründet) Dieser Prozess der Rückgabe von „monetärem“ Raubgold endete wegen des kalten Krieges erst 1996.
 

Die Geschichte des Merkers Schatzes ist damit noch nicht beendet. Der Nazigoldschatz hatte seit seiner Entdeckung schon häufig zu wilden Spekulation und 1957 sogar zu einem Eintrag ins Guiness-Book of Records geführt (Rubrik „Raubüberfälle: größte ungelöste - Der größte, ungelöste Raub ist derjenige des deutschen Währungsgoldes in Bayern durch amerikanische Militärs und deutsche Zivilisten im Juni 1945).
 

Baldur von Schirach
In einem 1950 erschienen Artikel der Zeitschrift „Wochenend“ der auf den Memoiren Henrietta von Schirchachs, der Frau des ehemaligen Reichjugendführers Baldur von Schirach, basierte, wird die Spekulation auf eine neue Spitze getrieben. Darin ist die Rede von einem kurz vor Kriegsende erfolgten Transport von Vermögenswerten aus Berlin nach Mittenwald, darunter 144 Goldbarren. Die angegebenen Daten bezüglich Zeitpunkt, Menge, Route stimmen allerdings nicht mit den Daten der offiziellen Reichsbankkonvois überein. Haben also zwei Transporte Berlin Richtung Bayern verlassen, ohne dass der eine davon in irgendwelchen Papieren erwähnt worden war? Diese Möglichkeit besteht und wird auch von Augenzeugenberichten, welche von Ian Sayer und Douglas Botting in den 70-er Jahren gesammelt worden waren unterstützt. Die Spur dieses Goldes verliert sich allerdings in München, wo es angeblich der 10. Armoured Division übergeben worden war.